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Katastrophen-Start für Wiesberger ins große Heimturnier

Wiesberger nur mit einer 79er-Runde Salzburg24
Wiesberger nur mit einer 79er-Runde

Golfstar Bernd Wiesberger hat bei den Lyoness Open in Atzenbrugg einen katastrophalen Start hingelegt. Der österreichische Turnierfavorit spielte am Donnerstag eine birdielose 79er-Runde mit drei Bogeys und zwei Doppel-Bogeys. Mit sieben Schlägen über Par kämpft der am Ende des Feldes liegende Burgenländer damit am Freitag gegen das vorzeitige Aus. In Führung liegt der Franzose Gregory Bourdy.

Der als Weltranglisten-37. zum Top-Favoriten des mit 1,5 Mio. Euro dotierten Events der European Tour ausgerufene Wiesberger startete bei sonnigen, aber angenehmen Bedingungen und Windstille kurz nach acht Uhr früh auf der zehnten Spielbahn in seinen großen Heim-Auftritt. Nach drei solide gespielten Löchern kassierte der Sieger von 2012 aber schon zwischen der 13 und der 16 gleich vier Schlagverluste.

Die unerwartete Unsicherheit des Reiters-Profis, der auf sein bisher bestes Jahr im Profigolfsport zurückblickt, hielt an. Abschläge landeten neben den Fairways oder sogar gleich im Wasser. Mit einem neuerlichen Doppel-Bogey auf der drei und einem weiteren Schlagverlust auf der fünf ging der mit James Baker an der Tasche statt Standard-Caddy Shaun Kories (ist schon bei den US Open) spielende Wiesberger schon vier Bahnen vor Schluss seiner Startrunde auf sieben über Par. Ein Score, das er an diesem rabenschwarzen Tag nicht mehr verbessern konnte.

Zu fehleranfällig war der in der Jahreswertung (Race to Dubai) auf Platz fünf liegende Österreicher, der 2015 schon über eine Mio. Euro Preisgeld alleine in Europa verdient hat, an diesem Tag. Auch auf dem Schlussloch konnte er die letzte Chance auf einen roten Eintrag trotz relativ kurzer Putt-Distanz nicht nützen.

"Das war ein Tag zum Vergessen", fasste Wiesberger seinen missglückten Start zusammen. "Vier Strafschläge habe ich noch nie gehabt. Das waren keine schlechten, das waren katastrophale Schläge", ging er mit sich selbst hart ins Gericht und wunderte sich vor allem über seinen "Linksdrall".

Auf der Suche nach den Gründen hielt sich Wiesberger dennoch eher bedeckt. "Obwohl ich genau weiß, was passiert ist." Der neue Caddy sei aber nicht der Grund gewesen. Enttäuschung über Zuschauer, die ihre Mobiltelefone während der Runde nicht abgedreht und auch fotografiert hatten, offenbar eher schon. "Ich hoffe, es kommt eine klare Botschaft, dass man am Freitag darauf verzichtet", lautete Wiesbergers Bitte.

Dass er zu früh aufgegeben hätte oder sogar eine frühere Abreise zu den US Open einkalkuliere, bestritt Wiesberger vehement. "Ich versuche immer mein Bestes über 18 Löcher zu geben. Auch an Tagen, an denen es nicht so läuft", betonte der 29-Jährige. "Da war auf der zehn durchaus die Hoffnung, mit schnellen Birdies auf Level-Par zurück zu gehen. Aber ich habe insgesamt zu wenig Fairways und Grüns getroffen."Dass seine schlechte Leistung mit einer früheren Anreise in die USA zum zweiten Saison-Major zusammenhängen könnte, wies auch Veranstalter Herwig Straka zurück. "So etwas darf man bei Bernd ausschließen", betonte dieser.

Statt um den zweiten Heimsieg kämpft Österreichs Golf-Star am Freitag um den Cut und die Möglichkeit, am Wochenende auch noch im Kampf um das Preisgeld dabei zu sein. Dass er das kann, hat er aber im Vorjahr bei den Open de Espana bewiesen. Dort schaffte er sogar nach einer 80er-Auftaktrunde mit einer folgenden 68 noch den Cut. Wiesbergers Atzenbrugg-Plan lautete: "Entspannen, weg vom Trubel und am Abend eine kleine Trainings-Session mit Phil de Busschere. Wenn auch wohl keine mehr für dieses Turnier." Das war aber schon vor dem Turnierstart in Atzenbrugg so geplant gewesen.

Nach Tag eins der Lyoness-Golf-Open liegt der Franzose Gregory Bourdy dank einer 65er-Runde solo in Führung. Hinter Bourdy folgen vier Spieler mit 67 Schlägen. Mit Sepp Straka ist ein Amateur mit 70 Schlägen und Platz 22 überraschend bester Österreicher. Insgesamt lag nach der bei perfektem Sommer-Wetter gespielten ersten Runde von den insgesamt 14 Österreichern neben Straka (-2/22.) nur noch Florian Prägant (-1/37.) innerhalb der prophezeiten Cut-Marke. Lukas Nemecz (+1/73.) vergab die Chance auf eine Even-Par-Runde mit einem Bogey auf dem Schlussloch.

Zufrieden war der Führende nach dem ersten Tag. "Ich habe mit zwei Birdies begonnen, das hat Selbstvertrauen gegeben", sagte Bourdy. "Der Platz war großartig, der Tag perfekt", ergänzte er. Bourdy wäre der erste französische Sieger der Open von Österreich.

(Quelle: S24)

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