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Eine Woche nach Ende

Rallye Dakar fordert weiteren Toten

Edwin Straver stirbt nach Sturz im Spital

Edwin Straver, Rallye Dakar APA/AFP/FRANCK FIFE
Edwin Straver verstarb nach einem Sturz im Krankenhaus. (ARCHIVBILD)

Der niederländische Motorradfahrer Edwin Straver ist eine Woche nach seinem schweren Sturz bei der Rallye Dakar gestorben. Wie niederländische Medien am Freitag berichteten, verstarb der 48-Jährige an den Verletzungen, die er sich bei seinem Unfall zugezogen hatte. Die diesjährige, in Saudi Arabien ausgetragene Dakar forderte damit ein zweites Todesopfer nach dem Portugiesen Paulo Goncalves.

Straver war auf der elften Etappe am 16. Jänner nach Haradh gestürzt und für rund zehn Minuten ohne Herzschlag gewesen. Ärzte hatten den auf einer privaten KTM fahrenden Niederländer wiederbelebt. Er brach sich bei seinem Unfall laut Berichten einen Halswirbel und wurde im Koma liegend diese Woche in seine Heimat geflogen.

Goncalves stirbt auf siebter Dakar-Etappe

Goncalves war nach einem Sturz auf der siebenten Etappe gestorben. Der Tod des 40-Jährigen bei der Premiere des Events in Saudi-Arabien war der erste eines Fahrers bei der Rallye Dakar seit fünf Jahren gewesen.

Der Salzburger Motorrad-Pilot Matthias Walkner schilderte in einem ausführlichen Facebook-Posting, wie er die Stürze von Goncalves und Straver miterlebt hat.

Jetzt hab ich mal etwas Zeit zum verschnaufen und kann euch bissl von meinem Tag berichten. Ich bin wirklich froh, dass...

Gepostet von Matthias Walkner am Freitag, 17. Januar 2020

Immer wieder Todesfälle bei Rallye Dakar

In der Geschichte der Rallye Dakar hat es immer wieder tragische Unglücke zu beklagen gegeben.

Todesopfer bei der Rallye Dakar seit 1979:

  • 1979: Motorrad-Pilot Patrick Dodin (FRA) stirbt nach einem Sturz.
  • 1981: Drei italienische Journalisten sterben beim Unfall eines Begleitfahrzeugs.
  • 1982: Bert Oosterhuis (NED) erleidet bei einem Motorrad-Sturz tödliche Verletzungen. Die Journalistin Ursula Zentsch stirbt beim Unfall eines Begleit-LKW. Ein Kind wird in Mali von einem Fahrzeug tödlich verletzt.
  • 1983: Jean-Noel Pineau (FRA) stirbt bei einem Sturz mit seinem Motorrad.
  • 1984: Eine Zuschauerin in Burkina Faso wird angefahren und tödlich verletzt.
  • 1985: Ein am Streckenrand stehendes Kind wird in Nigeria angefahren und stirbt.
  • 1986: Der Japaner Yasuo Kaneko wird auf einer Verbindungsetappe in Frankreich mit seinem Motorrad beim Zusammenprall mit einem Auto getötet. Beim Absturz eines Helikopters im Niger kommen fünf Personen ums Leben, unter ihnen der Dakar-Gründer Thierry Sabine.
  • 1987: Der Lenker eines Pressefahrzeugs stirbt bei einem Unfall
  • 1988: Kees van Loevezijn (NED) wird aus seinem LKW geschleudert und stirbt. Co-Pilot Patrick Canado (FRA) stirbt beim Zusammenstoß zweier Rallye-Autos. Motorrad-Pilot Jean-Claude Huger (FRA) erliegt seinen Sturzverletzungen. Zwei Journalisten, zwei Kinder und eine Frau kommen bei Unfällen ums Leben.
  • 1990: Ein Journalist stirbt nach einem Unfall.
  • 1991: Der Lenker eines Tank-LKW aus dem Begleittross wird in Mali erschossen.
  • 1992: Jean-Marie Sounillac und Laurent Le Bourgeois (FRA) sterben beim Unfall eines Begleit-LKW in Libyen. Motorrad-Pilot Gilles Lalay (FRA) wird von einem Sanitätsfahrzeug angefahren und tödlich verletzt.
  • 1994: Motorrad-Pilot Michel Sansen (BEL) und ein Kind kommen bei einem Sturz ums Leben.
  • 1996: Laurent Gueguen (FRA) stirbt bei der Explosion seines LKW in einer Krisenzone (Marokko/Polisario-Front). In Guinea wird ein Kind durch ein Motorrad getötet.
  • 1997: Motorrad-Pilot Jean-Pierre Leduc (FRA) stirbt nach einem Sturz.
  • 1998: Fünf Autoinsassen aus Mauretanien versuchen einen Teilnehmer auf einer Verbindungsetappe zu überholen und kommen bei dem Unfall ums Leben.
  • 1999: Ein Gendarm stirbt in Burkina Faso beim Zusammenstoß seines Autos mit einem Teilnehmer.
  • 2002: Ein Mitglied des Toyota-Teams stirbt bei einem Unfall.
  • 2003: Bruno Cauvy (FRA) kommt bei einem Unfall in den Dünen Libyens ums Leben.
  • 2005: Motorrad-Pilot Jose Manuel Perez (ESP) erliegt seinen Sturzverletzungen. Motorrad-Pilot Fabrizio Meoni, Dakar-Sieger von 2001 und 2002, stirbt nach einem Sturz in Mauretanien. Ein Mädchen wird von einem Assistenz-LKW tödlich verletzt
  • 2006: Motorrad-Pilot Andy Caldecott (AUS) erliegt seinen Sturzverletzungen in Mauretanien. Ein Bub wird beim Überqueren der Fahrbahn von einem Teilnehmer angefahren und stirbt.
  • 2007: Die Motorrad-Piloten Elmer Symons (RSA) und Eric Aubijoux (FRA) kommen bei zwei Unfällen ums Leben.
  • 2009: Motorrad-Pilot Pascal Terry (FRA) wird drei Tage nach seinem Verschwinden in Argentinien tot aufgefunden. Ein Begleit-LKW prallt in Chile gegen ein Auto, in dem zwei Insassen sterben.
  • 2010: Das Auto des Deutschen Mirco Schultis kommt bei Cordoba von der Strecke ab, prallt gegen eine Gruppe von Zuschauern, eine 28-jährige Argentinierin stirbt im Spital an ihren Verletzungen.
  • 2012: Der argentinische Motorrad-Pilot Jorge Martinez Boero stirbt bei einem Unfall zwei Kilometer vor dem Ziel in der Nähe der Stadt Necochea.
  • 2013: Der französische Motorrad-Pilot Thomas Bourgin stirbt in Chile nach einem Zusammenstoß mit einem Polizeiauto.
  • 2014: Der belgische Motorradfahrer Eric Palante verunglückt in Argentinien tödlich. Auch zwei Journalisten sterben: Ihr Auto stürzt in eine Schlucht.
  • 2015: Der polnische Motorradfahrer Michal Hernik wird in Argentinien auf der Etappe von San Juan nach Chilecito bei Kilometer 206 tot aufgefunden.
  • 2016: Ein 63-jähriger Zuschauer aus Bolivien stirbt, nachdem er vom Mitsubishi des Franzosen Lionel Baud erfasst worden ist.
  • 2020: Der portugiesische Motorrad-Pilot Paulo Goncalves stirbt nach einem Sturz zwischen Riad und Wadi Al Dawasir.
  • 2020: Der Niederländer Edwin Straver stirbt eine Woche nach seinem Sturz im Spital.
(Quelle: APA)

Aufgerufen am 18.02.2020 um 11:03 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportwelt/rallye-dakar-edwin-straver-stirbt-nach-sturz-im-spital-82467730

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