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ÖFB-Torhüter leiden mit Karius

Siebenhandl hat sich das CL-Finale im Teamcamp angeschaut APA (Groder)
Siebenhandl hat sich das CL-Finale im Teamcamp angeschaut

Österreichs Fußball-Nationaltorhüter Heinz Lindner und Jörg Siebenhandl leiden nach dessen beiden schweren Patzern im Champions-League-Finale mit Liverpool-Keeper Loris Karius. "Fehler passieren uns allen, nicht nur im Sport. Das ist menschlich", betonte Lindner.

Er hatte das Endspiel gegen Real Madrid (1:3) am Samstagabend mit seinen ÖFB-Kollegen im Quartier in Stans auf der Leinwand verfolgt. Lindner hofft, dass sich die Schmähungen in den Medien, auch in den sozialen, in Grenzen halten.

Lindner: "Hadert mit sich selbst"

Als Torhüter könne man gut nachvollziehen, wie sich der Unglücksrabe fühle. "Wenn ein Fehler passiert, hadert man mit sich selbst", sagte der 27-Jährige von Grasshoppers Zürich. Einen groben Schnitzer wie den missglückten Auswurf beim 0:1 in einem Champions-League-Finale abzuhaken, sei besonders schwer.

Lindner hätte sich Elferschießen gewünscht

Die Verunsicherung könnte auch eine Ursache für den Griff daneben beim 1:3 gewesen sein. "Dass einen das aus der Bahn wirft, ist komplett legitim. Da muss man sich einmal kräftig schütteln", meinte Lindner, der auch den Zusammenhalt in der Torhüter-Zunft ansprach. Insofern hätte er sich für Karius nach dem "Blackout" beim 0:1 ein Elfmeterschießen gewünscht - und dass er dieses für Liverpool entscheidet.

Manchmal Held, manchmal Verlierer

"Das ist leider das Geschäft. Manchmal ist man der Held, manchmal der Verlierer", erklärte Siebenhandl. Gerade auf der Torhüter-Position. "Ab und zu können wir auch die Helden sein, aber meistens ist es ein bisschen unbeachtet, was wir machen." Damit müsse man leben, meinte der Sturm-Graz-Keeper. "Das haben wir uns schon zu einem gewissen Zeitpunkt in unserer Karriere ausgesucht." Schmunzelnder Nachsatz: "Dafür müssen wir nicht so viel laufen wie die anderen."

Fehler schwer wiedergutzumachen

Als Tormann könne man Fehler besonders schwer wieder gut machen. "Wenn einer passiert, geht es darum, dass man sich schnell wieder fängt", erklärte Siebenhandl. Der Wiener arbeitet daher auch präventiv mit einem Betreuer, um sich mental auf derartige Situationen einzustellen. "Ich finde, dass es kein Tabuthema ist, dass man Fehler anspricht. Ich arbeite lieber mit jemandem, als das mit mir selber auszumachen, weil du dann gewisse Lasten abgeben kannst."

Wer wird Nummer eins in Österreich?

Mit seinem Selbstvertrauen will sich Siebenhandl auch im ÖFB-Team durchsetzen. Dafür gilt es die anstehenden Tests gegen Russland, Deutschland und Brasilien zu nutzen. Über seine Nummer eins will Teamchef Franco Foda endgültig erst bis zur Nations League im Herbst entscheiden. "Ich bin bereit zu spielen. Der Trainer weiß, dass er sich auf mich verlassen kann", betonte Siebenhandl. Nicht zuletzt, weil er ihn bis Winter bei Sturm Graz betreut hat.

Für Lindner spricht seine Erfahrung von 17 Länderspielen. Das aktuell offene Rennen gelte es zu akzeptieren, erklärte der Obersterreicher bei einem ÖFB-Medientermin am Sonntag in Schwaz. "Ich werde weiterhin mein Bestes geben, bis die Entscheidung dann endlich fällt." Er sieht sich in einer guten Position. "Ich bin mit den letzten Spielen zufrieden. Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen und auch einige gute Bälle gehalten."

Wer gegen Russland, Deutschland und Brasilien beginnt, könnte sich erst am Spieltag entscheiden.

(APA)

(Quelle: S24)

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