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Salzburgs Sport-Asse

Eine Tirolerin schmettert für PSVBG Salzburg

Junge Volleyballerin soll Führungsspielerin werden

Die Augen sind konzentriert auf den Ball gerichtet, das Timing bei Anlauf und Sprung stimmt, dann donnert Patricia Maros das Spielgerät über das Netz. Die 19-jährige Volleyballerin spielt seit dieser Saison für die Bundesliga-Damen der PSVBG Salzburg. Vor dem Training nahm sich das Sport-Ass für SALZBURG24 Zeit und sprach über ihre Rivalität mir ihrer Schwester, die Gründe für das Verpassen des Meister-Play-offs und warum es sie überhaupt nach Salzburg gezogen hat.

Es ist Tempo drinnen bei diesem Montagstraining im Universitäts- und Landessportzentrum Rif. Die Volleyballerinnen des PSVBG Salzburg donnern die Bälle durch die Sporthalle, in der sie auch ihre Heimspiele austragen. Zwei Spielerinnen greifen an, ein Duo auf der anderen Seite des Netzes verteidigt. Dann werden die Paarungen im Rad durchgetauscht. Mittendrin im Geschehen bei dieser Übung ist auch Patricia Maros.

PSVBG mit Höhen und Tiefen

Die 19-Jährige kam im Sommer aus ihrer Heimat Hall in Tirol nach Salzburg. Dort erlebte sie mit der PSVBG einen durchwachsenen Grunddurchgang mit Platz sieben am Ende. „Es war bislang eine Saison mit Höhen und Tiefen. Leider waren wir nicht so konstant“, resümiert Maros. Früh in der Saison brach sich Legionärin Leah Shevkenek den Knöchel. Saisonaus für die Kanadierin und ein bitterer Rückschlag für Salzburgs Volleyballerinnen.

ITV Patricia Maros SALZBURG24/Wurzer
Patricia Maros (li.) im Gespräch mit SALZBURG24-Redakteur Johannes Posani.

Trotz anhaltender Verletzungssorgen hielt das von Salzburgs „Mister Volleyball“ Ulrich Sernow trainierte Team bis zum letzten Spieltag den Kurs Richtung Meister-Play-offs. Eine 1:3-Niederlage gegen die Wildcats Klagenfurt ließ den Traum schließlich platzen, die Salzburgerinnen spielen nun im unteren Play-off um den Klassenerhalt. „Wir geben jetzt noch einmal alle Vollgas und dann schaffen wir es sicher, Platz sieben zu verteidigen“, gibt sich Maros kämpferisch. Was sie so sicher macht? „Wir haben alle Teams aus dem unteren Playoff heuer bereits geschlagen“, begründet die ausgebildete Kindergartenpädagogin ihren Optimismus.

Maros soll Führungsspielerin werden

Die 19-Jährige ist eine Frohnatur, lacht gerne und beantwortet die Fragen höflich und ehrlich. Ihr Coach Uli Sernow sagt zu SALZBURG24 über Maros: „Sie ist eine junge Spielerin, die von ihrer emotionalen Seite sehr profitiert, lebt und diese auch braucht. Sie war früher im Nachwuchs häufig Kapitänin, und ist sicher eine, die einmal zu einer richtig guten Führungsspielerin heranwachsen kann.“

Maros sagt über sich selbst, dass sie jemand ist, der gerne Stimmung im Team macht: „Ich mag es nicht, wenn das Training so ruhig ist“, erklärt sie. Für sie gehört der eine oder andere Scherz dazu. Der Spaß am Volleyball gehe ihr selbst nie verloren: „Ich freue mich auf jedes Training“, betont die 19-Jährige, die den Sport vor allem auch schätzt, weil es eine Mannschaftssportart ist.

Außenangreiferin will Libero sein

Die größte Freude empfindet sie während eines Spiels nicht unbedingt, wenn sie selbst für einen Punktgewinn verantwortlich ist: „Am meisten taugt es mir, wenn ich einen schwierigen Ball gerade noch rette und wir als Team daraus einen Punkt machen“, erzählt Maros. Die 1,75 Meter große Außenangreiferin liebt es, zu verteidigen. „Ich wäre eigentlich gerne Libero. Aber dafür bin ich etwas zu groß. Für meine Position als Außenangreiferin wäre ich für meinen Geschmack aber gerne noch etwas größer“, schmunzelt die Tirolerin. An ihrer Sprungkraft müsse sie daher noch arbeiten, um die fehlenden Zentimeter am Netz auszugleichen.

Familienduell im Hause Maros

Acht Zentimeter fehlen ihr auch, wenn sie sich am Netz mit ihrer um drei Jahre älteren Schwester Nikolina duelliert. „Durch sie bin ich zum Volleyball gekommen“, erinnert sich die PSVBG-Angreiferin zurück. Mit sechs Jahren begann Maros in Tirol zunächst Seite an Seite mit ihrer Schwester mit dem Volleyballspielen, mittlerweile sind die beiden Ligarivalinnen. Nikolina spielt beim amtierenden Meister ASKÖ Linz/Steg, der auch heuer den Grunddurchgang gewonnen hat. Treffen Linz und Salzburg aufeinander, gibt es auch ein Schwesternduell im Hause Maros: „Sie ist Diagonalangreiferin, das heißt, wir stehen uns am Netz direkt gegenüber“, berichtet die 19-Jährige, die das Duell mit ihrer Schwester zusätzlich anspornt: „Da geben wir beide immer besonders Vollgas.“

Spielbericht: PSVBG Salzburg – Wildcats Klagenfurt 1:3(-23,17,-23,-17) Damenentscheidung für das Play Off Ticket fällt...

Gepostet von PSvBG Salzburg am Mittwoch, 5. Februar 2020

Wem die Eltern in diesem Duell die Daumen drücken? „Meine Mama ist immer für das schlechtere Team. Mein Papa sagt, dass das bessere Team gewinnen soll“, erzählt die Tirolerin, deren kleinste Schwester mittlerweile auch begeistert Volleyball spielt.

Sernow überzeugte Tirolerin

Während Nikolina um dem Meistertitel spielt, muss ihre kleine Schwester in Salzburg kleinere Brötchen backen: „Ich glaube, Linz hat im Vergleich zu Salzburg mehr und auch größere Sponsoren. Ich fände es cool, wenn sich auch in Salzburg mehr Sponsoren finden würden“, betont Maros, die vor ihrem Engagement in der Mozartstadt für den VC Tirol spielte.

ITV Patricia Maros SALZBURG24/Wurzer
Coach Ulrich Sernow (li.) nahm sich während des Trainings Zeit für ein lockeres Gespräch mit S24-Redakteur Johannes Posani.

Nach Salzburg zog es die Tirolerin vor allem wegen des Trainers: „Ich wollte einfach etwas Neues probieren und einmal weg von Zuhause. Ich habe ein paar Angebote bekommen, darunter auch von Salzburg. Uli Sernow war mir gleich sympathisch.“ Auch eine Stelle als Kindergartenpädagogin fand Maros recht schnell in der Landeshauptstadt. Mittlerweile hat sich die 19-Jährige gut eingelebt: „Salzburg ist brutal schön, mir taugt es hier, die Leute sind sehr nett.“

Volleyballerin will mit PSVBG Salzburg hoch hinaus

Die Chancen stehen daher gut, dass die Außenangreiferin längerfristig in Salzburg aufschlägt: „Ich kann mir einen Verbleib sehr gut vorstellen“, verrät Maros, die von einer Top-3-Platzierung mit der PSVBG träumt. Auch ihr Coach will sie „unbedingt halten“. Geht es nach Sernow, soll die 19-Jährige Stück für Stück in eine Führungsrolle hineinwachsen. Auch der Einzug in die Meister-Play-offs soll kommende Saison klappen. Am besten mit Maros‘ Hilfe.

Wer die PSVBG-Volleyballerinnen anfeuern möchte, hat am 15. März wieder die Möglichkeit dazu. Die Bundesliga-Damen treffen im unteren Play-off um 18 Uhr in Rif auf Hartberg.

(Quelle: SALZBURG24)

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