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Fernduell Brady vs. Goodell überlagert NFL-Saisonstart

Superstar Tom Brady muss vorerst doch nicht zusehen Salzburg24
Superstar Tom Brady muss vorerst doch nicht zusehen

Der NFL-Saisonauftakt am Donnerstag steht im Zeichen der Nachwehen von "Deflategate". Nach einem Richterspruch wird der in die Affäre um zu weich aufgepumpte Bälle direkt involvierte Quarterback-Superstar Tom Brady im Eröffnungsspiel seiner New England Patriots gegen die Pittsburgh Steelers (Freitag, 02.30 MESZ) doch nicht gesperrt sein. Gerade deshalb wird mit sensationellen TV-Quoten spekuliert.

Obwohl New Englands 28:24-Super Bowl-Sieg gegen die Seattle Seahawks rund 220 Tage zurückliegt, war die NFL in der Saisonpause so präsent wie lange nicht. Im Streit um nicht hart genug aufgepumpte Bälle der Patriots vor dem Halbfinale im Jänner gegen die Indianapolis Colts war letztlich die NFL der Verlierer. Die Strafe von vier Spielen, die Commissioner Roger Goodell Brady angedeihen ließ, wurde von einem Gericht in New York aberkannt. Es war nicht das erste Mal in den vergangenen Jahren, dass der Liga-Boss gegen einen von der Gewerkschaft unterstützten Profi den Kürzeren zog.

"Die Sache war nicht einfach für mich. Ich denke aber, wenn man alles betrachtet, haben wir alle verloren", betonte Brady. Der mit vier Super-Bowl-Ringen neben Joe Montana und Terry Bradshaw erfolgreichste Spielmacher der NFL-Geschichte wird seine "Pats" zum Saisonstart auf das Spielfeld des heimischen Gillette Stadiums führen. Ganz ausgestanden ist die Causa jedoch noch nicht - die NFL hat Revision gegen den Richterentscheid eingelegt.

Goodell wird beim ersten Spiel nicht im Stadion sein, was das gereizte Klima zwischen den Liga-Zentrale und der erfolgreichsten Franchise der letzten 15 Jahre untermauert. "Herr Goodell glaubt, dass der Fokus auf dem Spielfeld sowie den Feierlichkeiten der Patriots liegen sollte", teilte die NFL mit. In den Augen der New-England-Fans hatte sich Goodell zur einer persönlichen Vendetta gegen den wohl bekanntesten NFL-Akteur der Gegenwart hinreißen lassen - und bekam jetzt die Rechnung dafür präsentiert.

Viel ist in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten diskutiert worden. Für Brady und Goodell steht einiges auf dem Spiel - Autorität, Ehre, Image. Nach landläufiger Meinung wird der jüngste Aufreger dem langfristigen Erfolg der NFL aber nichts anhaben können. "Wenn man sich alles Negative im Sport anschaut, alle Skandale, kommt man darauf, dass diese Dinge nie an die Grundfeste heranreichen", erklärte der Sportjurist Robert Boland.

Viel realistischer sei der gegenteilige Effekt. "Das Spiel am Donnerstag wird wahrscheinlich die höchste TV-Quote in vielen Jahren erreichen. Vielleicht wird es sogar die meistgesehene Sendung abseits des Super Bowl in Amerika", spekulierte der Experte von der University of Ohio. In Österreich bleibt für NFL-Interessierte übrigens Puls 4 die erste Anlaufstation im Fernsehen. Pro Saison zeigt der Privatsender 30 Spiele live. Los geht es dort aber erst am Sonntag, dem zehnten Todestag der rot-weiß-roten Football-Legende Toni Fritsch, mit der Partie Denver Broncos gegen Baltimore Ravens.

Die beiden Teams zählen ebenso zum weiten Kreis der Titelanwärter wie New England und Vize-Champion Seattle. Zudem ist oft der Name Indianapolis zu hören. Dort hat Quarterback Andrew Luck mit Running Back Frank Gore und Wide Receiver Andre Johnson erfahrene Profis in der Offensive an die Seite gestellt bekommen. Waren die Colts im Vorjahr noch die wahren, soll heißen: sportlichen Leidtragenden von "Deflategate", will man in fünf Monaten dabei sein, wenn am 7. Februar im Levi's Stadium in Santa Clara die 50. Super Bowl ausgespielt wird.

Gespannt sein darf man heuer auf das Comeback von Adrian Peterson. Der Running Back der Minnesota Vikings war wegen Kindesmisshandlung bis auf ein Spiel die gesamte Saison 2014 suspendiert. Vor zwei Jahren galt er als einer der besten, wenn nicht als der beste Spieler auf seiner Position.

Die Entdeckung der Saison könnte aber aus Australien kommen: Der ehemalige Rugby-Star Jarryd Hayne, in der australischen National Rugby League (NRL) zweimal zum besten Spieler gekürt, erhielt nach überzeugenden Leistungen in der Vorbereitung als Running Back einen Fixplatz im Kader der San Francisco 49ers. Der 27-Jährige hatte seine Rugby-Karriere im vergangenen Jahr beendet, um sich ganz seinem großen Traum von der NFL widmen zu können.

(Quelle: S24)

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