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Austria tankte gegen müden Meister Selbstvertrauen

Bullen haben offensichtlich zu viel gefeiert Salzburg24
Bullen haben offensichtlich zu viel gefeiert

Selbst der überlegene Meister ist alles andere als unschlagbar. Das hat die Wiener Austria am Mittwoch in der Fußball-Bundesliga eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Wiener fügten Red Bull Salzburg mit 3:0 die höchste Niederlage seit mehr als zwei Jahren zu. Die Salzburger wirkten im ersten Spiel nach der Meisterfeier am Sonntag sowohl im Kopf als auch in den Beinen nicht wirklich frisch.

Von ihren ausständigen Zielen soll sie das aber nicht abbringen. "Man hat der Mannschaft angemerkt, dass sie sich am Sonntag nach dem Spiel nicht so professionell verhalten hat wie normalerweise", meinte Salzburg-Trainer Roger Schmidt. Das sei allerdings auch erlaubt. "Ich weiß, dass sie am Samstag ein völlig anderes Gesicht zeigen wird, ihr wahres Gesicht." Dann geht es gegen Schlusslicht Wacker Innsbruck.

In Wien hatte Schmidt fünf Stammspielern eine Pause gegönnt. Die erste Hälfte sei nicht akzeptabel gewesen. "Das war eine der schlechtesten Leistungen überhaupt, die werden wir so auch nicht mehr anbieten", versicherte Schmidt. "Wir haben eine recht anspruchsvolle Spielweise. Das, was wir spielen wollen, geht nicht mit 50 oder 70 Prozent, sondern nur mit 100 Prozent. Das haben wir sehr deutlich gesehen."

Seit dem Europa-League-Aus im Februar 2012 gegen Metalist Charkiw (0:4 und 1:4) ist Salzburg nicht mehr so vorgeführt worden, unter Schmidt überhaupt noch nie. "Man sieht, was von uns übrig bleibt, wenn wir physisch und mental nicht in einem Topzustand sind", sagte der Salzburg-Coach. "Hier kann man aber auch in einem Topzustand verlieren." Passiert ist es den Bullen gegen die Austria seit Oktober 2011 (2:3) nicht mehr.

"Das war ein Ausrutscher, einer der wenigen in dieser Saison", meinte Verteidiger Martin Hinteregger. Auch die Austria oder Rapid hätten Qualität, erinnerte Schmidt. "Die Tabelle zeigt also auch, was wir heuer geleistet haben - trotz dieser Leistung", betonte der Deutsche. 25 Punkte liegen die davor zwölf Ligaspiele in Serie siegreich gebliebenenen Salzburger noch immer vor den Wiener Großclubs. Wichtigstes verbleibendes Saisonziel ist aber der Cuptitel. Am 15. April geht es im Viertelfinale auswärts gegen den WAC.

Für die Austria ist ein internationaler Startplatz das Ziel. "Das Selbstvertrauen ist für die nächsten Spiele ganz wichtig", meinte Trainer Herbert Gager, der den Bullen mit einer Dreierkette samt defensiven Flügelspielern den Zahn zog. "Das war genau das richtige Rezept, das haben wir natürlich auch ein bisschen bei Basel abgekupfert", sagte Innenverteidiger Manuel Ortlechner anlässlich des Europa-League-Outs der Bullen gegen die Schweizer.

"Die Idee hatte ich aber schon länger, schon vor Basel, weil Salzburg eine extrem gute Offensive hat", verriet Gager. Auf ein 4-4-2-System passe das 3-4-2-1, wie es der Austria-Trainer sieht, sehr gut. "Ich kann mir vorstellen, dass es irgendwann noch einmal zum Einsatz kommt. Wir haben ihnen wehgetan, das wird uns noch weiter nach vorne bringen. Noch ist aber nichts passiert."

Sieben Runden sind im Kampf um einen Europacup-Platz ausständig, am Sonntag gastiert die Austria in Ried. "Wir müssen dieses Niveau halten. So ein Spiel jede Woche abzurufen, ist aber ziemlich schwer", erklärte Gager. "Gegen Salzburg zu gewinnen, ist in dieser Saison nicht normal", ergänzte der starke Offensivmann Alexander Gorgon. "Für uns war das ein Schlüsselspiel."

Für Diskussionen sorgte das Spalier, das die Austria-Kicker dem frisch gebackenen Meister vor dessen erstem Spiel nach dem Titelgewinn gebildet hatten. Die eigenen Fans quittierten es mit Pfiffen. "Es ist traurig, dass wir uns dafür rechtfertigen müssen. Eigentlich sollte so etwas normal sein", sagte Ortlechner, einer der Mitinitiatoren der Aktion nach spanischem und englischem Vorbild.

Mit der starken Leistung, dem vierten Sieg in den vergangenen fünf Spielen, waren die Austria-Fans schnell versöhnt. "Respekt haben wir beim Spalier gezeigt, keinen Respekt auf dem Spielfeld", betonte Torhüter Heinz Lindner. "Auf dem Platz gibt es kein Pardon."

(Quelle: S24)

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