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Motorrad: Österreich und die WM, eine kleine Erfolgsgeschichte

Nach 18-jähriger Pause und erstmals seit 1997 fährt die Motorrad-WM wieder in Österreich. Aus dem Gastgeberland sind zwar keine Piloten dabei, Österreich hat aber eine durchaus erfolgreiche Geschichte in der Zweirad-Weltmeisterschaft. 24 Grand Prix haben hierzulande - hauptsächlich am Salzburgring - stattgefunden, Österreicher haben 13 GP-Siege eingefahren. Rupert Hollaus sowie Klaus Klaffenböck/Christian Parzer waren Weltmeister. Dazu kehrt KTM nächstes Jahr in die MotoGP zurück.

Während Klaffenböck/Parzer 2001 die Seitenwagen-Klasse gewannen, stammt Hollaus' Triumph schon aus den Anfangszeiten der ältesten Motorsport-Weltmeisterschaft. 1954 wurde der Niederösterreicher Champion der 125er-Klasse und Vizeweltmeister bei den 250ern. Ähnlich wie 16 Jahre später Jochen Rindt verunglückte Hollaus, der in diesem Jahr auch die legendäre Tourist Trophy auf der Isle of Mann gewonnen hatte, im September als bereits fest stehender Weltmeister beim Training in Monza tödlich.

Überschaubare Erfolge bei österreichischen Piloten

Seitdem hat Österreich eine Unzahl an Fahrern in der WM gestellt, die Erfolge blieben aber überschaubar. Mit Abstand erfolgreichster war August Auinger, der wie Hollaus fünf GP-Siege schaffte. 1985 wurde Auinger WM-Dritter in der 125er-Klasse. Weitere GP-Siege in Soloklassen hatten davor die Österreicher Bert Schneider, Eduard Stöllinger und Gerd Kafka geschafft. Michael Ranseder (250 ccm) war 2010 der bisher letzte WM-Stammfahrer aus Österreich, die Premiere eines Österreichers in der MotoGP-Debüt war 2013 mit Wild-Card-Fahrer Martin Bauer in Brünn und Valencia ein Schlag ins Wasser.

Salzburgring wurde für WM-Läufe zu gefährlich

Der erste Motorrad-Grand-Prix von Österreich fand 1971 auf dem Salzburgring statt. Auch als Folge deshalb, weil man sich unmittelbar davor entschieden hatte, mit der Formel 1 auf den neu erbauten Österreichring zu gehen. Bis 1994 fanden in Salzburg 22 WM-Läufe statt. 1971 siegte Giacomo Agostini auf einer MV Agusta in der 500er- und 350er-Klasse. Das letzte Rennen gewann der Australier Mick Doohan mit einer gewaltigen Durchschnittsgeschwindigkeit von 194 km/h. Danach wurde der Salzburgring endgültig als zu gefährlich für die Grand-Prix-Klassen eingestuft.

Die nächsten Österreich-Rennen fanden daher 1996 and 1997 auf dem A1-Ring in Spielberg und damit auf dem Gelände des ehemaligen Österreichrings statt. Das Strecken-Layout entspricht mehr oder weniger dem heutigen Red Bull Ring. Die Sieger hießen Alex Criville und Doohan. Danach war aufgrund des sinkenden Zuschauer-Interesses vorläufig Schluss mit der Motorrad-WM in Österreich, ehe Ring-Besitzer Dietrich Mateschitz, der bekanntlich auch ein Auge auf den Salzburgring geworfen hat, nach der Formel 1 (2014) auch die Zweirad-Königsklasse wieder zum Red Bull Ring lotste.

Rossi schon 1996 dabei

Der Spielberg-Rückblick zeigt interessante Details. Valentino Rossi ist der einzige aktive Pilot, der hier bereits WM gefahren ist. Der Italiener wurde 1996 Dritter in der 125er-Klasse, es war sein erstes GP-Podium. 1997 wurde der heutige Superstar in der gleichen Klasse sogar Zweiter, nur sechs Tausendstel hinter dem Japaner Noboru Ueda. Alle bisher sechs (125, 250 und 500 ccm) WM-Läufe in Spielberg sind auf Motorrädern mit Honda-Motoren gewonnen worden.

KTM kehrt in die MotoGP zurück

Den momentan bedeutendsten rot-weiß-roten WM-Beitrag liefert KTM. Seit 2003 engagiert sich der in der Offroad-Szene extrem erfolgreiche Motorrad-Hersteller aus Mattighofen bzw. Munderfing auch in der Straßen-WM. Siege und WM-Titel in den 125er- und 250er-Klasse waren die Folge.

2017 wagt KTM unter Firmenchef Stefan Pierer das ganz große Abenteuer mit einem eigenen Werksteam in der Königsklasse MotoGP. Piloten sind der Spanier Pol Espargaro und der Brite Bradley Smith. Das "Projekt RC16" wird dieses Wochenende auf dem Red Bull Ring präsentiert. Am Samstag steht eine Pressekonferenz auf dem Programm, am Sonntag absolvieren die Testfahrer Mika Kallio und Alex Hofmann um 13.15 Uhr einige Demonstrationsrunden auf der Grand-Prix-Strecke.

(APA)

(Quelle: S24)

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