Jetzt Live
Startseite Sportmix
Ab morgen in Kraft

Sportverbot im Tennengau sorgt für Chaos

Corona-Regeln wirbeln Bezirk Hallein durcheinander

Fußball, verboten Bilderbox
Im Salzburger Tennengau sorgen die Corona-Verschärfungen im Sport für viel Chaos. (SYMBOLBILD)

Das Ergebnis des gestrigen Krisengipfels mit Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) und 13 Tennengauer Bürgermeistern trifft auch den Sport sehr hart. Im gesamten Bezirk Hallein wurde ab morgen ein generelles Veranstaltungsverbot ausgesprochen. Davon betroffen sind auch Sportveranstaltungen und dazugehörige Trainings. Auch im ULSZ Rif stehen Veränderungen an.

Hallein

Am Montag darf noch gekickt, geschwommen und geschmettert werden. Denn ab Dienstag werden Fußball, Schwimmen sowie Volleyball und Fußball komplett verboten. Haslauer begründet die Verschärfungen – wie bereits berichtet – als Schutzmaßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus.

ULSZ Rif will Betrieb aufrecht erhalten

Als Sport-Hotspot im Tennengau gilt das Universitätssportzentrum (ULSZ) in Rif. Während des Corona-Lockdowns war die Sportstätte für eineinhalb Monate so wie viele Einrichtungen des Landes geschlossen. Von einer kompletten Schließung geht ULSZ-Direktor Wolfgang Becker derzeit nicht aus. "Der Breitensport und die USI-Kurse werden stillgelegt. Ob die Profi-Sportler weiterhin trainieren dürfen, wird derzeit diskutiert", erklärt Becker im Gespräch mit SALZBURG24.

Aus dem Büro von Sportlandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) ist folgendes zu vernehmen: "Nähere Details muss die Gesundheitsbehörde entscheiden. Für die Vereine und die Sportler wäre ein kompletter Stillstand sehr tragisch."

Sportzentrum Rif, ULSZ, Wolfgang Becker, Stefan Schnöll SALZBURG24/ANDONOV
ULSZ-Direktor Wolfgang Becker (li.) und Sportlandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) prüfen, wie der Betrieb in Rif aufrecht erhalten werden kann.

In Rif trainieren neben den Fußball-Regionalligisten Austria Salzburg und Grödig auch die Wintersportler rund um Stefan Kraft, Karateka wie Alisa Buchinger sowie Heeressportler, die Schwimmer, Leichtathleten, Volleyballer etc.

Chaos im Breitensport kündigt sich an

Doch nicht nur der Standort Rif, sondern auch bei den elf Tennengauer Fußballvereinen wird inklusive Nachwuchsbetrieb vieles durcheinander gewirbelt. Der Fußball-Verein SV Kuchl, der derzeit in der Regionalliga Salzburg auf Rang eins steht und den Aufstieg in die überregionale Westliga mit Tirol und Vorarlberg anstrebt, will die endgültige Verordnung und die Regeln des Salzburger Fußballverbandes (SFV) abwarten.

"Wir hoffen, dass wir zumindest morgen beim SAK 1914 antreten dürfen. Ob wir danach daheim, in einem anderen Gau trainieren oder eventuell auf einer neutralen Spielstätte unsere Duelle abhalten dürfen, steht in den Sternen", sagt Obmann Sebastian Wimmer auf S24-Anfrage.

Für Wimmer sind die Maßnahmen nicht nachvollziehbar. Der Klubchef spricht von "fragwürdigen Verschärfungen", denn derzeit seien beim Sport und speziell im Fußball keine Infektionen bekannt. "Wir wollen auf jeden Fall die Meisterschaft regulär zu Ende bringen, aber wenn das so weiter geht ist damit zu rechnen, dass die Saison nicht fertig gespielt werden kann", betonte Wimmer.

SFV arbeitet an Lösungen für Unterhaus-Fußball

Auch beim SFV rauchen derzeit die Köpfe. Der Verband bastelte am Montag an den Regeln für den Spielbetrieb und gab folgendes bekannt: Ein Tennengauer Verein ist vom 14. Oktober bis einschließlich 26. Oktober – sofern keine andere Platzwahl möglich ist – verpflichtet, sein Heimspiel abzusagen. Zudem können Vereine bei fehlenden Trainingsmöglichkeiten Auswärtsspiele ohne Zustimmung des Gegners abzusagen.

(Quelle: SALZBURG24)

Das sind die strengeren Maßnahmen im Tennengau

Coronavirus, Test, SB APA/HANS PUNZ

Angesichts der im gesamten Bundesland Salzburg und regional besonders im Tennengau stark zunehmenden Zahl von Coronavirus-Infektionen hat die Landespolitik Sonntagnachmittag schärferer Maßnahmen zur Eindämmung des Virus beschlossen.

Die neuen Regeln gelten für den kompletten Tennengau, für Kuchl gibt es extra Maßnahmen. „Wir haben die Spitzenwerte vom März wieder erreicht. Ein zweiter Lockdown wäre aber eine Katastrophe. Leider müssen wir die soziale Nähe reduzieren, denn der private Bereich ist massiv betroffen, hier passieren viele Infektionen und das Contact-Tracing, um die Infektionsketten zu unterbrechen, stößt trotz aller Verstärkungen und Bemühungen an die Grenzen des Bewältigbaren“, erklärt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) nach einem Gespräch mit den Tennengauer Bürgermeistern am Sonntagnachmitttag. Die Maßnahmen wurden am Abend bekannt gegeben.

Covid-19-Regeln im Tennengau

  • Komplettes Veranstaltungsverbot (Sport/Musik/Feuerwehrübungen und so weiter)
  • Privatpartys außerhalb des Wohnraums sind untersagt, was von der Exekutive umfangreich und rigoros kontrolliert wird.
  • An Begräbnissen können maximal 100 Personen teilnehmen
  • Kindergartenfremde Personen (inklusive Eltern) dürfen den Kindergarten nicht betreten, sondern sich von den Kindern vor der Türe verabschieden
  • Turnhallen werden für den außerschulischen Bereich geschlossen

Sondermaßnahmen für Kuchl

  • Gastronomie ab 17 Uhr geschlossen
  • Besuchsverbot für Pflege- und Senioreneinrichtungen (ausgenommen Palliativversorgung)

Vorläufig gelten die Maßnahmen für den Tennengau und für Kuchl von Dienstag, 13.Oktober, 00.00 Uhr bis Montag, 26. Oktober, 24.00 Uhr.

Neuer Rekord in Salzburg

In Salzburg hat es in den vergangenen zwei Tagen einen Rekord - seit Beginn der Pandemie - bei der Zunahme der Corona-Infektionszahlen gegeben. Besonders stark sind die Zahlen im Tennengau gestiegen. Dabei gebe es zwei feststellbare Hotspots, denen eine größere Zahl an Infizierten eindeutig zuordenbar sei: Nach einer privaten Hochzeitsfeier gebe es aktuell mehr als 20 Infektionen und 100 Kontaktpersonen würden sich in Quarantäne befinden. Das Contact Tracing sei aber noch nicht abgeschlossen, die Behörden seien noch intensiv am Arbeiten. Als zweiter Hotspot gelte eine Pflegeeinrichtung, bei der mittlerweile vier Mitarbeiter und fünf Bewohner positiv auf Covid-19 getestet wurden. Drei dieser Bewohner wurden ins Uniklinikum Salzburg überstellt, zwei werden weiter in der Einrichtung betreut. Am Dienstag werden alle Bewohner und Mitarbeiter erneut durchgetestet.

Die Zahl der aktiv Infizierten im gesamten Bundesland betrug Sonntagmittag laut dem Epidemiologischen Meldesystem (EMS) 505 - davon befanden sich 145 Personen im Tennengau. Von Samstagmittag auf Sonntagmittag gab es 76 Neuinfektionen in Salzburg, 27 davon im Tennengau.

"Sorgenkind" Kuchl

Gab es Mitte letzter Woche im Bezirk Hallein noch rund 85 aktiv auf Covid-19 getestete Personen, so ist diese Zahl mit Stand Sonntag, 8.30 Uhr, auf 145 gestiegen. Auf 100.000 Einwohner gerechnet entspricht dies im Tennengau 238 Personen, der Landesschnitt beträgt zurzeit 90. Beim „Sorgenkind“ Kuchl mit 61 aktiven Fällen beträgt dieser Wert sogar 827. „Der Tennengau ist mit einer 7-Tages-Inzidenz von fast 200 schwer betroffen, es gibt aber auch eine dynamische Entwicklung in anderen Bezirken“, fasst Landesstatistiker Gernot Filipp zusammen.

Bezirk Hallein auf Corona-Ampel "orange"

Der Bezirk Hallein, der deckungsgleich mit dem Tennengau ist, ist der einzige Bezirk in Salzburg, der bei der Corona-Ampel auf orange und damit "hohes Risiko" gestuft ist. Das Land hatte die Maßnahmen gegen das Coronavirus im Tennengau bereits am Donnerstag verschärft, seit Freitag sind Sportveranstaltungen nur mehr ohne Zuschauer erlaubt und es wurde ein Aufruf zur freiwilligen Registrierung der Gäste bei den Gaststätten gemacht. Als landesweit Maßnahme gilt seit 25. September eine von 1.00 Uhr auf 22.00 Uhr vorverlegte Sperrstunde in der Gastronomie.

Aufgerufen am 26.10.2020 um 07:03 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportmix/sportverbot-im-tennengau-sorgt-fuer-chaos-94083493

Kommentare

Mehr zum Thema