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Salzburgs Sport-Asse

Warum die Handballer in Bayern spielen

UHC Salzburg mit verkorkstem Saisonstart

Nach dem Aufstieg in die Bayerische Bezirksoberliga ist der UHC Salzburg mit zwei hohen Niederlagen in die neue Spielzeit gestartet. Bevor am Samstag (18 Uhr) der TSV Allach II im Sportzentrum Nord gastiert, haben wir die Burschen beim Training besucht.

Salzburg

"Bislang zahlen wir Lehrgeld", sprudelt es aus UHC-Obmann Thomas Manhart heraus, als wir zum Training in den Salzburger Stadtteil Liefering kommen: "Der Vorjahres-Dritte hat uns zum Auftakt ziemlich aus der Halle geballert." Zuletzt verlor man auch noch mit neun Toren Unterschied in Vaterstetten. Zwei Niederlagen aus zwei Spielen bedeutet der letzte Tabellenplatz.

UHC Salzburg spielt in Bayern

"Ich glaube, dass es heuer schwer wird und wir gegen den Abstieg kämpfen müssen. Unser Trainer sieht uns eher im Mittelfeld. Ich freue mich natürlich, wenn er Recht behalten sollte", schmunzelt Manhart. Man könne zwar spielerisch mithalten, aber kleine Fehler würden in der Bayerischen Bezirksoberliga viel konsequenter bestraft werden. Der 51 Jahre alte Obmann ist seit seinem 14. Lebensjahr UHC-Mitglied und hat den Verein nie gewechselt.

Sportportrait: UHC Salzburg SALZBURG24 / WURZER
UHC-Obmann Thomas Manhart im Gespräch mit S24-Redakteur Thomas Pfeifer.

Aber warum eigentlich Bayern? In Österreich gibt es neben der Bundesliga lediglich zwei weitere Spielklassen. "Wir haben Anfang der 2000er-Jahre gemerkt, dass wir chancenlos in der oberösterreichischen Landesliga waren", blickt Manhart zurück. Also entschloss man sich zum Grenzübertritt. "Bayern ist wegen der räumlichen Nähe perfekt für uns. Eine Auswärtsreise nach München ist nicht viel anders als nach Linz zu fahren – zumindest noch vor den Grenzkontrollen."

Sportportrait: UHC Salzburg SALZBURG24 / WURZER
Der UHC Salzburg spielt in der Bayerische Bezirksoberliga.

Nach einem Jahr in Bayern ging es schließlich wieder für einige Jahre zurück nach Oberösterreich, "weil wir trotz Tabellenführung nicht aufsteigen durften. Da waren wir natürlich ziemlich bedient." Als der UHC nach einem erneuten mehrjährigen Intermezzo 2012 wieder in Bayern landete, fand man rasch Anschluss in der Bezirksliga. Vor dem letzten Sommer gelang schließlich der Aufstieg, höher als die Landesliga ist das Salzburger Team nicht spielberechtigt. "Das ist auch ganz weit weg", dämpft Manhart die Erwartungen. "Wir müssen uns in der neuen Liga erstmal eingewöhnen."

Handballer im Sportzentrum Nord gefordert

Und mit dem FC Bayern München ist heuer auch ein richtig klangvoller Name dabei. "Vom Namen her ist das sicher schön für unsere Bayern-Fans im Team, auch wenn es aus sportlicher Sicht kein großartig anderer Gegner in dieser Liga ist." Das UHC-Auswärtsspiel beim FC Bayern steigt übrigens am österreichischen Nationalfeiertag am 26. Oktober.

Vorher geht es aber am Samstagabend im Sportzentrum Nord gegen die zweite Mannschaft des TSV Allach. Zu Saisonbeginn sei es besonders schwierig gegen zweite Mannschaften höherklassiger Teams zu spielen. "In Bayern gibt es die Festspielen-Regel: Wenn zwei Mal in einer höheren Liga gespielt wurde, darf man nicht mehr in der unteren mitgemacht werden. Deswegen will man solche Mannschaft nur ungern zum Saisonbeginn haben."

UHC-Neuzugang im Interview

Der 30-jährige UHC-Neuzugang Benedikt Sperl ist studierter Sportwissenschaftler und arbeitet selbstständig in einer Event-Agentur. Für uns hat er sich am Rande des Trainings ein paar Minuten Zeit genommen.

SALZBURG24: Wann hast du mit Handball angefangen?

BENEDIKT SPERL: Ich war fünf oder sechs Jahre alt, als mich mein Vater das erste Mal zum Handballtraining in meinen Heimatverein TSV Schongau (Bayern, Anm.) geschickt hat. Dort habe ich dann alle Jugendklassen durchlaufen. Danach bin ich zu Marktoberdorf gewechselt, weil die höherklassig gespielt haben. Später kam ich dann für vier Jahre nach Traunstein, wo ich unseren jetzigen Trainer, Herbert Wagner, kennengelernt habe. Nebenher ging auch mein Sportstudium in Salzburg los.

Was waren deine größten Erfolge im Handball?

Das war der Aufstieg in die bayerische Landesliga mit Traunstein. Wir hatten damals eine geile Truppe und mit viel harter Arbeit haben wir es tatsächlich eine Liga nach oben geschafft. Danach hat sich die Mannschaft verflüchtigt und ich bin in Salzburg zum Football gewechselt.

Was hat dir dein Football-Abenteuer bei den Salzburg Bulls gebracht?

Mehr Gewicht in erster Linie (lacht). Angefangen als Receiver bin ich dann bei den Linebackern in der Defensive gelandet. Das hat sich auch gut mit meinen Erfahrungen im Handball gedeckt, weil ich hauptsächlich in der Abwehr spiele. Football hat mir viel Spaß gemacht. Jetzt bin ich aber glücklich, wieder beim Handball zu sein.

Was macht Handball so faszinierend?

Im Football kann ein Einzelner ein Spiel entscheiden, und das geht im Handball nicht. Du brauchst deine Mannen neben dir, sonst kriegt man es nicht hin. Wenn du eine gute Truppe hast, dann gibt dir der Handball auch viel zurück und es macht unfassbar gute Laune. Das geile ist, dass du Körperkontakt ohne Schutz hast. Das macht halt schon mehr Spaß.

Sportportrait: UHC Salzburg SALZBURG24 / WURZER
UHC-Neuzugang Benedikt Sperl beim S24-Interview.

Was investiert du alles für deinen Sport?

Mittlerweile nicht mehr ganz so viel. Als ich noch studiert habe, sind fürs Training schon einige Vorlesungen draufgegangen. Neben den Hallenzeiten gehe ich in die Kraftkammer und regelmäßig laufen. Man muss sich schon fit halten, um auf bestimmten Positionen bestehen zu können. Ich versuche jeden Tag Sport zu machen.

Welche Ziele hast du noch mit dem Handball?

Eigentlich nur noch Spaß haben – das ist das Wichtigste. Ich tue auch alles dafür, dass wir gewinnen. Aber Erfolg ist mittlerweile zweitrangig. Der Rest kommt von alleine.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 20.11.2019 um 04:22 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportmix/salzburgs-sport-asse-warum-der-uhc-salzburg-in-bayern-spielt-77781229

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