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Hohe Intensitäten schlau?

Was beim Sport im Freien zu beachten ist

Mindestens zwei Meter Abstand beim Laufen

Bilder von Joggern und Radfahrer sorgen nicht nur bei der Polizei in Zeiten der Coronavirus-Pandemie für Stirnrunzeln. Frühlingshafte Temperaturen locken zuletzt zahlreiche Hobbysportler trotz der Aufforderung, zu Hause zu bleiben, ins Freie. Sportliche Aktivitäten sind prinzipiell ratsam - unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen, wie Experten anmerken.

So ist ein Mindestabstand von zwei Metern zu Nebenleuten einzuhalten, um das Risiko einer Ansteckung zu vermeiden. "Ansonsten ist es definitiv bedenklich", sagt der Sportmediziner Christian Gäbler im Gespräch mit der APA. Durch die bei Anstrengung erhöhte Atemfrequenz und die sich öffnenden Lungenflügel werden mehr Aerosole ausgestoßen. Viren können sich in der Luft verbreiten und je nach Witterung langsamer oder schneller sinken.

"Schönes Wetter für Viren schlecht"

"Es gibt zwei Möglichkeiten: Nicht Ranlaufen und ins Genick atmen - oder alternativ mit Maske laufen. Das ist dann aber unangenehm", meint Gäbler. Wahr ist, dass mehr UV-Strahlung – also schönes Wetter – für Viren schlecht ist. Der ebenfalls im Sportambulatorium Wien tätige Sportmediziner Robert Fritz stellt grundlegend klar: "Dass Viren in der Luft schweben, passiert sicher nicht. Wenn man sich an die Regeln hält, also nur mit Personen aus dem selben Haushalt gemeinsam unterwegs ist, ist Sport im Freien völlig ungefährlich."

Hohe Intensitäten erhöhen Anfälligkeit für einen Infekt

Wie die Experten betonten, stärkt moderat zu Sporteln das Immunsystem. Kontraproduktiv ist hohe Intensität, da dies zu einer größeren Anfälligkeit für einen Infekt führt. "Wenn ich nach Hause komme und schweißgebadet bin, habe ich zu viel gemacht", meint Fritz. Der Leiter des Medical Centers des Vienna City Marathons streicht hervor, dass Bewegung mit niedriger Intensität nicht nur aus medizinischer Sicht sinnvoll ist. "Man sollte es nicht als Trainingseinheit sehen, sondern als Möglichkeit, Stress abzubauen."

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Gepostet von SALZBURG24 am Dienstag, 17. März 2020

Fitnessübungen daheim als Alternative

"Bevor einem die Decke auf den Kopf fällt, ist es besser, raus zu gehen", so Fritz. Spazieren oder Walken sei ebenso sinnvoll wie Laufen oder kleinere Radtouren. Außerdem gebe es noch die Möglichkeit, in den eigenen vier Wänden an seiner Fitness zu arbeiten. Empfohlen werden Übungen zur Rumpfstabilität oder normales Krafttraining für Bauch- und Rückenmuskulatur, Sit-ups oder Liegestütz. "Das kann man in jeder Wohnung machen. Wichtig ist, dass man etwas macht. Und wenn nicht, dann macht es jetzt Sinn, langsam anzufangen", betont Gäbler.

Der 2008 als leitender Medical Officer bei der Fußball-EM in Österreich und der Schweiz tätige Kärntner befindet sich nach dem Kontakt mit einem später am Coronavirus erkrankten Patienten aktuell selbst in präventiver Quarantäne. "Die nehme ich natürlich zu hundert Prozent ernst. Auch wenn man draußen die Sonne scheinen sieht."

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 05.07.2020 um 04:09 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportmix/coronavirus-was-beim-sport-im-freien-zu-beachten-ist-85142998

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