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Nach Remis für Salzburg: Titelrennen noch völlig offen

Das Titelrennen in der Fußball-Bundesliga ist auch vor den sechs ausständigen Runden völlig offen. Topfavorit Red Bull Salzburg verabsäumte es am Samstag, sich von den Verfolgern Rapid und Austria abzusetzen.

Nach einer Unachtsamkeit in der 93. Minute reichte es bei Meister Sturm Graz nur zu einem 2:2. "Wir haben uns selbst zwei Punkte geklaut", kritisierte Trainer Ricardo Moniz. Zwei Punkte, die am Saisonende fehlen könnten. Rapid hatte am Sonntag im Wiener Derby sogar die Chance, mit einem Sieg die Tabellenführung zu übernehmen. Am 6. Mai kommt es in Wien zum direkten Duell des Rekordmeisters mit Salzburg. Davor empfangen die Hütteldorfer Sturm und gastieren in Ried. Den Bullen stehen ein Heimspiel gegen Ried und ein Gastspiel in Mattersburg bevor. "Wir hätten uns absetzen können", meinte Moniz. "Dieses Remis trifft uns hart."

Zwei verlorene Punkte für die Salzburger Bullen

Der Salzburg-Trainer kritisierte vor allem das Defensivverhalten seiner Elf beim Ausgleich in der Nachspielzeit. "Einige Spieler bei uns unterschätzen, wie wichtig die Rückwärtsbewegung ist", erklärte Moniz. Torschütze Patrick Wolf war bei einer Freistoßflanke von Darko Bodul am langen Eck praktisch ungedeckt. "Es gibt klare Zuweisungen. Jeder kann von einem Profispieler erwarten, dass er die auch einhält", meinte Torhüter Alexander Walke. "Es sind zwei verlorene Punkte." Für "Sturm neu" ist es ob des Spielverlaufs ein gewonnener. Die Grazer sind punktegleich mit der Admira (1:1 gegen Wacker Innsbruck) Fünfter und damit trotz des peinlichen Outs im Cup-Viertelfinale gegen Hartberg immer noch im Rennen um die Europacup-Plätze. Die Blamage beim Zweitliga-Schlusslicht hat ultimativ auch den Abschied von Meistermacher Franco Foda bedeutet - wenngleich der neue Sportchef Paul Gludovatz diesen längst für "überfällig" gehalten hat.

Jüngste Sturm-Elf seit Jahren auf dem Fußballfeld

Im Spiel eins nach Foda änderte dessen langjähriger Assistent Thomas Kristl als Interimscoach das System von 4-4-2 auf 4-1-4-1. "Die Mannschaft hat sich aber im Endeffekt selbst aufgestellt", verwies der Deutsche auf die vielen Verletzungen. "Ich habe nur noch 16 Feldspieler zur Verfügung gehabt." Mit einem Durchschnittsalter von 24,5 Jahren schickte Kristl die jüngste Sturm-Mannschaft seit mehreren Jahren aufs Feld, wollte dafür aber nicht die Lorbeeren einheimsen. "Das ist die Mannschaft von Franco Foda und von sonst niemandem", betonte dessen Weggefährte. Kristls Chancen auf den Cheftrainerposten gelten als gering, läuft sein Vertrag doch mit Saisonende aus. Anfang Mai will Gludovatz einen Foda-Nachfolger präsentieren. Bis dahin soll sich Sturm in den Europacup-Plätzen festgesetzt haben.

Ausgang der Saison sechs Spiele vor Schluss noch unklar

Nächsten Sonntag geht es gegen Rapid, Kristl beobachtete den Rekordmeister bereits im Derby. "Wir gehen sehr positiv in die Zukunft. Konditionell ist die Mannschaft sehr gut drauf, da ist noch einiges möglich", versicherte Sturms Interimscoach. "Der Zug nach Europa ist noch nicht abgefahren", ergänzte Innenverteidiger Thomas Burgstaller. Eine Punkteteilung gab es auch zwischen der Admira und Innsbruck. "Das Unentschieden hilft keinem", meinte Admira-Trainer Dietmar Kühbauer. Auch die Tiroler wissen sich als Siebenter noch im Kampf um die Europa League. "Dafür brauchen wir aber einen Lauf", erinnerte Torschütze Julius Perstaller. "Mit Unentschieden wird es schlecht ausschauen." Gleiches gilt für Schlusslicht Kapfenberg im fast aussichtslosen Kampf um den Klassenerhalt. Nach einem 0:0 im direkten Duell fehlen weiterhin zwölf Zähler auf den Vorletzten Wr. Neustadt, einer mehr ist es auf den Achten Mattersburg. Die Burgenländer unterlagen beim Europa-League-Anwärter Ried 0:2. (APA)
(Quelle: S24)

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