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Sieg in Mexiko

Hamilton rast in Richtung WM-Titel

Ein weiterer Schritt in Richtung WM-Sieg
Ein weiterer Schritt in Richtung WM-Sieg.

Mercedes hat die eigenen Erwartungen deutlich übertroffen und beim Formel-1-Rennen von Mexiko dank perfekter Strategie und einer eher unterdurchschnittlichen Ferrari-Performance den Sieg geholt. Lewis Hamilton holte am Sonntag seinen 83. Grand-Prix-Sieg, Zweiter war Ferrari-Mann Sebastian Vettel. Noch nicht entschieden ist das WM-Duell zwischen Hamilton und Valtteri Bottas, der Dritter wurde.

Der Finne liegt nun 74 Punkte hinter Hamilton, der seinen zehnten Saisonsieg seinem Renningenieur und Strategen Peter Bonnington widmete. Der musste den Mexiko-Grand-Prix nach Mercedes-Angaben wegen gesundheitlicher Probleme auslassen, er wurde in seiner englischen Heimat behandelt. "Der ist für Bono", sagte Hamilton noch im Cockpit.

Hamilton über "unglaubliches Resultat"

Der 34-jährige Engländer, der von Platz drei gestartet war, holte das Letzte aus seinen alten Reifen heraus und schaffte es so, die beiden Ferrari von Vettel und Charles Leclerc abzufangen. "Wir haben zu früh gestoppt", hatte Hamilton zwischendurch in mehreren Funksprüchen bezweifelt, dass die Reifen 48 Runden halten würden. "Es war ein bisschen wie Tappen im Dunkeln, aber am Ende ist es sich ausgegangen", meinte Mercedes-Teamchef Toto Wolff im ORF-Interview.

"Ein unglaubliches Resultat heute", freute sich Hamilton nachher. "Wir sind hergekommen und haben gedacht, wir sind zurück. Mein Auto war ziemlich hinüber, aber wir haben es geschafft." Vettel war nach einem intensiven Rennen mit dem zweiten Platz relativ zufrieden. "Ich hatte Valtteri hinter mir, er hat eine Menge Druck gemacht", meinte der Deutsche.

Leclerc mit verpatztem Boxenstopp

Pole-Position Mann Leclerc musste sich nach einem verpatzten Boxenstopp mit Platz vier zufriedengeben, die schnellste Rennrunde war für den 22-Jährigen aus Monaco ein schwacher Trost. Red-Bull-Pilot Alexander Albon aus Thailand wurde Fünfter vor seinem Teamkollegen Max Verstappen, der nach einem Start, an dem fast alles gegen ihn gelaufen war, erfolgreich Schadensbegrenzung betrieb. "Schnelles Auto, aber nichts draus gemacht", resümierte Red-Bull-Berater Helmut Marko trocken.

Bottas, der am Samstag im Qualifying einen kapitalen Unfall hatte und als Sechster starten musste, konnte sich mit Platz drei offenbar anfreunden. "Ich glaube nicht, dass wir es besser machen hätten können", sagte er. Der WM-Titel wird entweder an Hamilton oder Bottas gehen, alle anderen im Feld haben rechnerisch keine Chance mehr. Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass Spitzenreiter Hamilton seine sechste WM-Krone vermutlich schon in einer Woche beim Großen Preis der USA in Austin fixieren wird. Er braucht dazu nur vier Punkte holen, also den achten Platz belegen.

Taktik prägt Formel-1- Rennen in Mexiko

Das Rennen in Mexiko-Stadt, in dem es wenige Überholmanöver gab, war von Taktik geprägt. Nach dem Start kam es zu einem Zweikampf zwischen Verstappen und Hamilton, die beide in der zweiten Startreihe gestanden waren. Die beiden Wagen berührten sich, Verstappen fiel zurück und war zwischenzeitlich Achter. Bei einem Kontakt mit Bottas wurde noch dazu sein rechter Hinterreifen zerstört. Danach musste der Niederländer zum Reifenwechsel an die Box und im Anschluss das Feld von ganz hinten aufrollen.

Als Erster des Ferrari-Spitzenduos wechselte gemäß dem Plan einer Zwei-Stopp-Strategie der Führende Leclerc in der 16. Runde seine Gummiwalzen. Nach einigem Abstand folgte Hamilton, für den es nur einen Reifenwechsel geben sollte. Vettel und Bottas blieben bis über die Hälfte der Renndistanz auf der Strecke, auch sie waren demnach auf einer Ein-Stopp-Strategie unterwegs.

Als Vettel in der 38. Runde von der Box zurückkehrte, war er hinter Hamilton. Leclerc musste noch einmal umstecken, davor hätte er sich einen hinreichend großen Polster herausfahren sollen. Das funktionierte aber überhaupt nicht, und nach seinem verpatzten Reifentausch am Ende der 43. Runde landete er sogar hinter Bottas. In der Reihenfolge Hamilton-Vettel-Bottas-Leclerc ging die Spitze also ins letzte Drittel und schob sich allmählich näher zusammen. Zu Überholmanövern kam es aber nicht mehr.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 22.11.2019 um 05:56 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportwelt/hamilton-siegt-bei-mexiko-rennen-78360580

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