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FIFA-Generalsekretär soll Zahlungen angewiesen haben

Nun gerät Jerome Valcke ins Kreuzfeuer der Ermittler Salzburg24
Nun gerät Jerome Valcke ins Kreuzfeuer der Ermittler

Der Korruptionsskandal bei der FIFA weitet sich aus. US-Ermittler gehen einem Insider zufolge davon aus, dass der Vertraute von Präsident Sepp Blatter, Generalsekretär Jerome Valcke, für Zahlungen über zehn Mio. Dollar verantwortlich sein soll. Er wird in einer Anklageschrift aber nicht als Beklagter genannt und auch nicht einer Straftat beschuldigt. Die FIFA wies eine Verwicklung Valckes zurück.

Bei dem von der Staatsanwaltschaft beschriebenen "hochrangigen FIFA-Funktionär" handle es sich um Valcke, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Montag. Valcke war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Die "New York Times" hatte zuerst über die Verwicklung Valckes in den Skandal berichtet. In einem E-mail an die Zeitung erklärte der Manager, weder habe er die Zahlung angewiesen noch habe er die Macht dazu. Die Summe von zehn Millionen Dollar soll 2008 an Jack Warner geflossen sein. Dieser gehört zu den Funktionären, die vergangene Woche festgenommen wurden.

FIFA weist Vorwürfe zurück

Nachdem die Ausweitung des Skandals bekannt wurde, gab die FIFA bekannt, dass Valcke nicht bei der Eröffnung der Frauen-WM in Kanada am Samstag dabei sein werde. "Es ist wichtig, dass er sich um Angelegenheiten im FIFA-Hauptquartier in Zürich kümmert", hieß es in der Mitteilung des Verbandes. Die FIFA hat unterdessen eine Verwicklung von Valcke in die jüngsten Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen. Weder Valcke noch andere Mitglieder der FIFA-Führung seien "an der Initiierung, der Bewilligung und Ausführung" einer Zehn-Millionen-Überweisung auf ein US-Konto beteiligt gewesen, hieß es in einer FIFA-Stellungnahme am Dienstag.

10-Mio-Zahlung nach FIFA-Regularien?

Südafrika hatte im Zusammenhang mit der Zahlung Bestechungsvorwürfe rund um die Vergabe der WM 2010 vehement zurückgewiesen. Die FIFA erklärte in einer Stellungnahme, dass die Zahlung von zehn Millionen Dollar von der Regierung Südafrikas und vom südafrikanischen Fußball-Verband genehmigt worden war, um ein Projekt für die Unterstützung der afrikanischen Diaspora in der Karibik zu finanzieren. Die FIFA sei angewiesen worden, das Geld dem Budget des südafrikanischen WM-OK abzuziehen. Die Überweisung der zehn Millionen Dollar sei vom damaligen Vorsitzenden des Finanzkomitees genehmigt und gemäß der eigenen Regularien vorgenommen worden, teilte die FIFA mit.

Südamerika-Boss unter Hausarrest

In Paraguay wurde unterdessen der ehemalige südamerikanische Fußball-Verbandschef Nicolas Leoz im Zuge der Ermittlungen gegen korrupte FIFA-Funktionäre von der Justiz unter Hausarrest gestellt. Ein Richter hatte den 86-Jährigen in einer Klinik in Asuncion besucht und entschieden, dass er unter Polizeiaufsicht in seine Wohnung gebracht werden könne. Dies gab die Polizei am Montag bekannt. Der 27 Jahre an der Spitze des südamerikanischen Kontinentalverbands CONMEBOL stehende Leoz hatte sich in eine Klinik bringen lassen, nachdem er von dem gegen ihn erwirkten Haftbefehl der US-Justiz wegen des FIFA-Skandals erfuhr. Leoz soll wie weitere 13 FIFA-Funktionäre und Medienmanager in einen Korruptionsskandal verstrickt sein. Unter anderem sollen die Übertragungsrechte der Copa America gegen mehrere Millionen Dollar an Bestechungsgeldern für CONMEBOL-Funktionäre vergeben worden sein. Leoz weigerte sich vor dem Richter, einer Auslieferung in die USA in einem Schnellverfahren zuzustimmen. Die US-Justiz hat nun eine Frist von 60 Tagen, um ihren Auslieferungsantrag mit Beweismaterial zu unterstützen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 19.04.2021 um 03:42 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportwelt/fifa-generalsekretaer-soll-zahlungen-angewiesen-haben-47356348

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