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Österreichs EM-Finaltraum zerplatzt gegen Dänemark

Zadrazil wird in die Mangel genommen. APA/HANS PUNZ
Zadrazil wird in die Mangel genommen.

Österreichs Fußballfrauen haben das EM-Finale den Niederlanden verpasst. Die ÖFB-Auswahl verlor am Donnerstagabend in Breda nach torlosen 120 Minuten erst im Elfmeterschießen 0:3 gegen Dänemark. Die Nerven machten Laura Feiersinger und Co. im Gegensatz zum Sieg im Elferschießen gegen Spanien im Viertelfinale einen Strich durch die Rechnung.

Feiersinger schoss drüber, Viktoria Pinther und Verena Aschauer scheiterten an der dänischen Torfrau Stina Lykke Petersen, die zur Heldin wurde. Der Weltranglisten-15. beendete damit das eigene EM-Halbfinaltrauma, zog im sechsten Anlauf erstmals ins Endspiel ein.

"Enttäuschung ist riesengroß"

"Natürlich ist die Enttäuschung riesengroß", so Kapitänin Viktoria Schnaderbeck, "die Mannschaft hat aber super gekämpft und bis zum Schluss voll dagegen gehalten. Jetzt müssen wir das Ganze erst einmal verdauen." Trainer  Dominik Thalhammer sagte: "Wir haben in fünf Spielen ein Tor bekommen, jetzt sind wir im Elfmeterschießen gescheitert. Das, was uns im letzten Spiel ausgezeichnet hat, war heute einfach nicht da."

Die Däninnen sind erst das sechste Team, das in der Geschichte den Einzug ins Finale geschafft hat, sind nun in einem illustren Kreis mit dem entthronten Titelverteidiger Deutschland, Schweden, England, Italien und Norwegen. Im Endspiel wartet am Sonntag (17 Uhr) in Enschede Gastgeber Niederlande oder England. Die beiden Teams trafen noch am Donnerstagabend aufeinander.

Ausfälle in ÖFB-Elf

Nach Lisa Makas (Kreuzbandriss) hatte die ÖFB-Auswahl den nächsten Ausfall zu beklagen. Stürmerin Nicole Billa schied nach einem Zweikampf mit Verdacht auf Mittelfußknochenbruch aus, wurde noch vor Ende der ersten Hälfte zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Nadine Prohaska kam für sie in der 39. Minute in die Partie. Die Mittelfeldspielerin war als Ersatz für Makas eigentlich von Beginn an erwartet worden.

Defensiv-Bollwerke treffen aufeinander

Thalhammer entschied sich aber für eine etwas defensivere Variante, gab Virginia Kirchberger den Vorzug und setzte somit in der Defensive auf eine Fünferkette. Damit standen nur Spielerinnen aus der deutschen Bundesliga im Turnier in der ÖFB-Anfangsformation. Im Duell zweier Defensiv-Bollwerke versuchten beide Teams Akzente zu setzen. Maja Kildemoes fand schon nach drei Minuten Dänemarks erste Chance vor, schoss daneben. Die Däninnen waren es auch, die in der Folge bis zur Pause mit fast 60 Prozent mehr Ballbesitz hatten, ein Chancenübergewicht hatte aber die ÖFB-Auswahl. Ein Burger-Schuss wurde gerade noch geblockt (7.).

Puntigam vergibt ersten Elfmeter

Sechs Minuten später verhinderte Puntigams schlechtes Nervenkostüm die Führung. Nach einem Kildermoes-Handspiel nach einem Aschauer-Abschluss im Strafraum gab es Elfmeter, den die Defensivspielerin deutlich über das Tor setzte (13.). Mit dem Finale vor Augen war die nötige Coolness wie weggeblasen. Die Däninnen deuteten vor allem ihre Stärke im Umschaltspiel an, einem Torerfolg kamen sie aber nur einmal ganz nahe. Dank ÖFB-Mithilfe. Puntigam bediente unabsichtlich Sanne Troelsgaard, bei deren Schuss die Latte rettete (21.). Die ÖFB-Auswahl ließ sich davon aber nicht verunsichern, Burger nahm sich ein Herz, verfehlte allerdings das Tor (25.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte ging noch ein Kirchberger-Kopfball daneben.

Dänemark wird besser

Nach dem Seitenwechsel gaben die Däninnen vermehrt den Ton an, bei einem von Simone Boye Sörensen per Kopf verlängerten Nadim-Kopfball zeichnete sich Zinsberger aus (54.). In der 61. Minute konnte sich die sonst sehr gut markierte Pernille Harder erstmals in Szene setzen, Österreichs Torfrau hatte aber etwas gegen einen Gegentreffer einzuwenden (61.). Nach dem anschließenden Corner hätte Burger den Ball beinahe ins eigene Tor gelenkt (62.).

Zitterpartie in der Verlängerung

Auf der anderen Seite fand die ÖFB-Rekordtorschützin bei einem Kopfball übers Tor (67.) Österreichs einzig größere Chance vor. Dänemark war der Entscheidung deutlich näher, Viktoria Schnaderbeck konnte einen Nadim-Abschluss blocken (89.). Die Verlängerung erwies sich als reine ÖFB-Zitterpartie. Zinsberger hielt einen Veje-Volley (92.). Nadim (103.) und Troelsgaard (107.) schossen genauso wie Veje (114.) drüber, ein Harder-Kopfball (120.) ging daneben.

Fußball-Heldinnen am Freitag in Wien

Dänemark gelang trotzdem die Revanche für die 2:4-Testniederlage am 6. Juli in Wiener Neustadt. Die ÖFB-Auswahl tritt nun am Freitag zu Mittag von Rotterdam die Heimreise an, am Abend (19 Uhr) gibt es einen Empfang am Rathausplatz in Wien. Das Turnier ist ja trotz der Niederlage für Österreich sensationell verlaufen.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.09.2020 um 07:21 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportwelt/oesterreichs-em-finaltraum-zerplatzt-gegen-daenemark-56534359

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