Jetzt Live
Startseite Sportmix
Nach Sieg-Premiere

Spielberg für KTM "spezielles Heimrennen"

Grand Prix ohne Fans "das Schlimmste"

MotoGP, Brad Binder, KTM, Brünn APA/AFP/JOE KLAMAR
Brad Binder fuhr am Sonntag zum ersten MotoGP-Sieg für KTM.

Perfekter als unmittelbar vor dem Heim-Double in Spielberg hätte KTM der erste MotoGP-Sieg nicht gelingen können. Jetzt schmerzt es aber doppelt, dass derzeit die Rennen der Motorrad-WM wegen Corona ohne Zuschauer über die Bühne gehen müssen. Für Motorsport-Direktor Pit Beirer ist das Fehlen der Fans deshalb "das Schlimmste, was uns passieren kann".

Mit dem Grand Prix von Österreich am kommenden Sonntag und dem GP der Steiermark eine Woche darauf gibt wenige Wochen nach der Formel 1 nun auch die Motorrad-WM ein Doppel-Gastspiel auf dem Red Bull Ring. "Man stelle sich vor, wir kommen mit einem Sieg dorthin und die ganze Bude ist voll", bedauert Beirer angesichts der fast 200.000 Fans vom vergangenen Jahr, dass man heuer vor leeren Tribünen fahren muss.

#Victory

#MotoGP #ReadytoRace Brad Binder #CzechGP Roll on Austria.

Gepostet von KTM Factory Racing am Sonntag, 9. August 2020

KTM auf Binder-Sieg "besonders stolz"

"Der Sieg von Brad Binder in Brünn ist das Highlight unserer Motorsport-Abteilung gewesen. Jetzt ohne Fans zu fahren, tut besonders weh", bedauerte Beirer am Dienstag in einem Zoom-Call mit Medienvertretern. "Umgekehrt gab es heuer Zeiten, als wir fürchten mussten, gar keine Rennen mehr zu fahren", ergänzte der 47-jährige Deutsche und versprach: "Wir werden Spielberg trotzdem zu einem sehr speziellen und zu unserem Heim-Grand-Prix machen. Wir freuen uns wahnsinnig darauf."

Zwei Tage nach dem Premierensieg im vierten MotoGP-Jahr fiel es Beirer noch immer schwer, "das Grinsen aus dem Gesicht zu bekommen". Der Sieg von Binder sei außergewöhnlich, weil der am (heutigen) Dienstag 25 Jahre alt gewordene Südafrikaner mit dem Unternehmen aus dem Innviertel vom Rookies Cup weg verbunden ist. "Er war in keiner Klasse auf Anhieb schnell. Aber wenn er mal alles beisammen hat, ist er nur noch schwer zu schlagen. Man muss weit laufen, um solche Burschen unter die Fittiche zu bekommen", lobte Beirer das Geburtstagskind aus Potchefstroom. Beirer: "Sein Sieg war nicht irgendeiner. Sondern einer, auf den wir besonders stolz sind."

"Haben bewiesen, dass es machbar ist"

Dank des Sieges könne man nun einige grüne Haken setzen. Auch hinter die Glaubensfrage, ob man mit Stahlrohrrahmen, Fahrwerksteilen und Motor aus eigenem Haus in der MotoGP gewinnen könne. "Wir haben nun bewiesen, dass es machbar ist", ist Beirer überzeugt. "Es ist aber nur eine Momentaufnahme auf der man sieht, dass wir in der Klasse angekommen sind", machte der Manager und ehemalige Motocross-Fahrer auch klar, dass konstante Top-5-Plätze bei KTM nach wie vor die Pflichtübung sind. "Kopf runter und weiterarbeiten", laute das Motto.

Die starke Vorstellung der RC16 aus Miunderfing nährte im Spielberg-Vorfeld auch die Hoffnungen, mit dem aktuellen Motorrad könne KTM die langjährige Ducati-Vorherrschaft auf dem Red Bull Ring beenden. Während Honda strauchelt und Weltmeister Marc Marquez weiter verletzt ist, imponiert das orangefarbene Bike aus Oberösterreich derzeit durch Kraft, Fahrbarkeit und viel Traktion.

 

"Gut vorbereitet" auf Heim-Grand-Prix in Spielberg

Als Spielberg-Favorit sehe man sich aber nicht, beteuerte Beierer. "Da sind nach wie vor die großen Stammhalter. Wir müssen erst mal beweisen, dass es auch auf anderen Strecke gut klappt." Beirer gab aber auch zu: "Natürlich interessieren uns jetzt die Topspeed-Werte gegenüber Ducati in Spielberg ganz gewaltig." Er sei sich sicher: "Wir haben einen Riesenschritt gemacht und sind gut vorbereitet auf unseren Heim-Grand-Prix.

Nur die ausgesperrten Fans seien bedauerlich. Sie müssen heuer mit abgespeckten Fan-Packages und Public Viewings das Auslangen finden, eines davon steigt in der KTM-Motohall. "Ich hoffe sehr", so Beirer, "dass uns die Fans vom Fernseher oder Computer aus die Daumen drücken. Ich verspreche, wir werden am Sonntag eine ordentliche Show abliefern."

(Quelle: APA)

Erster Moto-GP-Sieg für KTM

Der Südafrikaner holt einen historischen Sieg für KTM
Winner Red Bull KTM Factory Racing´s South African Brad Binder celebrates during the winner's ceremony after the Moto GP Czech Grand Prix at Masaryk circuit in Brno on August 9, 2020. (Photo by Joe Klamar / AFP)

Im vierten vollen Jahr in der MotoGP hat es für den oberösterreichischen Motorrad-Hersteller KTM am Sonntag sensationell zum ersten Grand-Prix-Sieg gereicht. Brad Binder übernahm neun Runden vor Schluss die Führung, gab diese nicht mehr ab und siegte beim Tschechien-Grand-Prix souverän mit 5,266 Sekunden vor dem italienischen Honda-Fahrer Franco Morbidelli. Johann Zarco (FRA/Ducati) wurde Dritter.

Das Werk aus Mattighofen hatte 2016 seine ersten Anläufe auf die MotoGP genommen und 2017 seine erste volle Saison in der "Königsklasse" des Motorradsports absolviert. Am Ende eines Dreijahresplans war das Ziel gestanden, einen Rennsieg zu landen. Zieht man die Corona-Pause ab, hat das nun fast punktgenau gepasst. Schließlich wurde in Brünn das erst dritte Saisonrennen in der MotoGP gefahren, nachdem der Auftakt mit einem Doppel in Jerez in Spanien erfolgt war.

Binders Sieg unerwartet

Der Ausgang des Trainings und das Qualifying hatten schon vermuten lassen, dass die KTM-Piloten um die Podestplätze mitfahren könnten. Die überaus überzeugende Vorstellung Binders war dann aber doch unerwartet. Sein Markenkollege Pol Espargaro hatte das Zeug, einen Doppelsieg zu fixieren, der Spanier wurde aber in Positionskämpfen von Zarco abgeschossen. Dass der danach dafür bestraft wurde, war für Espargaro wenig Trost.

Die Freude bei den "Masterminds" der orangen Rennmaschinen trübte der Ausfall des Iberers aber nur leicht. "Mir fehlen einfach die Worte. Wir haben so sehr dafür gekämpft", sagte KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer im Interview auf ServusTV. "Auf dem Podium zu stehen, war das Ziel. Jetzt der Sieg, das ist der absolute Wahnsinn. Das Motorrad war besser, die Fahrer sind gut drauf. Aber bisher hat es nicht gepasst." Und über Binder: "Er ist so ein cooler Hund. Er macht das so locker und mit Spaß."

 

KTM-Team-Manager "sprachlos"

Team-Manager Mike Leitner erinnerte sich an vergangene Mühen: "Ich bin sprachlos. Wir haben in den letzten vier Jahren so viel Energie da reingesteckt. Ein Sieg - das ist noch nicht real." Für Binder war es sein erst drittes MotoGP-Rennen. Der noch bis Dienstag 24-Jährige ist der erste südafrikanische MotoGP-Fahrer und damit auch -Sieger. "Ich wünschte, meine Eltern wären hier", sagte Binder. "Ich kann nicht genug danken, die (KTM, Anm.) haben mir ein wahnsinnig gutes Motorrad zur Verfügung gestellt."

In Abwesenheit des weiter verletzten spanischen WM-Titelverteidigers Marquez war auch die Vergabe der anderen Podestplätze nicht unbedingt so erwartet worden, wogegen Jerez-Doppelsieger Fabio Quartararo nur Siebenter wurde. Der französische Yamaha-Pilot führt die WM-Wertung nach drei Rennen mit 59 Punkten trotzdem weiter klar an, da Verfolger und Markenkollege Maverick Vinales (ESP/42) nur 14. wurde. Binder arbeitete sich hinter Morbidelli (31) auf Rang vier vor (28).

Heimrennen in Spielberg in der MotoGP

Für KTM kommt der Triumph unmittelbar vor den Grands Prix in Spielberg von Österreich und der Steiermark natürlich gerade recht. Groß ist die Vorfreude auf die Heimrennen auch bei Maximilian Kofler. Der Oberösterreicher kam in der Moto3 zu Sturz, es war sein überhaupt erster Ausfall in einem WM-Rennen. "Ich habe überbremst am Vorderrad, dann bin ich weggerutscht", sagte der 19-Jährige. Moto3-Sieger wurde Dennis Foggia (ITA/Honda), die Moto2 gewann Enea Bastianini (Kalex).

Im Vorfeld des Rennens war der erste Coronavirus-Fall seit Wiederaufnahme des Rennbetriebs vor drei Wochen in Jerez bekannt geworden. Betroffen ist ein Mitarbeiter des Promoters Dorna, die Person zeige keine Symptome. Alle Kontaktpersonen des Infizierten seien in Isolation. Die Kontaktpersonen der Kategorie zwei seien auch getestet worden, alle seien negativ. Seit dem Jerez-Doppel waren im Umfeld der Motorrad-WM mehr als 5.500 Tests genommen worden.

Aufgerufen am 28.09.2020 um 11:55 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportmix/motogp-spielberg-fuer-ktm-spezielles-heimrennen-91370893

Kommentare

Mehr zum Thema