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„Rabenschwarzer Tag“

Walkner spricht über Goncalves-Tod

Tragischer Unfall bei Rallye Dakar

Nach dem tragischen Unfalltod des portugiesischen Motorradpiloten Paulo Goncalves bei der Rallye Dakar wurde die Montagsetappe abgesagt. Der Salzburger Matthias Walkner gibt nun Einblick in sein Innenleben, lässt die erste Woche Revue passieren und spricht über seinen Gesundheitszustand.

Der Unfalltod von Paulo Goncalves sei ein rabenschwarzer Tag für die gesamte Motorsport-Welt gewesen so Walkner: „Ich habe es im Ziel noch gar nicht mitbekommen, erst im Bivouac dann. Die KTM-Crew hat mich zu ihnen geholt und ich habe es an ihren traurigen Gesichtern schon gesehen, dass was Schlimmes passiert sein muss. Aber mit so etwas Tragischem hätte ich nicht gerechnet. Paulo hat mich in all meinen Jahren, seit ich im Rallye-Sport mit dabei bin, begleitet.“

Genau so werde ich dich in Erinnerung behalten Paulo Gonçalves???? R.I.P. Champ! Das ist so furchtbar. Ergebnisse und der...

Gepostet von Matthias Walkner am Sonntag, 12. Januar 2020

Walkner: Goncavles-Tod „unfassbar tragisch“

Bei Walkners Oberschenkelbruch war Goncalves derjenige gewesen, der den Salzburger erstversorgt hatte. „Er war wirklich einer der nettesten Menschen, die ich kennenlernen durfte und bei allen sehr beliebt. Es ist wirklich unfassbar tragisch was da gestern passiert ist“, sagt der 33-Jährige.

Mit seiner ersten Woche bei der Rallye Dakar zeigt sich Walkner bislang zufrieden: „Am vierten Tag hatte ich zwei kurze Blackouts, mich verfahren und dadurch 20 Minuten verloren. Das kann einfach passieren, wenn man über 500 Kilometer (nur Wertungsprüfung) Vollgas fährt - das Ganze unter extremen Temperaturen und Bedingungen. Fehler kann man einfach nicht vermeiden.“

Die größten Gefahren bei der Dakar

Als größten Unterschied zwischen der Dakar in Südamerika und Saudi-Arabien macht der 33-Jährige die gefährlichen Offpiste-Passagen aus: „Dort existiert kein Weg und jeder wählt seine Linie selber, das heißt, im Roadbook die ‚Danger‘-Stellen zu markieren funktioniert auch nicht wirklich, weil jeder woanders fährt.“

Für die letzten vier Etappen will Walkner weiter alles aus sich herausholen: „Mehr kann ich nicht tun. Wenn es unterm Strich nur für den siebenten Platz reicht, geht für mich die Welt nicht unter und wenn es ein Podium wird, freue ich mich natürlich umso mehr.“

Walkner kämpft mit Fieber bei Rallye Dakar

Der Salzburger kämpfte zuletzt mit Gesundheitsproblemen: „Heute fühle ich mich auf jeden Fall fitter als gestern. Ich hatte eine leichte Grippe mit Husten, Schnupfen und leichtem Fieber. In der Früh hat es zum Teil nur plus zwei Grad, die extrem trockene Luft kommt noch dazu und an einigen Tagen musste ich noch dazu viel Staub schlucken da ich von weiter hinten starten musste. Die Atemwege sind dann komplett zu. Die letzten 100 Kilometer gestern, die waren richtig hart für mich. Man kommt schon an seine Grenzen.“

Immer wieder Todesfälle bei Rallye Dakar

In der Geschichte der Rallye Dakar hat es immer wieder tragische Unglücke zu beklagen gegeben.

Todesopfer bei der Rallye Dakar seit 1979

  • 1979: Motorrad-Pilot Patrick Dodin (FRA) stirbt nach einem Sturz.
  • 1981: Drei italienische Journalisten sterben beim Unfall eines Begleitfahrzeugs.
  • 1982: Bert Oosterhuis (NED) erleidet bei einem Motorrad-Sturz tödliche Verletzungen. Die Journalistin Ursula Zentsch stirbt beim Unfall eines Begleit-LKW. Ein Kind wird in Mali von einem Fahrzeug tödlich verletzt.
  • 1983: Jean-Noel Pineau (FRA) stirbt bei einem Sturz mit seinem Motorrad.
  • 1984: Eine Zuschauerin in Burkina Faso wird angefahren und tödlich verletzt.
  • 1985: Ein am Streckenrand stehendes Kind wird in Nigeria angefahren und stirbt.
  • 1986: Der Japaner Yasuo Kaneko wird auf einer Verbindungsetappe in Frankreich mit seinem Motorrad beim Zusammenprall mit einem Auto getötet. Beim Absturz eines Helikopters im Niger kommen fünf Personen ums Leben, unter ihnen der Dakar-Gründer Thierry Sabine.
  • 1987: Der Lenker eines Pressefahrzeugs stirbt bei einem Unfall
  • 1988: Kees van Loevezijn (NED) wird aus seinem LKW geschleudert und stirbt. Co-Pilot Patrick Canado (FRA) stirbt beim Zusammenstoß zweier Rallye-Autos. Motorrad-Pilot Jean-Claude Huger (FRA) erliegt seinen Sturzverletzungen. Zwei Journalisten, zwei Kinder und eine Frau kommen bei Unfällen ums Leben.
  • 1990: Ein Journalist stirbt nach einem Unfall.
  • 1991: Der Lenker eines Tank-LKW aus dem Begleittross wird in Mali erschossen.
  • 1992: Jean-Marie Sounillac und Laurent Le Bourgeois (FRA) sterben beim Unfall eines Begleit-LKW in Libyen. Motorrad-Pilot Gilles Lalay (FRA) wird von einem Sanitätsfahrzeug angefahren und tödlich verletzt.
  • 1994: Motorrad-Pilot Michel Sansen (BEL) und ein Kind kommen bei einem Sturz ums Leben.
  • 1996: Laurent Gueguen (FRA) stirbt bei der Explosion seines LKW in einer Krisenzone (Marokko/Polisario-Front). In Guinea wird ein Kind durch ein Motorrad getötet.
  • 1997: Motorrad-Pilot Jean-Pierre Leduc (FRA) stirbt nach einem Sturz.
  • 1998: Fünf Autoinsassen aus Mauretanien versuchen einen Teilnehmer auf einer Verbindungsetappe zu überholen und kommen bei dem Unfall ums Leben.
  • 1999: Ein Gendarm stirbt in Burkina Faso beim Zusammenstoß seines Autos mit einem Teilnehmer.
  • 2002: Ein Mitglied des Toyota-Teams stirbt bei einem Unfall.
  • 2003: Bruno Cauvy (FRA) kommt bei einem Unfall in den Dünen Libyens ums Leben.
  • 2005: Motorrad-Pilot Jose Manuel Perez (ESP) erliegt seinen Sturzverletzungen. Motorrad-Pilot Fabrizio Meoni, Dakar-Sieger von 2001 und 2002, stirbt nach einem Sturz in Mauretanien. Ein Mädchen wird von einem Assistenz-LKW tödlich verletzt
  • 2006: Motorrad-Pilot Andy Caldecott (AUS) erliegt seinen Sturzverletzungen in Mauretanien. Ein Bub wird beim Überqueren der Fahrbahn von einem Teilnehmer angefahren und stirbt.
  • 2007: Die Motorrad-Piloten Elmer Symons (RSA) und Eric Aubijoux (FRA) kommen bei zwei Unfällen ums Leben.
  • 2009: Motorrad-Pilot Pascal Terry (FRA) wird drei Tage nach seinem Verschwinden in Argentinien tot aufgefunden. Ein Begleit-LKW prallt in Chile gegen ein Auto, in dem zwei Insassen sterben.
  • 2010: Das Auto des Deutschen Mirco Schultis kommt bei Cordoba von der Strecke ab, prallt gegen eine Gruppe von Zuschauern, eine 28-jährige Argentinierin stirbt im Spital an ihren Verletzungen.
  • 2012: Der argentinische Motorrad-Pilot Jorge Martinez Boero stirbt bei einem Unfall zwei Kilometer vor dem Ziel in der Nähe der Stadt Necochea.
  • 2013: Der französische Motorrad-Pilot Thomas Bourgin stirbt in Chile nach einem Zusammenstoß mit einem Polizeiauto.
  • 2014: Der belgische Motorradfahrer Eric Palante verunglückt in Argentinien tödlich. Auch zwei Journalisten sterben: Ihr Auto stürzt in eine Schlucht.
  • 2015: Der polnische Motorradfahrer Michal Hernik wird in Argentinien auf der Etappe von San Juan nach Chilecito bei Kilometer 206 tot aufgefunden.
  • 2016: Ein 63-jähriger Zuschauer aus Bolivien stirbt, nachdem er vom Mitsubishi des Franzosen Lionel Baud erfasst worden ist.
  • 2020: Der portugiesische Motorrad-Pilot Paulo Goncalves stirbt nach einem Sturz zwischen Riad und Wadi Al Dawasir.
(Quelle: SALZBURG24/APA)

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