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18-jährige im Fokus

Heimspiel in Leogang für Valentina Höll

Junge Salzburgerin will Elite bei Heim-WM aufmischen

Valentina Höll, Downhill, Leogang, Stefan Voitl
Lokalmatadorin Valentina Höll fiebert der WM in Leogang entgegen.

Downhill-Ausnahmetalent Valentina Höll erhält an den kommenden beiden Wochenenden die Chance, auf Heimstrecken zu ihren nächsten Coups zu rasen. Zunächst will die 18-jährige Salzburgerin anlässlich des internationalen Neustarts beim Crankworx in Innsbruck zuschlagen, ehe sie sich in Leogang (Pinzgau) bei ihrer ersten Elite-WM talwärts stürzt.

Leogang

Medaillen bei beiden Events –die ohne Zuschauer und unter strengen Corona-Vorkehrungen ablaufen – sind ihr durchaus zuzutrauen. Denn bereits im Vorjahr glänzte Höll nicht nur mit neuerlichen Junioren-Seriensiegen und ihrem zweiten -WM-Gold, bei zwei Weltcups hätte sie mit ihrer Siegerzeit sogar die Eliteklasse gewonnen. Prognosen über das aktuelle Kräfteverhältnis sind aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten wegen der Absage aller bisherigen Weltcups aber schwierig.

Höll: "Ich habe keine Ahnung, wo ich stehe"

Höll fühlt sich jedenfalls bestens gerüstet. "Ich habe alles dafür getan, dass ich gut vorbereitet bin. Ich habe aber keine Ahnung, wo ich stehe. Viele erwarten sich etwas, vergessen aber, dass ich noch nie ein Eliterennen gefahren bin", dämpfte Höll die hohe Erwartungshaltung etwas.

Mountainbike-WM steigt in Leogang

Nach corona-bedingt besonders langer Vorbereitungszeit samt erfolgreich absolvierter Matura ist ihre Anspannung vor allem in Hinblick auf die WM mittlerweile hoch. "Ich bin mega-nervös. In den letzten Monaten habe ich es noch herunterspielen können, aber jetzt steht es vor der Tür", gestand die Saalbacherin, die unterstützt von ihren Eltern bereits seit dem Kindergartenalter mit dem Bike unterwegs ist. Seit einigen Jahren mischt sie die internationale Szene auf, dennoch will sie sich vor den Heimrennen nicht unter Druck setzen lassen. "Wenn es heuer noch nicht hinhaut, habe ich noch immer mindestens zehn Jahre."

Ihre Fahrweise mit bewährter Dosierung des Risikos will sie beibehalten. "Ich tue nie etwas, ohne mir zu 100 Prozent sicher zu sein. Ich fahre schon mit Hirn." Das habe ihr sicher auch schon den einen oder anderen Sturz erspart, ist sie sich sicher. Ganz ohne Verletzungen lief aber auch ihre noch junge Karriere nicht ab, zum Glück sei bisher "noch nichts Schlimmeres" passiert, so Höll. Kleinere Blessuren gehören quasi zum Geschäft, mit zwölf Jahren erlitt sie jedoch eine Nierenverletzung, im Vorjahr wurde sie von einem Kapselriss in der Schulter gebremst.

Keine Zuschauer bei Highlight-Events

Heuer blieb Höll von Verletzungen verschont, und auch das in Ruhe absolvierte Training lässt auf Erfolge hoffen. "Das wird eine extrem spannende, kurze Saison. Das ist heuer komisch, sonst ist es im August schon fast wieder vorbei." Nach dem Crankworx-Event in Tirol, das auch Slopestyle und Pumptrack-Bewerbe zu bieten hat, und der WM stehen im Oktober noch zwei Weltcups in Slowenien und Portugal auf dem Programm.

Auf die Unterstützung des Publikums und ihrer Familie muss Höll in Innsbruck und Leogang aufgrund der Corona-Beschränkungen verzichten. Dass sie die Innsbrucker Strecke im Renntempo noch nicht kennt, bringt sie ebensowenig aus der Ruhe wie das befürchtete Schlechtwetter mit besonders rutschigen Passagen. "Ich mag nasse Bedingungen ganz gerne. Ich habe nichts gegen Regen, nur sobald es kalt wird, ist es unangenehm."

Weniger gut findet der Teenager die starke Fixierung auf Social-Media-Inhalte, der sie sich aus Marketinggründen auch nicht entziehen kann. "Ich verbringe leider viel zu viel Zeit auf Instagram. Ich finde es schade, dass gerade heuer ohne Wettkämpfe so viel auf Social Media geschaut wird", so Höll, die seit mehreren Jahren auf YT-Bikes unterwegs ist und auch vom Saalbach-Tourismus und Red Bull unterstützt wird.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 25.10.2020 um 06:47 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportmix/mountainbike-wm-in-leogang-heimspiel-fuer-salzburgerin-valentina-hoell-93538450

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