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EBEL startet mit neuen Formaten und altem Favoriten

Salzburg-Coach Ratushny will das Tempo anheben Salzburg24
Salzburg-Coach Ratushny will das Tempo anheben

Mit der Neuauflage des Finales der vergangenen Saison, neuer Zählweise und neuem Overtime-Format startet die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) am Freitag in die neue Saison. Red Bull Salzburg, das zum Auftaktschlager die Vienna Capitals empfängt, ist wieder erster Favorit und geht auf den Titel-Hattrick los, was seit den Zeiten der VEU Feldkirch (Meister 1994-1998) keinem Team mehr gelungen ist.

"Es gibt keinen großen Wechsel in unseren Zielsetzungen. Wir müssen nur jeden Tag ein bisschen besser spielen, besser trainieren. Dann, hoffen wir, haben wir das richtige Resultat. Aber unser Fokus ist auf die tägliche Arbeit gerichtet", erklärte Salzburg-Coach Daniel Ratushny.

Der Erfolg wird wieder mit viel Tempo und hoher Intensität gesucht. Anleitungen dafür holten sich die Salzburger im Ausland. Im Sommer wurden Top-Teams der europäischen Top-Ligen genau unter die Lupe genommen. "Die spielen wirklich ein sehr hohes Tempo, haben eine sehr hohe Intensität, bei einem gleichzeitig hohen Skill-Level. Für uns ist das ein großes Ziel, unser Niveau ein bisschen anzuheben. Wir wollen etwas schneller spielen, und auch ein bisschen effizienter", sagte der Kanadier, der im Zweit-Job Teamchef der ÖEHV-Auswahl ist. In der Champions Hockey League (CHL) konnten sich die Bullen auch mit solchen Teams messen und schafften den Aufstieg in die nächste Runde.

Allerdings könnte Ratushny noch ein Leistungsträger und Führungsspieler abhanden kommen. Thomas Raffl hat eine Einladung des NHL-Clubs Winnipeg Jets für das Trainingslager ab kommender Woche. Noch sind Details zwischen den Clubs zu klären, aber zumindest im September könnte Raffl den Salzburgern fehlen.

Die Vienna Capitals, die mit durchschnittlich 4.811 Fans die höchste Zuschauerzahl der EBEL ausweisen, gehen in ihre 15. Saison. Eine klare Kampfansage vermeidet Trainer Jim Boni. "Die Mannschaft soll wachsen und ihr Potenzial abrufen. Ich will ins Play-off", nannte er als erste Ziele. So wie Salzburg haben sich auch die Caps für die k.o.-Phase der CHL qualifiziert. "Es ist eine tolle Erfahrung", sagt Boni, der überzeugt ist, dass die Liga noch enger zusammengerückt ist.

Rekordmeister KAC hat in der vergangenen Saison einen Fehlstart hingelegt, ehe Doug Mason das Traineramt übernahm und die Mannschaft bis ins Halbfinale führte. Der neue Kapitän Thomas Pöck hofft, dass es diesmal von Beginn weg klappt und am Ende der 31. Titel steht. "Mein erster und einziger Meistertitel mit Rot-Weiß liegt bereits mehr als 15 Jahre zurück. Es wäre nach meinem Geschmack also durchaus wieder an der Zeit, einen Pokal zu gewinnen. Die Stärke und das Spielniveau dafür haben wir", ist der ehemalige NHL-Verteidiger überzeugt.

Der zweite unterlegene Halbfinalist hat einen schmerzhaften Abgang zu verkraften. Brian Lebler, MVP (wertvollster Spieler) der vergangenen Saison, hat die Black Wings Linz verlassen und ist in die deutsche Liga gewechselt. "Es wird unmöglich sein, Brian Lebler zu ersetzen. Wir haben versucht, Spieler mit Qualität zu verpflichten, um hoffentlich als Team besser zu sein", erklärte dazu Coach Rob Daum, der die Black Wings viermal hintereinander ins Halbfinale geführt hat.

Der VSV hofft, so wie in der vergangenen Saison wieder ins Viertelfinale einzuziehen. Die Vorbereitung verlief den Ergebnissen nach nicht nach Wunsch. "Wir backen in Villach kleinere Brötchen und wollen in die Top 6", erklärte Routinier Gerhard Unterluggauer. Die Graz 99ers wollen ebenfalls zurück ins Play-off, nachdem sie zuletzt zweimal das Viertelfinale verpasst hatten. Der Dornbirner EC und die Innsbrucker Haie haben sich unisono zum Ziel gesetzt, den Rückstand zu den Top-Mannschaften zu verringern.

Die Liga, an der sich zwölf Teams aus fünf Ländern beteiligen, kann auf eine gute Bilanz in der vergangenen Saison zurückblicken. Zum sechsten Mal in Folge kamen über eine Million Zuschauer in die Hallen. Dennoch wurden kleinere Änderungen vorgenommen. So erhält der Sieger nach regulärer Spielzeit nun drei Punkte. Und um mehr Spiele vor dem Penalty-Schießen zu entscheiden, wurde die Overtime von fünf auf sieben Minuten verlängert. Zudem wird viel Eis zur Verfügung stehen. Gestartet wird die Verlängerung mit je vier Feldspielern, ab der 63. Minute wird nach der ersten Unterbrechung auf 3-gegen-3 umgestellt.

"Die Overtime-Regelung ist großartig, ich liebe das. Die Idee ist, dass es mehr Platz für die guten Spieler gibt", erklärte Ratushny. Bei der 3-Punkte-Regelung erwartet er sich dagegen "keine großen Auswirkungen".

(Quelle: S24)

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