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Kraftdreikampf: Markus Glück und der ewige Kampf gegen die Gewichte

Schwere Eisen und schweißnasse Luft: Kraftdreikampf ist am Vormarsch und wird immer beliebter. Wir haben Markus Glück, einen der erfolgreichsten Athleten Österreichs, getroffen und mit dem 26-Jährigen über Höchstleistungen, Motivation und einen ungewöhnlichen Ausflug in den Bobsport gesprochen.

Seit Ende 2012 betreibt Glück Kraftdreikampf (Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben) wettkampfmäßig und zählt österreichweit zu den erfolgreichsten seiner Zunft. Zahlreiche Teilnahmen an Landes-, Staats-, Europa- und Weltmeisterschaften sowie etliche Siege beweisen dies eindrucksvoll. Während die klassische Form des Kraftdreikampfes vom überwiegenden Teil der Sportler ausgeübt wird, hat sich der in Vöcklabruck (OÖ) geborene Glück auf die Variante mit unterstützendem Equipment spezialisiert. Hier können unter Zuhilfenahme sogenannter Bankdrückshirts noch höhere Lasten bewältigt werden. Es geht darum in jeweils drei Versuchen die größtmögliche Last zu packen. Mehrmals wöchentlich stemmt er in der Vorbereitungsphase die Gewichte im Kraftsport- und Fitnessverein Bodyform Salzburg. "Im Kraftdreikampf die 900-Kilo-Marke zu knacken wäre mein großes Ziel – und ich bin nicht so weit weg davon", erzählt der 1,84 Meter große und 105 Kilo schwere Athlet im SALZBURG24-Gespräch.

So motiviert sich Markus Glück

Darüber hinaus peilt Glück die 305 Kilo im Kreuzheben an, um auch den noch letzten verbliebenen Österreich-Rekord inne zu haben. Der Reiz für den 26-Jährigen liegt dabei im Kampf gegen sich selbst und dem Ziel der ständigen Verbesserung der eigenen Leistung. "Motivierende Musik, Videos von anderen Athleten, aber das Wahrnehmen der Atmosphäre in der Halle helfen mir dabei, mich beim Wettkampf zu fokussieren", erzählt Glück.

Ernährung? Passt nicht ins Gesundheitsmagazin!

Dass bei einem solch kraftraubenden Sport auch die Ernährung ein ausschlaggebender Faktor ist, ist klar. Der Körper benötigt an Wettkampftagen schnelle Energie in Form von Kohlenhydraten. Chips, Schokoriegel oder sonstige energiereiche Nahrungsmittel stehen ganz oben auf der Liste. "Für ein Gesundheitsmagazin passt unsere Ernährung wahrscheinlich nicht", witzelt der Kraftdreikämpfer. In der Vorbereitung werden hingegen strikte Diäten eingehalten und gezielt auf die Ernährung geachtet.

Wir haben Kraftdreikämpfer Glück im Bodyform Salzburg getroffen. /SALZBURG24 Salzburg24
Wir haben Kraftdreikämpfer Glück im Bodyform Salzburg getroffen. /SALZBURG24

Gemeinsame Liebe zum Sport

Der Vorzeigeathlet ist äußerst zufrieden mit den vorhandenen Trainingsmöglichkeiten und seinem Team, dem auch seine Freundin Alexandra Lutsch angehört. Seit 2014 betreibt sie ebenfalls Kraftdreikampf. Die Tatsache, dass das Paar eine gemeinsame Leidenschaft besitzt, ist durchaus von Vorteil. "Es hilft einfach, dass der Andere die gleichen Ziele verfolgt und Verständnis dafür hat, jeden zweiten Tag ins Training zu gehen und viel Zeit zu investieren", schwärmt Glück.

Gemeinsam pusht sich das Paar zu Höchstleistungen. /privat Salzburg24
Gemeinsam pusht sich das Paar zu Höchstleistungen. /privat

Kritik an Sportförderung

Nicht ganz so erfreut zeigt sich der ehemalige Gerätturner beim Thema Fördermittel durch die Österreichische Sportförderung. "Die Kaderathleten werden zwar finanziell unterstützt, allerdings sind diese Mittel zu gering, um mit der internationalen Spitze mithalten zu können", sagt Glück. Folglich kann auch kein österreichischer Athlet von der Sportart leben. Kraftdreikampf dürfte aber nicht die einzige Randsportart sein, der es in Österreich so ergeht.

Im Gegensatz zu beispielsweise Russland wird Kraftdreikampf hierzulande lediglich von Hobbyathleten, nicht jedoch von Profis ausgeübt. Prinzipiell kann jeder diese Sportart ausüben, unabhängig davon, ob er oder sie besonders sportlich ist oder nicht. Bei den offiziellen Wettkämpfen darf ab 14 Jahren gestartet werden – nach oben hin gibt es keine Altersbegrenzung. Der Kraft- und Fitnessverein Bodyform und der Polizeisportverein sind die beiden großen Vereine in Salzburg und eine Anlaufstelle für alle Interessierten.

Mit im Team ist auch der Weltrekordler im Bankdrücken, Christian Wackernell (li.). /privat Salzburg24
Mit im Team ist auch der Weltrekordler im Bankdrücken, Christian Wackernell (li.). /privat

Außergewöhnlicher Ausflug in Bobsport

Im vergangenen Winter durfte Glück eine völlig neue Erfahrung machen: Nach einer zufälligen Begegnung bei einem Wettkampf in Tirol, sollte er plötzlich Anschieber in einem Bobteam werden. Schnell folgten Gespräche mit Pilot Lukas Kolb, erste Testfahrten in Berchtesgaden und einige Trainingseinheiten mit dem Team. Am Ende standen ein vierter Platz bei der Junioren-WM in Winterberg, der zweite Platz beim Europacup in St. Moritz sowie die Teilnahme an der Heim-WM in Innsbruck zu Buche.

Auch für die nächste Saison sind die Planungen bereits in vollem Gange. Dies ist unter anderem auch möglich, da es beim Spagat zwischen Kraftdreikampf und Bobfahren zu keinerlei Überschneidungen bei Training oder Wettkampf kommt. Der Allrounder freut sich bereits auf die vor ihm liegenden Aufgaben, besonders auf den Eiskanal: "Das kann man mit etwas anderem kaum vergleichen, am ehesten noch mit einer irren Achterbahn."

(SALZBURG24/Schmehr)

Aufgerufen am 18.12.2018 um 02:58 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportwelt/kraftdreikampf-markus-glueck-und-der-ewige-kampf-gegen-die-gewichte-51552070

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