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In Saudi Arabien

Walkner schielt bei Dakar Rallye auf Podestplatz

Salzburger KTM-Pilot einer der Favoriten

Matthias Walkner, Atacama Rallye, Chile Rallye Zone/KTM
Matthias Walkner freut sich, endlich wieder fahren zu können. (SYMBOLBILD)

Der Salzburger Matthias Walkner freut sich auf die bevorstehende Rallye Dakar. Nach fast einem Jahr Pause, ist er heiß auf das Prestige-Rennen, das diesmal in Saudi Arabien ausgetragen wird.

Nach einem Jahr quasi Schaffenspause möchte Matthias Walkner bei der Dakar-Rallye 2021 wieder auf das Podest. Bei bisher sechs Antreten in der Motorrad-Wertung hat es Österreichs erneut große Hoffnung bei diesem Klassiker dreimal in Folge in die Top Drei geschafft, wobei der glorreiche Sieg 2018 von zwei zweiten Plätzen (2017, 2019) flankiert war. Davor hatte Walkner zwei Ausfälle verzeichnet. 2020 schließlich reichte es für ihn lediglich zu Rang fünf.

Wie zuletzt und damit zum zweiten Mal ist nun Saudi-Arabien Austragungsort der Dakar. Los geht die 43. Auflage diesen Samstag (2. Jänner) mit einem Prolog, auf der Event-Homepage als Appetitanreger bezeichnet. Im wesentlichen wird hier die Startreihenfolge für die für Sonntag angesetzte erste von zwölf Etappen ermittelt. Exakt zur Halbzeit, also nach sechs Teilstücken, wird am Samstag, 9. Jänner, der einzige Ruhetag der Rallye eingelegt.

Die Route führt in einem Rundkurs durch das Land über insgesamt 7.775 Kilometer, 4.778 Kilometer sind als Sonderprüfungskilometer ausgeschildert. Die Konkurrenten haben seit der vergangenen Dakar äußerst wenig Wettkampfpraxis gesammelt, die Corona-Pandemie hat zu vielen Absagen geführt. Walkner hat gerade einmal im Oktober die Andalusien Rallye absolviert, wurde da Sechster. Danach arbeiteten er und das KTM-Team rund vier Wochen in Dubai daran, Schwächen auszumerzen.

KTM-Piloten immer vorne dabei

Die KTM-Piloten treten jeder für sich, aber auch gebündelt an, um den Gesamtsieg wieder für das Mattighofener Unternehmen sicherzustellen. 18 Jahre in Folge hatte KTM bei den Motorrädern den Dakar-Sieger gestellt, ehe zuletzt Ricky Brabec auf einer Honda triumphierte. Auf diesem japanischen Fabrikat hatte es davor zuletzt 1989 mit einem Sieg geklappt. Der US-Amerikaner ist diesmal wieder dabei und Sieganwärter, auch wenn er von 2017 bis 2019 drei Ausfälle in Serie zu verzeichnen gehabt hatte.

Kinigadner weiß um Brabec' Stärken

An bisherigen Etappen-Gewinnen auf seiner Dakar-Visitenkarte übertrumpft Walkner Brabec mit fünf um ein Teilstück. Für KTM-Motorsportberater Heinz Kinigadner ist dem Titelverteidiger jedenfalls nur mit auf ihn ausgeübtem Druck beizukommen. "Brabec ist einer, der das Risiko nicht scheut - der hat keinen Fehler gemacht und eine Topleistung abgeliefert. Den musst du fast in einen Fehler treiben", sagte der Tiroler Mitte Dezember bei einer Pressekonferenz in Mattighofen.

Walkner freut sich aufs Fahren

Für die KTM-Crew war die Anreise für den Stefanitag angesetzt. "Ich habe mich extrem gut vorbereitet, wie jedes Jahr", zog Walkner eine letzte Bilanz bevor es ins Abenteuer ging. "Ich bin extrem froh, dass ich wieder Rennen fahren kann - damit sich die Sportwelt weiterdrehen kann. Meine Zielsetzung sind die Top Drei - es sind aber viele Sachen, die man nicht so beeinflussen kann. Ich glaube schon, dass ich mich zu den zehn, zwölf Leuten dazuzählen kann, die das Rennen gewinnen können."

Um vorne mitzumischen, wird es unerlässlich sein, seine Hausaufgaben erledigt zu haben. Denn die Rallye bietet heuer einiges an Neuerungen und damit Ungewohntem, auf das man sich erst einzustellen hat. Eine Änderung betrifft die Reifen, die Verwendung von gesamt nur sechs Hinterreifen ist erlaubt. Noch dazu dürfen die von nur einem Fabrikat sein. Kinigadner: "Die Idee war, das Tempo reduzieren. Man muss ein bisschen mehr auf das Material schauen, das Risiko ein bisschen herausnehmen."

Neue Brille für mehr Durchblick

Profitieren soll Walkner von seiner neuen Brille, bei längeren Passagen mit höheren Geschwindigkeiten hatte er davor immer wieder mit Sichtfeldeinschränkungen zu tun gehabt. Einen klaren Blick bei der Fahrt brauchen die Athleten schon allein deshalb, da sie das Roadbook nun erst 20 Minuten vor dem Etappen-Start erhalten - bei den Motorrädern in Papier. Ein langes Einstudieren ist daher nun nicht mehr möglich. Walkner möchte es möglichst vermeiden, als Testpilot in eine Etappe zu gehen.

Sollte es im Feld zu den kaum vermeidbaren Stürzen kommen, sollen diesmal Airbag-Westen den vielleicht sogar lebensrettenden Schutz bieten. Walkner sieht das grundsätzlich positiv: "Wenn es zur Sicherheit beiträgt, muss man diese Tragepflicht einführen. Ich finde es gut, dass alle mit einem Airbag fahren müssen." Unangenehm könnten sich freilich Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit auswirken. Walkner: "Da muss man noch eine Lösung finden."

Dakar hält viele Tücken parat

Der Werkspilot weiß, was auf ihn ab dem Wochenende zukommt. "Man kämpft gegen das Gelände, den langen Tag, die Strapazen - aber es ist schon meine siebente Dakar." Mit dem umstrittenen politischen System in Saudi-Arabien bekommt es der Offroad-Sportler aber eben erst zum zweiten Mal zu tun - oder auch nicht. "Ich habe es ganz anders wahrgenommen, aber vielleicht habe ich nur die Schokoladen-Seite gesehen", schilderte Walkner über seine Neben-Eindrücke von der Dakar 2020.

(Quelle: APA)

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