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Weiteres Ungemach?

Djokovic droht auch French-Open-Sperre

Serbischer Tennis-Superstar reist nach Belgrad

Der serbische Tennisstar bei seiner Ankunft in Dubai
Novak Djokovic verlässt den Flughafen in Dubai und reist in seine serbische Heimat nach Belgrad. 

Dem serbischen Tennisstar Novak Djokovic droht weiteres Ungemach. Sollte der 34-Jährige ungeimpft bleiben, könnte auch ein Antreten bei den kommenden French Open unmöglich werden.

Der Serbe ist nach seiner erzwungenen Ausreise aus Australien laut der Nachrichtenagentur AP auf dem Weg nach Belgrad. Der 34-Jährige werde Montagmittag in der Hauptstadt seines Heimatlandes ankommen, hieß es.

Djokovic war in der Früh zunächst in Dubai gelandet. Der Weltranglisten-Erste war am Sonntagabend aus Melbourne abgereist, nachdem das Bundesgericht Australiens seinen Einspruch gegen die Annullierung des Visums abgelehnt hatte.

Novak Djokovic AFP/William WEST
Tennis-Star Novak Djokovic beim Training in Melbourne vor den Australien Open.

Djokovic nach Ausweisung in Dubai

Die Causa um Tennis-Star Novak Djokovic und seine Abschiebung aus Australien dürfte nun zu Ende sein. Er verließ das Land in Richtung Dubai.

Djokovic droht lange Australien-Sperre

Seine Hoffnungen auf den zehnten Titel bei den Australian Open bzw. seinen 21. Grand-Slam-Erfolg waren damit einen Tag vor dem Turnierauftakt in Melbourne zu Ende gegangen. Der nicht gegen das Coronavirus geimpfte Djokovic wollte mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung am Grand-Slam-Turnier teilnehmen, die Behörden hatten ihm aber die Einreise verweigert. Ein Berufungsgericht hatte am Sonntag seinen Einspruch gegen den erneuten Entzug des Visums zurückgewiesen.

Djokovic hatte daraufhin Australien eigenen Angaben zufolge "extrem enttäuscht" verlassen müssen. Dem 34-Jährigen droht nun ein dreijähriges Einreiseverbot in Australien.

Ohne Impfung warten gleiche Probleme

Auf den Weltranglisten-Ersten wartet allerdings weiteres Ungemach. Sollte er ungeimpft bleiben, könnte auch ein Antreten bei den kommenden French Open unmöglich werden. Nach Angaben des französischen Sportministeriums müsse aufgrund eines neuen Impfpass-Gesetzes jeder geimpft sein, der öffentliche Plätze betrete. Das gelte auch für Sportevents, egal ob Zuschauer oder Athleten, hieß es am Montag.

 

"Klare Botschaft" von Australien

Der wegen hoher Infektionszahlen und anstehenden Wahlen unter Druck stehende australische Regierungschef Scott Morrison sagte nach Djokovics Ausreise in einem Radiointerview, dass damit "eine sehr klare Botschaft" gesendet worden sei. Er deutete jedoch an, dass Djokovic "unter den richtigen Umständen" auch vor Ablaufen der Dreijahresfrist nach Australien zurückkehren könnte. Somit wäre ein Comeback des Serben bei den Australian Open bereits 2023 möglich.

Tennis-Ass verstößt gegen Corona-Regeln

Morrisons Regierung hatte in dem Streit um strenge Einreiseregeln selbst keine glückliche Figur gemacht. Als die Behörden Djokovics Visum bei dessen Ankunft in Melbourne ein erstes Mal annullierten, kassierten sie vor Gericht eine Niederlage und der ungeimpfte Tennisspieler durfte vorerst doch einreisen. Anschließend musste Djokovic einräumen, dass er sich nach einem positiven Corona-Test im Dezember in Serbien nicht an Isolationsvorschriften gehalten hatte, indem er Journalisten zum Interview traf.

Schließlich machte der australische Einwanderungsminister von seinen weitreichenden Exekutivbefugnissen Gebrauch und annullierte das Visum erneut, diesmal mit der Begründung, dass die Anwesenheit des Impfskeptikers die Stimmung in Australien gegen Corona-Impfungen weiter anheizen könnte. Beim zweiten Mal hielten Berufungsrichter die Regierungsentscheidung aufrecht.

Serbischer Präsident spricht von "Hexenjagd"

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic machte der Regierung in Canberra schwere Vorwürfe. Vucic prangerte eine "politischen Hexenjagd" gegen den Tennisstar an, der in seinem Heimatland eine Art Nationalheld ist. Die australischen Behörden hätten Djokovic mit ihrer Behandlung "demütigen" wollen, hätten sich dabei aber nur selbst bloßgestellt, sagte der serbische Staatschef.

Rafael Nadal, der in Melbourne nun im Gegensatz zu seinem serbischen Konkurrenten die Chance auf seinen 21. Grand-Slam-Titel hat, bedauerte unterdessen die ganze Affäre. Für das Tennis wäre es am besten, "wenn die besten Spieler bei den wichtigsten Bewerben auf den Platz stehen würden", sagte Nadal am Montag in Melbourne nach seinem Erstrunden-Erfolg gegen den US-Amerikaner Marcos Giron. "Wenn Novak Djokovic hier spielen würde, wäre das besser für alle. Daran gibt es keinen Zweifel."

Nadal unterstützt Gerichtsurteil

Der 35-jährige Spanier fügte aber auch hinzu, dass er nicht gegen das Gerichtsurteil sei. Die ganze Situation sei ein einziges Chaos gewesen. Djokovic sei nicht der Einzige gewesen, der wahrscheinlich in diesem Fall Dinge falsch gemacht habe, meinte Nadal. "Aber natürlich ist auch er einer der Verantwortlichen."

Unterstützung erhielt Djokovic von den serbischen Tennisspielern. Laslo Djere glaubt, dass der "Djoker" noch stärker zurückkommen werde. "Das ist das was ihn (Djokovic, Anm.) ausmacht. Das ist auch in unserer serbischen Mentalität", sagte Djere am Montag. Dusan Lajovic erklärte, er hoffe, dass Djokovic "der beste Tennisspieler der Geschichte wird und dies nur ein Rückschlag auf dem Weg dahin ist".

(Quelle: Apa/Dpa/Reuters)

Aufgerufen am 17.05.2022 um 02:21 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportwelt/novak-djokovic-droht-auch-french-open-sperre-115617964

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