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Vollgas oder Kraftsparen?

Warum Radfahren die Triathlon-Paradedisziplin ist

Salzburger Athleten Lukas Hollaus und Philip Pertl klären auf

Raus aus dem Wasser, rauf aufs Rad und Vollgas: Das Radfahren ist nach dem Schwimmen die zweite Disziplin im Triathlon. Warum eine gute Leistung am Bike rennentscheidend ist, erklären uns die beiden Salzburger Top-Triathleten Lukas Hollaus und Philip Pertl.

Niedernsill, Bad Gastein

Heute folgt der Startschuss zur elften Auflage des Trumer Triathlons. Diesmal coronabedingt jedoch – wie bereits berichtet – unter speziellen Voraussetzungen. In unserer "Fitness-Serie" beschäftigen wir uns nach der Leistungsdiagnostik und dem Schwimmen nun mit dem Radsport.

Gleich zu Beginn geht es bei einem Triathlon am Fahrrad zur Sache. Denn nach dem Schwimmen suchen und finden sich die Fahrergruppen, die für die bevorstehende Strecke zusammenbleiben – und auch zusammenarbeiten: „Auf den ersten fünf Kilometern gibt man alles“, erzählt Lukas Hollaus im Gespräch mit SALZBURG24.

 

Krafteinteilung am Rad wichtig

Auf der olympischen Distanz wartet nach 1.500 Metern Schwimmen eine 40 Kilometer lange Radstrecke, ehe zum Schluss zehn Kilometer zu Laufen sind. Das Haushalten mit den eigenen Kräften und eine ökonomische Fahrweise seien am Fahrrad daher besonders wichtig. „Richtung Ende wird es wieder intensiver, weil jeder als Erster vom Rad steigen will“, weiß Hollaus vom Skinfit Racing Team.

 

Kopf im Triathlon entscheidend

Die Fahrergruppe habe auch insofern einen hohen Stellenwert, da im Triathlon das Fahren im Windschatten erlaubt ist: „Natürlich versucht man sich daher so gut wie möglich zu schonen und nicht zu viel im Wind zu fahren, damit man noch ein paar Körner fürs Laufen übrig hat“, erläutert Philip Pertl, der bei der Staatsmeisterschaft 2018 den zweiten Platz belegte und Athlet im Skinfit Racing Tri Team ist.

Philip Pertl SALZBURG24/Privat
Triathlet Philip Pertl in Action.

Wie so oft im Spitzensport spielt auch im Triathlon der Kopf eine wichtige Rolle: „Man sollte auf alle Fälle mental stark sein. Das ist neben der physischen Komponenten wohl das Wichtigste“, betont Pertl. „Die Leistungen der Top-Athleten liegen so nahe beieinander, sodass es immer darauf ankommt, wer im Kopf am stärksten ist.“

Neben der mentalen Komponenten ist für das Radfahren auch technisches Können Voraussetzung, weiß Pertl. Dazu müsse man ein „wilder Hund sein“. Lukas Hollaus nennt noch weitere Fähigkeiten: „Das Verhalten in der Fahrergruppe ist ebenso wichtig. Ich versuche häufig, die Gruppe zu organisieren, weil ich zu den besseren Fahrern gehöre“. Zudem sei es nützlich, wenn man das Rennen „ein bisschen lesen“ könne, um die eigenen Kräfte bestmöglich einzuteilen.

Sowohl Hollaus als auch Pertl sehen im Radfahren ihre Triathlon-Paradedisziplin.

Was ein guter Radfahrer mitbringen muss

Im Vergleich zu Straßenradrennen wie der Tour de France sieht das Streckenprofil für die Triathleten anders aus: „Im Rennen haben wir meist eine fünf Kilometer lange Strecke, die wir acht Runden lang fahren“, erzählt Hollaus. Da viele Rennen in Großstädten stattfinden, sind die Routen mitunter sehr kurvig und verwinkelt. „Dadurch haben wir ständige Rhythmuswechsel. Das heißt, wir müssen immer wieder bremsen, um dann wieder in die Pedale zu treten.“ Das gilt es in der Vorbereitung speziell zu trainieren. „Es kommt also darauf an, dass du nach den Kurven wieder richtig schnell beschleunigen kannst.“

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Gepostet von Philip Pertl - Triathlet am Montag, 29. Juni 2020

Tipps von den Top-Athleten Hollaus und Pertl

Die meiste Zeit seines Trainings nimmt für Hollaus das Radfahren ein: „Ich bin nicht der beste Schwimmer, daher ist bei mir die Gewichtung beim Radfahren sehr hoch, weil ich schauen muss, dass ich nach vorne komme. Für mich entscheidet sich am Rad häufig, ob das Rennen gut wird oder nicht.“ Zur Vorbereitung stehen für den Salzburger Ausfahrten von bis zu fünf Stunden auf dem Programm.

Welche Tipps die beiden Top-Athleten für andere Sportler haben? „Das Allerwichtigste beim Radfahren ist, dass man locker fährt. Man sollte größtenteils wirklich in einem Bereich fahren, der vielen vielleicht als zu langsam vorkommt“, erläutert Hollaus. „Ich fahre in meinem Training sicher 80 bis 90 Prozent der Zeit in einem sehr niedrig intensiven Bereich. Aber das ist genau der Bereich, den ich beim Rennen brauche, damit ich eine Topleistung abrufen kann.“ Pertl bläst ins selbe Horn: „Wir haben jahrelang hauptsächlich locker trainiert und damit große Fortschritte gemacht.“

Rennrad-Paradies Salzburg

Wer in Salzburg eine Ausfahrt mit dem Rennrad plant, dem bieten sich schier unendliche Möglichkeiten: „Wir sind hier im absoluten Rennrad-Paradies“, ist sich auch Hollaus bewusst. „Man kann auf die Berge fahren, es gibt flache, es gibt hügelige Routen. Wir haben alles in der Umgebung.“ Dem Training vor der eigenen Haustüre steht so nichts im Weg.

Beliebte Radstrecken von Hollaus und Pertl

  • Alte Wiestalstraße
  • Postalm
  • Richtung Chiemsee
  • Rossfeld
  • Um den Untersberg
  • Wiestal – Hintersee – Fuschlsee – Plainfeld – Gnigl
(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 04.08.2020 um 12:54 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportmix/triathlon-radfahren-entscheidet-ueber-top-platzierung-90212299

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