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Anna Veith erhielt Großes Ehrenzeichen der Republik

Ein "emotionaler Moment" für Veith, früher bekannt als Fenninger Salzburg24
Ein "emotionaler Moment" für Veith, früher bekannt als Fenninger

Skirennläuferin Anna Veith hat am Mittwoch in Wien das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich erhalten. Die Laudatio hielt Annemarie Moser (Pröll), die Übergabe der Auszeichnung nahm Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (S) vor. Die Salzburgerin, die kürzlich geheiratet hat, will bereits im Juli auf die Skier zurückkehren, wie sie in Wien ankündigte.

Veith hat nach Riesen-Erfolgen im Nachwuchsbereich sowie einer harten und erfolglosen Phase beim Übergang in den Weltcup in den vergangenen Jahren die alpine Skiszene dominiert. Zwei Weltcup-Gesamtsiege, sowie Goldmedaillen bei Olympia 2014 und den Weltmeisterschaften 2011 und 2015 machten sie zu einer der erfolgreichsten Rennläuferinnen der Gegenwart, 2011 hatte sie deshalb schon das Goldene Ehrenzeichen verliehen bekommen.

Vergangenen Winter musste die 26-jährige Gewinnerin von mittlerweile insgesamt fünf WM- und zwei Olympia-Medaillen aber passen, weil sie sich unmittelbar vor dem Saisonstart eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte. Umso erfreuter nahm die frisch verheiratete Veith am Mittwoch im Kongresssaal des BKA die vom Bundespräsidenten verliehene Auszeichnung an.

"Das war ein sehr emotionaler Moment", gestand die Rennläuferin, nachdem sie das Publikum bei der von The Makemakes-Sänger Dominic Muhrer musikalisch auf der Gitarre begleiteten Zeremonie das Publikum mit "Hallo, Servus, Griaß eich", begrüßt hatte. Die Verletzungspause habe ihr Zeit gegeben, alle Erfolge reflektieren zu können, sagte Veith dann. Es erinnere sie stets daran, dass alle ihre Erfolge aus Niederlagen gewachsen seien.

"Deshalb sind Moment wie diese die schönsten. Sie zeigen, wofür ich jeden Tag kämpfe. Nämlich dahin zurück zu kommen, wo ich mal war", sagte die sichtlich gerührte Skirennfahrerin und ergänzte: "Ich möchte mich bei der Republik Österreich bedanken für diese große Ehre, diese Auszeichnung zu bekommen. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als den heutigen."

Veith war als Nachwuchsläuferin lange als die "Neue Pröll" bezeichnet worden. Einen Vergleich, den die sechsfache Weltcup-Gesamtsiegerin Moser (Pröll) für unpassend hält. "Jede Ära hat ihre sportlichen Gesichter. Du bist die Anna, ich die Annemarie. Ich durfte zu meiner Zeit dem Sport ein bisschen den Stempel aufrücken, du tust es heute", sagte die 63-jährige Skilegende aus Salzburg in ihrer Rede.

Veith habe letztlich alles erreicht, was sie sich erträumt habe und sei dabei zu einer großen Persönlichkeit gereift. "Die Verleihung heute ist ein würdiges Dankeschön dafür. Ich freue mich auf dein Comeback", ergänzte Österreichs "Jahrhundertsportlerin" und verwies vor einer innigen Umarmung auf ein wichtiges Detail. "Alle sportlichen Erfolge sind wunderbar, werden aber zur Nebensache im Vergleich zur harmonischen und glücklichen Beziehung zweier Menschen."

Die Übergabe der Auszeichnung nahm Ostermaier deshalb vor, weil Werner Faymann wenige Tage davor als Bundeskanzler zurückgetreten war und Sportminister Hans Peter Doskozil beruflich verhindert war. "So gesehen habe ich doppeltes Glück gehabt, dass ich hier stehen darf", sagte Ostermayer und lobte Veith als Vorbild für viele Menschen. "Wir danken für das, was Sie getan und geschaffen haben."

Und auch wenn Spitzensportler in erster Linie für sich selbst siegten, "spielt dies gleichzeitig eine sehr wesentliche Rolle für die Reputation und Bekanntheit des Landes", sagte Ostermayr. "Also danke für die großartige Leistung einer großartigen Tochter dieses Landes."

Veith hat sich rund ein halbes Jahr nach ihrer schweren Knieverletzung ein sehr hohes Ziel gesetzt. Die Salzburgerin will im Juli wieder auf die Skier zurückkehren und im Oktober in Sölden, wo sie im vergangenen Oktober im Training folgenschwer gestürzt war, wieder am Start eines Weltcup-Rennens stehen.

"Ich habe mir die Ziele sehr hoch gesetzt, ob ich in Sölden wieder mein erstes Rennen bestreite, glaube ich erst, wenn ich dort am Start stehe. Die Verletzung war sehr schwer und dauert ein Jahr, bis sie verheilt ist. Jetzt sind es sechs Monate, ich bin erst bei der Halbzeit. Das Ziel (Anm.: für die Rückkehr auf die Ski) war immer der August, vielleicht klappt es sogar ein bisschen früher, nämlich schon im Juli", sagte Veith am Mittwochabend in Wien.

Sie wisse aber um die Schwere ihrer Verletzung. Und ihr Körper sage ihr ohnehin, wo es auf dem Weg zu ihrem Comeback "langgeht", meinte die 26-Jährige, die derzeit weder laufen noch bergab gehen kann. Für eine Kampfansage an Lindsey Vonn und Lara Gut sei es jedenfalls noch viel zu früh, ergänzte die ehemalige Weltcup-Gesamtsiegerin.

(Quelle: S24)

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