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Corona-Würgegriff

"Der schleichende Tod für Salzburgs Sport"

Neue Regeln stellen Vereine vor Mega-Hürden

Manfred Eppenschwandtner, Karate, Alisa Buchinger Krugfoto
Karate-Bundestrainer Manfred Eppenschwandtner (li./ mit Alisa Buchinger) macht sich aufgrund der verschärften Corona-Maßnahmen große Sorgen.

Vom Amateur bis zum Profi kämpfen nahezu alle Vereine aufgrund der verschärften Corona-Regeln mit Einnahmen-Ausfall. Stadionbesucher werden ausgesperrt, die Gastronomie abgedreht – nicht nur für den Fußball, sondern auch für Randsportarten könnte dies der Gnadenstoß bedeuten. Manfred Eppenschwandtner, Karate-Bundestrainer, spricht gar vom "schleichenden Tod für den gesamten Sport."

Salzburg

Die ab Freitag geltenden verschärften Corona-Maßnahmen haben den österreichischen Sport fest im Würgegriff. Das Potential, dass die neuen Regeln speziell Randsportarten durch fehlende Einnahmen langfristig schaden, sei mehr als gegeben.

Salzburger Karateka ohne Wettkämpfe

Doch nicht nur das Geld spielt eine tragende Rolle: Speziell bei Salzburgs Kampfsportlern wächst die Unsicherheit weiter an. Eine Absagen-Flut und fehlende Perspektiven bereiten den Sportlern einige Sorgen. Die Situation im Karate verdeutlicht die derzeit angespannte Lage: Seit über acht Monaten konnten Ex-Weltmeisterin Alisa Buchinger und Co an keinen Wettbewerb teilnehmen und sich für die Qualifikation der Olympischen Spiele standesgemäß vorbereiten.

Auch der für Samstag in Rif (Tennengau) angesetzt Länderkampf mit Deutschland steht vor einer Absage. "Zudem wurde die Europameisterschaft in Norwegen abgesagt", erklärt Eppenschwandtner im Gespräch mit SALZBURG24.

Mitglieder-Entfall verschärft Krise bei Sportvereine

Die größte Gefahr sieht der sportlicher Leiter des Karateverbands beim drohenden Mitgliederschwund. "Durch die neuen Regeln können viele Aktive wegbrechen und dadurch geht jeder Sport kaputt, nicht nur Karate. Das ist der schleichende Tod für den Sport", bringt es Eppenschwandtner auf den Punkt. Dass mit den neuen Maßnahmen nur mehr sechs Karateka in die Halle dürfen, verschärft die Lage.

"Wenn das so weiter geht, können wir zusperren. Die Politik hat mit wenigen Ausnahmen nicht viel für den Sport übrig. Einige kommen nur, wenn es Medaillen zu feiern gibt. Wenn das nicht eintritt, sind wir die Olympia-Touristen", lässt er seinen Ärger freien Lauf.

Corona-Regeln gehen Amateurvereinen an den Kragen

Ähnlich dramatisch sieht es Jonathan Huber, Obmann des Salzburger Wasserball-Vereins Paris Lodron: "Es ist alles echt sehr mühsam und grenzt an einer Katastrophe. Unser Spielbetrieb in der Bundesliga und auch die damit verbundene Qualifikation zur Champions League ist gefährdet." Die größte Angst beim Bundesligisten herrscht ebenso beim Thema Mitglieder.

"Die Gefahr ist groß, dass aufgrund des Trainingsverbot im Nachwuchs einige Kinder aufhören und sich andere Sportarten, die in Corona-Zeiten erlaubt sind, suchen", sagte der Obmann des Bundesligisten. Da die Wasserballer als Spitzensportler eingestuft werden, dürfen sie die Trainingsstätte in Rif nutzen. Den Mini-Wasserballern wird aufgrund der steigenden Corona-Zahlen im Tennengau das Trainieren verwehrt.

Nur Sponsoren helfen Sportvereinen beim Überleben

Der Obmann des Fußball-Regionalligisten SV Seekirchen, Anton Feldinger, schlägt in dieselbe Kerbe ein und setzt sich für die Jugend ein: "Das Wichtigste ist, dass speziell die Kinder Sport ausüben dürfen." Finanziell haben die Flachgauer das Jahr 2020 durchgeplant, erwarten jedoch eine herausfordernde Zeit im Frühjahr. "Das nächste Jahr wird kritisch. Wenn wieder Veranstaltungen wegfallen, wird es eng", sagt Feldinger, der sich weiterhin auf treue Gönner des Vereins verlassen kann.

Ebenso nur mit Sponsoren können die BBU-Basketballer den Fortbestand des Vereins sichern. "Wir haben ein großes Glück, dass uns keine Partner weggebrochen sind, denn ohne sie würde es nicht gehen."

Bleibt nur zu hoffen, dass der Corona-Würgegriff nicht auch die unterstützenden Unternehmen an den Kragen geht. Denn sonst kommt der "schleichende Tod" den Amateurvereinen ganz nahe.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 25.11.2020 um 11:10 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportmix/corona-massnahmen-der-schleichende-tod-fuer-salzburgs-sport-94461061

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