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Spannendes Halbfinale

Thiem nach Krimi-Sieg über Djokovic im Endspiel

ATP-Finals in London am Sonntagabend

Ein Halbfinale zum Nägelbeißen haben die Tennis-Fans am Samstagnachmittag bei den ATP Finals in London geboten bekommen. Dominic Thiem besiegte den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic nach 2:54 Stunden mit 7:5,6:7(10),7:6(5) und steht zum zweiten Mal en suite im Endspiel. Am Sonntag trifft Thiem nun auf Daniil Medwedew.

Für Thiem war es sein 300. ATP-Einzel-Sieg, der ganz besonders war. Im Tiebreak des zweiten Satzes vergab der 27-jährige Niederösterreicher vier Matchbälle, über eine Stunde später verwertete er den sechsten. Der US-Open-Sieger und Vorjahresfinalist kämpft damit zum zweiten Mal in Folge um den Titel beim letzten ATP-Turnier des Jahres. Thiem hatte in den Gruppenspielen Vorjahressieger Stefanos Tsitsipas und Nadal bezwungen.

Wertvolle Siege für Thiem

Thiem hat damit wie im Vorjahr zwei der "big three" beim mit 5,7 Mio. Dollar dotierten Saison-Showdown der ATP geschlagen. Wie viel diese Siege über Roger Federer, Nadal und Djokovic wert sind, zeigt eine andere Statistik: Es war im 12. Duell der fünfte Sieg über den "Djoker" und damit ist Thiem neben Andy Murray (GBR) der einzige Spieler überhaupt, der gegen alle drei lebenden Tennis-Legenden zumindest fünf Siege errungen hat. Gegen Federer steht es 5:2, gegen Nadal 6:9.

861.000 Euro Preisgeld sicher

Mit diesem Erfolg, übrigens seinem fünften über eine aktuelle Nummer 1, hat Thiem schon einmal 800 ATP-Zähler und 861.000 US-Dollar (725.786 Euro) Preisgeld brutto sicher. Im Finale geht es um weitere 500 Punkte und zusätzliche 550.000 Dollar für Thiem.

"Das war sicher eine mentale Schlacht. Ich war so nervös im Tiebreak des zweiten Satzes", meinte ein erleichterter Thiem, nachdem er auf die TV-Kamera "300 :) Play for the Ocean" geschrieben hatte. "Gegen diese Legenden zu spielen, wird immer etwas Spezielles sein und auch hier ums Finale zu spielen, ist auch sehr besonders." Seine Annahme, dass er nach dem Triumph in Flushing Meadows bei großen Spielen nun befreiter sein werde, relativierte er.

"Das Match war so sehr auf der Kippe"

"Nach meinem ersten großen Titel in New York dachte ich, dass ich ein bisschen ruhiger sein würde, aber das war scheinbar ein Fehler", sagte er lachend in die wegen der Corona-Krise leere O2-Arena. "Ich war genauso nervös wie sonst, das Match war so sehr auf der Kippe. Ich bin unglaublich glücklich, dass ich durch bin."

Thiem will nun auch in London den letzten Schritt gehen. "Nachdem ich so hart gekämpft habe, möchte ich natürlich alles versuchen, um den Titel zu gewinnen.

Djokovic beeindruckt

Thiem hat von den vergangenen sieben Partien gegen den "Djoker" nun fünf gewonnen und sich für die knappe Fünf-Satz-Niederlage dieses Jahr im Finale der Australian Open revanchiert. Und Djokovic zeigte sich durchaus beeindruckt: "Was er bei 0:4 im Tiebreak gemacht hat, war unwirklich", erklärte der Serbe nach seiner knappen Niederlage. "Ich glaube nicht, dass ich schlecht gespielt habe. Ich habe alle meine ersten Aufschläge reingebracht. Er hat einfach auf die Bälle draufgefetzt und alles ist reingegangen. Was kann man da tun?", sagte Djokovic. "Ich muss einfach meinen Hut ziehen und sagen: 'Gratuliere'."

Neues Sieger-Gesicht in London

Djokovic hat durch diese Niederlage seinen angestrebten sechsten Titel bei den ATP Finals verpasst, womit er mit Rekordsieger Roger Federer gleichgezogen hätte. Die Niederlage sicherte zudem das nächste neue Siegersicht beim "Masters": Weder Rafael Nadal, noch Dominic Thiem und Daniil Medwedew haben dort bisher triumphiert. Es wird zudem nach Djokovic (2015), Andy Murray (2016), Grigor Dimitrow (2017), Alexander Zverev (2018) und Stefanos Tsitsipas (2019) den sechsten verschiedenen Sieger in Folge geben.

Thiem vs. Medwedew

Thiem liegt im Head-to-Head mit Medwedew mit 3:1 voran, dieses Jahr blieb er bei den US Open auf dem Weg zum Titelgewinn im Semifinale mit 6:2,7:6(7),7:6(5) siegreich. Für beide Akteure geht es um den zweiten Saisontitel. 

Der Russe setzte sich im vierten Duell mit Nadal erstmals durch, revanchierte sich damit auch für die Niederlage in der Gruppenphase bei der 2019er-Auflage des Saisonabschlussturnier der besten acht Spieler.

(Quelle: APA)

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