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Rapid bei 0:0 gegen WAC "grottenschlecht" - Fans sauer

Rapid am Boden - Dabei war Mert Müldür noch einer der Besten APA (EXPA/ALEXANDER FORST)
Rapid am Boden - Dabei war Mert Müldür noch einer der Besten

In den jüngsten drei Pflichtspielen kein Sieg und nur zwei erzielte Tore: Statt einem Start nach Maß steckt Fußball-Rekordmeister Rapid in der jungen Saison in einem Tief. Der Zeitpunkt ist äußerst ungünstig, am Donnerstag droht gegen Slovan Bratislava das frühe Europacup-Aus. Sollte die Trendumkehr gegen die Slowaken nicht eingeleitet werden, wird die Luft für Trainer Goran Djuricin extrem dünn.

Schon am Sonntag unmittelbar nach Schlusspfiff beim äußerst schmeichelhaften 0:0-Heimremis gegen den WAC gab es ein gellendes Pfeifkonzert und vom "Block West" lautstarke "Gogo raus"-Sprechchöre. "Ich verstehe den Unmut der Fans vollkommen. Sie haben uns gepusht und unsere Leistung war wirklich schrecklich. Wir haben grottenschlecht gespielt. Wahrscheinlich würde ich es als Fan auch so machen", verlautete Rapids Coach.

Die Reaktion der Fans kam auch für Kapitän Stefan Schwab nicht überraschend. "Wir spielen das zweite Mal zu Hause eine Katastrophe, dass die Fans da nicht zufrieden sind, ist natürlich ganz klar. Das hilft uns nicht weiter, aber mit dem können wir uns jetzt nicht beschäftigen", so der 27-Jährige.

Verärgert waren aber nicht nur die Anhänger, sondern auch die obersten Vereins-Verantwortlichen. "Das Beste an dem Spiel ist, dass der Rasen gehalten hat. Es war in allen Belangen Rapid unwürdig", betonte Präsident Michael Krammer gegenüber Sky.

Auf ansprechende erste zehn Minuten, in denen Rapid durch Veton Berisha (7.) die einzige grün-weiße Torchance im gesamten Spiel vorfand, folgte ein Auftritt, der viele Fragezeichen aufwarf. Völlig harmlos und ohne Ideen im Spiel nach vorne, sichtbare Probleme im Spiel gegen den Ball, viele Fehlpässe. Die Verunsicherung am Platz war richtig spürbar. "Wir haben nichts umgesetzt von dem, was wir wollten. Es war fußballerisch die schlechteste Leistung in meiner Ära", analysierte Djuricin.

Der 43-Jährige war nicht nur "richtig angefressen", sondern auch sichtlich geknickt. "Ich geniere mich für die Leistung, die ich auf meine Kappe nehmen muss", so Rapids Coach. Die Rotation brachte nicht den gewünschten Erfolg, von den vier frischen Spielern konnte einzig der 19-jährige Mert Müldür halbwegs überzeugen.

Die nötige Spritzigkeit suchte man trotz Personalwechseln vergebens. "Gegen den Ball sind wir zu passiv, als Mannschaft agieren wir zu weit auseinander und vor allem fordern wir zu wenig die Bälle", resümierte Schwab. Und Thomas Murg ergänzte: "Es war keine Leidenschaft dabei und keiner wollte den Ball haben."

Anders als Djuricin scheint sein Wolfsberger Gegenüber Christian Ilzer so etwas wie der Mann der Stunde unter den Bundesliga-Trainern zu sein. Seine Elf trat in Hütteldorf sehr mutig auf, war extrem bissig und ging nur aufgrund der fehlenden Effizienz nicht als Sieger vom Platz. Die beste Chance ließ Ex-Niederlande-Legionär Marcel Ritzmaier, der in Richard Strebinger seinen Meister fand (34.), aus. Der 25-Jährige ist genauso wie Rückkehrer Michael Liendl ein Gewinn für den Abstiegskandidaten der vergangenen Saison. Das Zusammenspiel mit Stürmer Dever Orgill funktioniert schon ganz gut.

"Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gezeigt, uns ist vieles aufgegangen, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben ein klares Chancenübergewicht gehabt, von daher bin ich mit dem Spiel und der Leistung sehr zufrieden", resümierte Ilzer. Jammern wegen der aufgrund des Spielverlaufs verlorenen zwei Punkte wollte er nicht. "Wenn ich in die Kabine gehe und sehe, dass die Mannschaft mit dem Ergebnis in Wien nicht zufrieden ist, stimmt mich das positiv. Unter dem Strich ist ein Punkt bei Rapid aber ein Erfolg für den WAC", so Ilzer. "Vier Punkte zu holen gegen die Wiener Großclubs (nach dem 1:0 gegen die Austria in der Vorwoche, Anm.) , das lässt sich schon sehen."

(APA)

(Quelle: S24)

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