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"Stehauf-Mandal"

Lukas Müller hebt wieder ab

ÖSV-Rechtsstreit auf Zielgerade

Lukas Müller Facebook/Screenshot/Lukas Müller
Ganze sieben Sprünge auf einem Trampolin gelangen Lukas Müller am Dienstag im Sportzentrum Rif.

Lukas Müller schwebt auf einer Euphorie-Welle. Der Ex-Skispringer postet ein imposantes Video, bei dem er nach seiner inkompletten Querschnittlähmung wieder "abhebt". Zudem geht es bei seinem ÖSV-Rechtsstreit in die Zielgerade. Wir haben uns mit dem Wahl-Salzburger unterhalten.

Aufgeben war für den auf dem Kulm gestürzten Sportler nie eine Option. "Ich will mir einfach keine Limits setzen und bin überglücklich, dass ich das Gefühl des Abhebens erneut spüren konnte", erklärte der Kärntner nachdem er zum ersten Mal ohne Krücken auf einem Trampolin im Olympiastützpunkt Rif (Tennengau) wieder gesprungen ist.

Der Beweis, dass wir so oft dazu tendieren uns Limits zu setzen. Hab die Krücken vergessen, es dann doch probiert. War irgendwie ganz lustig. ???????????????? . The proof we always tend to limit ourselves. Forgot my crutches. Still tried it. Had some fun. ???????????????? . #airtime #nolimits #stepbystepbystep #stehaufmandl #hupfhupf #trialanderror #handsfree ???? & comments by Richi Leitgeb ????????

Gepostet von Lukas Müller am Dienstag, 20. August 2019

"Euphorie pur": Müller springt wieder

Erst im Juni veröffentlichte der 27-Jährige seine ersten Gehversuche ohne jeglicher Unterstützung. "Das war damals schon ein Meilenstein", erklärte Müller. Nun setzte er am Dienstag einen drauf. "Dank der Aktion Jugend zum Sport steht in der Leichtathletikhalle ein Trampolin und ich wollte erneut versuchen darauf zu hüpfen", sagte der Wahl-Salzburger. Völlig verärgert, dass er seine Krücken zuhause liegen ließ, stellte er sich aber mit unbändiger Motivation der Mammut-Aufgabe.

Mit seinem Sensations-Video, in dem ihm sieben Sprünge gelangen, sorgte er für kollektives Staunen. "Echt super, so eine Freude dies zu sehen", spiegelt den Tenor unter seinen Followern wieder. "Danach war ich komplett erledigt und k.o., es überwiegt aber die pure Euphorie."

Müller im ÖSV-Rechtsstreit

Nach seinem Unfall hat das "Stehauf-Mandal" den Österreichischen Skiverband (ÖSV) geklagt und Recht bekommen. Am 15. Juli wurde sein Unfall vom Verwaltungsgerichtshof als Arbeitsunfall und nicht – wie vom ÖSV – als "Freizeitunfall“ eingestuft. Bis zum 28. August hat der Skiverband noch Zeit, Revision oder Beschwerde dazu einzulegen. Ansonsten wird das Urteil rechtskräftig. Im exklusiven SALZBURG24-Video sprach er über Existenzängste und die richtungsweisende Entscheidung im Sport.

Der nächste Schritt für Müller: Er absolviert momentan die Ausbildung zum Skisprungtrainer und tritt am 20. und 21. September die Prüfung an, ehe er im Herbst Sportrecht auf der Universität Krems studieren will.
 

(Quelle: SALZBURG24)

Lukas Müller spricht über Existenzängste

Lukas Müller, Skispringer APA/ERWIN SCHERIAU/ARCHIV

Arbeits- oder Freizeitunfall? Vor dem Verwaltungsgerichthof kämpft Ex-Skispringer Lukas Müller derzeit gegen den österreichischen Skiverband (ÖSV) um sein Recht, viel Geld und um eine richtungsweisende Entscheidung im Sport. Am Dienstag hat der Wahl-Salzburger im SALZBURG24-Livestudio exklusiv zur Causa Stellung genommen.

Am 13. Jänner 2016 hat das Leben des damals 23-jährigen Skispringers Lukas Müller eine tragische Wende erfahren: Der Kärntner stürzte als Vorspringer für die Skiflug-WM auf dem Kulm so schwer, dass er sich einen inkompletten Querschnitt zugezogen hat.

Causa Lukas Müller als "Präzedenzfall"?

Nun ist ein Rechtsstreit mit dem ÖSV entbrannt, Müller brachte seinen Fall nun beim Verwaltungsgerichtshof ein. Der Wahl-Salzburger kämpft seit dem Unfall nicht nur mit seiner Beeinträchtigung, sondern um "soziale Gerechtigkeit". Der ÖSV ist der Meinung, dass der fatale Unfall auf dem Kulm als Freizeit-Unfall einzustufen ist, Müller hingegen will dies als Arbeitsunfall eingestuft sehen. Zudem glaubt der 27-Jährige, dass seine Causa im österreichischen Sport ein Präzedenzfall darstellen könnte.

"Das Urteil wird für den gesamten Sport richtungsweisend sein, nicht nur für mich und meine Zukunft", erklärt Müller. Am Dienstag sprach der Ex-Skispringer erstmals in der Öffentlichkeit über Existenzängste und sein sich stark verändertes Leben (siehe Video oben).

Der schwer verunglückte Skispringer Lukas Müller befindet sich auf dem Weg in ein eigenständiges Leben. Wir haben den querschnittsgelähmten Wahlsalzburger zum Sonntags-Talk getroffen.

Gepostet von SALZBURG24 am Sonntag, 6. November 2016

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