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ÖLV-Großkampftag bei Leichtathletik-WM in Peking

Gerhard Mayer ist rechtzeitig für die WM in Form Salzburg24
Gerhard Mayer ist rechtzeitig für die WM in Form

Am Donnerstag sind gleich vier Österreicher bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking im Einsatz. Die Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger und Gerhard Mayer haben als Nummer fünf und sechs der Welt beide Finalchancen, Hürdensprinterin Beate Schrott möchte ins Semifinale aufsteigen, für 5.000-m-Läuferin Jennifer Wenth geht es vor allem darum, Erfahrung in Meisterschaftsrennen zu sammeln.

Nach Platz 32 von Edwin Kemboi am Samstag im Marathon sind die weiteren Athleten des fünfköpfigen ÖLV-Teams gleich alle an einem Tag im Einsatz - nach mitteleuropäischer Zeit am Donnerstag zwischen 03.30 und 05.45 Uhr. Zumindest einer sollte in den Top-Ten-Bereich vorstoßen, das entspricht auch der Verbandsvorgabe, die ein eindeutig besseres Abschneiden als zuletzt in Daegu und Moskau erhofft, wo es jeweils 18. Plätze gab.

Spannung birgt der Diskuswurf, noch nie stellte Österreich zeitgleich zwei so starke Athleten. Weißhaidinger erreichte heuer mit 67,24 m österreichischen Rekord, Mayer kam auf 67,20. Vor ihnen liegen der Pole Piotr Malachowski (68,29), der Jamaikaner Jason Morgan (68,19), der Deutsche Christoph Harting (67,93) und der Ungar Zoltan Kövago (67,39). Der deutsche Moskau-WM-Goldmedaillengewinner und Olympiasieger Robert Harting fehlt verletzungsbedingt.

"Ich bin vor jedem Wettkampf sehr angespannt und ein bisserl nervös auch. Das hat auch was Positives, man muss nur wissen, wie man damit umzugehen hat", sagte der 23-jährige WM-Debütant Weißhaidinger, der sich seine Taktik zurechtgelegt hat.

"Im ersten Versuch will ich hinschnuppern. Ich schaue mal, was möglich ist, und gehe nicht gleich volles Risiko. Gregor Högler (Nationaltrainer/Anm.) und ich haben ausgemacht, dass ich 60-m-Würfe sammle. Ich bin noch voll froh über jeden", sagte der Oberösterreicher. "Es ist besser, man freut sich, dass man eine gewisse Weite geschafft hat, als man ärgert sich, dass einer oder ein halber Meter fehlen." 62,5 bis 63 m wird man wohl brauchen, um im Finale dabei zu sein.

Viel Routine bringt Mayer mit, der 35-jährige war 2009 bei der Berlin-WM Achter und 2012 bei der Helsinki-EM Siebenter. Der laut Eigendefinition "jugendliche Heißsporn" hatte im Training etwas zu viel gemacht und Probleme mit der Plantarsehne im Fuß bekommen und sich therapeutisch behandeln lassen. Zu Weißhaidinger meinte er, dieser hätte sich mit dem ÖLV-Rekord noch etwas Zeit lassen können. "Es wird nicht so einfach werden, den zurückzuholen", sagte der Ex-Rekordler und lachte.

"Es ist lässig, dass wir zu zweit bei der WM sind", meinte Mayer vor seinem vierten WM-Start. "Ich werde gleich im ersten Versuch angreifen. Ich will ins Finale, in die Top-Zwölf. Aber das ist für alle 32 anderen auch das Ziel. Es kommt darauf an, wer am fittesten und coolsten ist." Und die Papierform solle man nicht überbewerten. "Es sind schon Olympiasieger in der Qualifikation ausgeschieden." Bei den Diamond-League-Meetings in London war Mayer Sechster, in Stockholm Siebenter.

Nach der WM wartet eine neue Herausforderung, Mayer wird im September Vater. "Ich habe den Auftrag, rechtzeitig wieder daheim zu sein", meinte er. Die Aussicht auf das Baby mobilisiere Kräfte, gebe Ruhe und wirke sich auch auf den Sport positiv aus. Nach dem langen Flug mussten die Masseure Jan Siart-Jantzen und Benny Obermüller übrigens die verspannten Rücken der beiden Diskusathleten bearbeiten. Die Medaillengewinner werden Samstag ermittelt.

Hürdensprinterin Schrott (27) hat in der finalen Vorbereitung noch viel Hürdentraining gemacht, sie hofft, dass sie die heuer schon gezeigten guten Teilleistungen - mal war der Start gut, mal war sie hinten raus schnell - ein zweites Mal nach Bellinzona (12,92 Sek.) perfekt zusammensetzen kann.

"Mein Ziel ist es, den Vorlauf zu überstehen. Es wäre vermessen zu sagen, ich will in das Finale. Es ist international wirklich ein sehr hohes Niveau", sagte die Olympia-Achte und EM-Dritte von 2012. Semifinale und Finale stehen am Freitag auf dem Programm. Im Teamhotel wohnen auch die Niederländer und Briten, womit die Niederösterreicherin Athleten aus ihrer Trainingsgruppe um Coach Rana Reider in der Nähe hat.

Wenth, die von Karl Sander trainiert wird und nach Peking auch von ihrem Freund Christoph begleitet wurde, will ein gutes Rennen zeigen. Finalchancen hat sie laut eigener Einschätzung nur, wenn sie in dem am Ende schnelleren Vorlauf gewesen ist und über die Zeitregel weiterkommt.

"Ich denke, ich werde mich an den Europäerinnen orientieren, das wird irgendwie am vernünftigsten sein, da habe ich einen Anhaltspunkt", meinte die 24-jährige. "Ich will mich bestmöglich verkaufen und, so lange es geht, in einer Gruppe laufen und Kontakt halten." Zuhause hat sie sich auf das Laufen in der Früh eingestellt. Das 5.000-m-Finale geht am Sonntag in Szene.

(Quelle: S24)

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