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NFL-Rückkehr nach Los Angeles weiter ungewiss

Chargers und Raiders wechseln vorerst nicht Salzburg24
Chargers und Raiders wechseln vorerst nicht

Seit 20 Jahren ist die zweitgrößte Stadt der USA ohne Franchise in der National Football League (NFL) - und diese lange Wartezeit wird für die rund 18 Millionen Einwohner im Großraum Los Angeles wohl zumindest bis 2016 weitergehen. Denn momentan gibt es keine konkreten Signale, dass ein Team seinen Standort verändern will. Die San Diego Chargers haben sich jüngst selbst aus dem Spiel genommen.

Schon seit mehreren Jahren existieren Überlegungen, wieder einen Club in Los Angeles anzusiedeln. Derzeit gleiten der Liga jedes Jahr Millionen durch die Hände, ist die "Greater Los Angeles Area" doch der zweitgrößte Ballungsraum in den USA nach New York. Jung und sportverrückt ist die Bevölkerung außerdem - beste Voraussetzungen also für ein permanent nach Wachstumschancen gierendes Unternehmen wie die NFL.

Am 24. Dezember 1994 warf das letzte Mal ein NFL-Quarterback in Los Angeles einen Ball durch die Luft. 1995 gingen die Raiders zurück nach Oakland, die Rams spielten plötzlich in St. Louis. Ein wesentlicher Grund, warum es mit der Rückkehr seitdem nicht geklappt hat: das leidige Stadion-Thema.

Weder die Stadt noch private Investoren haben sich ohne NFL-Präsenz dazu durchringen können, eine topmoderne Arena zu errichten. Wenn man sieht, welche atemberaubenden Sportpaläste gerade in Atlanta oder Minneapolis entstehen, weiß man, wohin die Reise gehen müsste. Die NFL wiederum wollte ohne fixe Zusage für einen Stadion-Neubau nicht versprechen, dass in Zukunft ein Team nach L.A. ziehen wird.

Somit stehen weiterhin nur die in den 1920er-Jahren erbauten Riesen-Ovale Rose Bowl (Fassungsvermögen 92.000) und L.A. Memorial Coliseum (93.000) zur Verfügung. Beide sind architektonisch wenig originell, dazu mangelt es an Möglichkeiten für Logenplätze und Business Seats. Umfassenden Renovierungsarbeiten sind durch den Denkmalschutz Grenzen gesetzt. Dennoch könnten so bis zu zwei Teams vorläufig eine Unterkunft finden, bis ein neues Stadion steht.

Das einzig realistische Szenario, wie Los Angeles zu einem NFL-Team kommen könnte, wäre der Umzug eines der bestehenden 32 Clubs - denn an eine Expansion denkt in der Liga-Chefetage derzeit niemand. Als erster Kandidat für eine "Relocation" standen bis vor kurzem die San Diego Chargers in der Pole Position. Auch die waren einmal in Los Angeles beheimatet. 1960 spielte man eine Saison der American Football League (AFL) dort, bevor es 200 Kilometer weiter Richtung Süden ging.

Mittlerweile fühlen sich die Chargers in San Diego aber nicht mehr rundum wohl. Das 1967 eröffnete Qualcomm Stadium hat seine besten Tage längst hinter sich: Besucher berichten von Uringestank in den Gängen, rissigen Wänden und baufälligen Tribünen. Vor einer Woche gab der Club jedoch bekannt, dass man den Leasing-Vertrag mit der Stadt erneut um ein Jahr verlängert hat. In Zukunft soll ein modernes Stadion gebaut werden, hieß es in der entsprechenden Mitteilung.

Dabei standen die Chargers offenbar schon vor einem Deal mit der Anschutz Entertainment Group (AEG). Die Eckpunkte: AEG will ein "State of the Art"-Stadion im Stadtzentrum errichten, direkt neben dem Staples Center. Im August 2017 könnte das geplante "Farmers Field" eröffnen. AEG verlangte im Gegenzug allerdings eine 35-Prozent-Beteiligung an den Chargers. Das lehnte die Eigentümer-Familie Spanos strikt ab, berichteten mehrere Medien.

Damit kommen noch die Oakland Raiders und die St. Louis Rams für einen Ortswechsel infrage. Auch diese beiden Teams sind mit ihrer Stadion-Situation unzufrieden und haben Nutzungsverträge, die jährlich gekündigt werden können. Rams-Eigentümer Stan Kroenke erwarb zudem vor einem Jahr 24 Hektar Land in Los Angeles - Platz genug für einen extravaganten Football-Tempel. Oakland ist der einzige NFL-Club, der sein Stadion noch mit einer Baseball-Mannschaft teilt.

Von der NFL gibt es offiziell jedoch kein Wort, das den Fans in der Stadt der Engel Hoffnung macht. "Ich bin nicht an dem Punkt, wo ich sagen könnte, dass etwas bevorsteht oder wir eine Lösung gefunden haben", sagte Commissioner Roger Goodell vor zwei Wochen bei einem Meeting der Club-Besitzer in Texas. "Es gibt gewissen Fortschritt, aber das haben wir alle schon mal gehört." Intern soll sich Goodell laut ESPN schon festgelegt haben, dass die Landkarte in der Saison 2015/16 unverändert bleibt.

(Quelle: S24)

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