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ÖSV bei neuen Spitzensport-Fördersummen weiter klar top

Ski, Judo und Tennis schnitten u.a. am besten ab APA
Ski, Judo und Tennis schnitten u.a. am besten ab

Seit Montag sind die neuen Summen für die Fördermittel-Vergabe in Österreichs Sport bekannt. Schon in der Früh waren die 59 Fachverbände über die ihnen zugedachten Summen informiert worden, am späten Vormittag dann auch die Medien. Die Fördersumme 2018 bildet die Basis, von der es von der Bundes-Sport GmbH je nach Erfüllung der Kriterien bis zu 5 Prozent mehr oder bis zu 15 Prozent weniger gibt.

Gewichtet wurde nach zwei Kriterienfeldern. Einerseits gab es die leistungs-orientierte Bewertung, also die internationalen Erfolge sowie die internationale und nationale Bedeutung einer Sportart. Neben diesem Fakten-Check hatten die Verbände bis 30. Juni Zeit, ihren Input für die potenzial-orientierte Bewertung zu liefern. Dabei ging es um die Qualität und das Ausmaß der Nachwuchsarbeit, die Qualität der Verbandsstruktur und -arbeit sowie die sportlichen Entwicklungsperspektiven.

Diesem letzten Punkt galt beim Team der Bundes-Sport GmbH um Geschäftsführer Clemens Trimmel besonderes Augenmerk. "Das Gesamtpotenzial und die Perspektive hatten wir immer im Hinterkopf", sagte Trimmel in einer Pressekonferenz am Montag in Wien. "Uns ging es aber auch um die soziale Verträglichkeit." Daher wurde nicht ganz neu bewertet, sondern die bisherige Summe als Basis genommen. Ein totaler finanzieller Absturz eines Verbandes war so nicht möglich.

Die beste Bewertung erhielt der Skiverband (ÖSV), es folgten Rodeln (ÖRV), Segeln (OeSV), die Leichtathletik (ÖLV), Judo (ÖJV) und Tennis (ÖTV). Dieses Sportarten-Sextett erhält 2019 fünf Prozent mehr als zuletzt. Allerdings wurden bzw. mussten von der 2018-Gesamtfördersumme von 34.265.304 Millionen Euro auf Basis des Bundessportförderungsgesetzes 2017 für unverschuldete oder unerwartete Mehraufwendungen 5 Prozent Rücklagen zurückbehalten werden.

Zu den somit für 2019 vorerst nur noch 31,825 Mio. Euro kamen aber Mehrmittel in der Höhe von 2,4 Mio. Euro. "Ich muss dem Sportminister (Karl-Heinz Strache, Anm.) und seinem Team für die Valorisierung dieser Mittel danken", erklärte Trimmel. Zur 2018er-Summe fehlen damit aktuell nur noch rund 40.000 Euro. Auch die sollen nach Möglichkeit noch lukriert werden. Die nicht verwendeten Rücklagen eines Jahres werden übrigens im Folgejahr zur Gesamt-Fördersumme addiert.

In Zahlen erhält der ÖSV in der Verbandsförderung wie bisher die klar höchste Summe, aktuell 2.481.306 Mio. Euro. Es folgen Handball (ÖHB/1.383.618), die Leichtathletik (1.359.307), Rodeln (1.320.395) sowie Segeln (1.275.677). Der Fußballbund (ÖFB) ist von dieser Förderung gesetzlich ausgenommen und erhält so geregelte 14,96 Mio. Euro. Am wenigsten erhalten Casting (32.347 Euro) und Squash (56.280). Für sie gab es wie u.a. für Skibob, Tanzen und Boxen minus 15 Prozent.

Auf Basis der zugesprochenen Summen sind die Fachverbände aufgefordert, ab sofort über ein Antragssystem die Verwendung der Beträge einzureichen bzw. vorzuschlagen. Die Verbände haben dabei freie Hand, von Mitte Oktober bis Ende November müssen sie aber in einem Gesprächstermin bei der Bundes-Sport GmbH aber Stellung dazu nehmen. Danach wird allenfalls adaptiert bzw. in jedem Fall die jeweilige Summe in Quartalszahlungen im Vorhinein ausgeschüttet.

Abseits der Verbandsförderung bildet die athletenspezifische Spitzensportförderung die zweite Säule der Fördermittelvergabe im Leistungs- und Spitzensport. Aus diesem Topf von sieben Millionen Euro werden Spitzen-Athleten in Olympia-Sportarten direkt unterstützt. Ausgezahlt an die Aktiven wird aber über den jeweiligen Fachverband. Verpflichtende Unterschriften von Athlet und Verband sollen belegen, dass alle Betroffenen über die Förderung Bescheid wissen.

Es gibt vier Kader, je einen in Hinblick auf die nächsten (Sommer/Tokio 2020, Winter/Peking 2022) und die übernächsten Olympischen Spiele (Sommer/Paris 2024, Winter/2026, noch nicht vergeben). Die Leistungsvorgaben, um in die Kader 2020 bzw. 2022 zu kommen, sind naturgemäß härter als jene für 2024/2026. Da sind auch etliche aktuelle hoffnungsvolle Nachwuchsathleten erfasst. Wer geforderte Kriterien bis zur Deadline Ende Juli zweimal erfüllt hat, ist auf alle Fälle erfasst.

Gefordert wurden etwa für 2020/2022 ein EM-Podest und WM-Top-8, für 2024/2026 sind es jeweils die Top 16. Für Teams ist das Kriterium mit der Quali für ein Großereignis erfüllt. Für Tokio 2020 erhalten etwa die Leichtathleten Lukas Weißhaidinger, Ivona Dadic und Verena Preiner 70.000, 65.000 bzw. 40.000 Euro, für Peking 2020 das Eishockey-Männerteam mit 100.000 Euro das Doppelte von Eisschnellläuferin Vanessa Herzog. Auch die Verwendung dieser Summen muss belegt werden.

(APA)

Aufgerufen am 13.12.2018 um 09:06 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportwelt/oesv-bei-neuen-spitzensport-foerdersummen-weiter-klar-top-60216397

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