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Schlierenzauers Freudentränen berührten nach WM-Bronze

Mit einem imposanten Feuerwerk endeten am Samstagabend die Schanzenbewerbe der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften, ein Feuerwerk der Gefühle durchlebten auch die vier "bronzenen" ÖSV-Adler im Großschanzen-Teambewerb. Am Ende wurde es der perfekte Abschluss unter enorm erfolgreiche Titelkämpfe für die Truppe von Cheftrainer Heinz Kuttin.

Die größte Bedeutung hatte diese Bronzemedaille für den 53-fachen Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer. Nach seiner Odyssee mit einjähriger Auszeit und Sturz kurz vor der WM hatte er es noch ins WM-Team geschafft. Und dann in Lahti seine Form gesucht. Knapp schaffte er es in den Mannschaftsbewerb. WM-Medaille Nummer zwölf (6-5-1) hatte deshalb eine besondere Bedeutung, nicht weil es seinen Medaillensatz bei Welt-Titelkämpfen komplettiert hat.

Von Sprung zu Sprung immer besser

Es sei eine neue Situation für ihn gewesen. "Von Sprung zu Sprung immer besser in Schuss zu kommen und nicht genau zu wissen, ist man dabei oder nicht", sagte Schlierenzauer. "Jetzt bin ich glücklich und stolz, einmal öfter aufzustehen wie umzufallen. Es ist ein berührender Moment. Eine Bronzemedaille passt auch sehr gut in meine Medaillensammlung, die habe ich noch gar nicht."

Seine Reaktion im Kreis der Teamkollegen war auch Ausdruck, wie sehr er diesen Sport liebt. "Ich habe heute beim Rauffahren Gänsehaut gehabt. Ich war ein Jahr weg, mir sind die Emotionen abgegangen und es ist sicher das Schönste, das im Körper zu spüren." Und es war wohl auch ein Schub für seine nächsten Einsätze. "Es hat ja jetzt meine neue Karriere erst begonnen und ich bin stolz und happy, schauen wir was noch alles kommt."

Auch Cheftrainer Kuttin überglücklich

Cheftrainer Kuttin, der mit dieser WM wohl viele seiner Kritiker verloren hat, war überglücklich über dieses Resultat. "Wir haben vorher gesagt, wir müssen uns steigern und wir haben uns gesteigert. Nicht nur vom Springen her, auch vom Mentalen. Wir waren auf Silberkurs, dann wieder weg, es war schwer für alle. Jeder Trainer ist oben gestanden und hat eigentlich nur den Kopf gebeutelt. Du hast das Glück gebraucht, dass es über dem Vorbau stabil ist."

Mit zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze müssen die Skispringer fast schon Übergepäck beim Heimflug bezahlen. "Es war unser Ziel, bei jedem Wettkampf um eine Medaille zu kämpfen. Wir fahren mehr als glücklich nach Hause", betonte Kuttin.

Kraft: Hat mir irrsinnig getaugt"

Und dies natürlich vor allem dank dem derzeitigen Überflieger nicht nur im österreichischen Team. Mit einem 134-m-Satz und dann bei instabilen Bedingungen einem auf 126 sicherte Doppel-Weltmeister seinem Team Platz drei. "Genial. Es war unglaublich, der erste Durchgang so spannend. Man hat im zweiten nie was sagen können", spielte Kraft auf die Windturbulenzen an, die u.a. dem Deutschen Stephan Leyhe im Finale bei 103,5 m landen ließen. "Dass ich auf der Großen genau heute meine zwei besten Sprünge mache, hat mir irrsinnig getaugt", freute sich der Salzburger, der in einer Individualwertung sogar klar Tagesbester war.

Auch für ihn waren die Emotionen eines 53-fachen Weltcupsiegers Schlierenzauer nach Bronze berührend. "Wenn so einer sagt, dass du unglaublich bist, und 'danke es war wichtig, dass du dich nochmals gesteigert hast'... Was Gregor mitgemacht hat die letzten drei Wochen und vor allem das letzte Jahr.., wir werden ihn brauchen im Team", sagte der vierfache Medaillengewinner.

Edelmetall für Hayböck kurz vor Geburtstag

Wenige Stunden vor seinem 26. Geburtstag durfte auch sein Kumpel Hayböck über Edelmetall jubeln. "Es hat so ausgeschaut, dass es ein Wettkampf wird, der rein sportlich entschieden wird. Im ersten Durchgang waren perfekte Bedingungen. Der zweite Durchgang hat mir herunten als Zuschauer so viele Nerven gekostet wie noch selten", verriet der Oberösterreicher lachend.

Und auch Manuel Fettner war der Bewerb fast zu spannend. "Es war der erwartete, sehr spannende Bewerb zum Abschluss. Der Wind hat das Ganze im zweiten Durchgang noch viel spannender gemacht, als wir uns das alle erhofft haben", meinte der Tiroler. "Gott sei Dank ist es sich noch glücklich mit der Medaille ausgegangen, weil vom Glück verfolgt waren wir im zweiten Durchgang sicher nicht. Wir sind alle sehr glücklich."

(APA)

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(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.05.2021 um 12:02 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportwelt/schlierenzauers-freudentraenen-beruehrten-nach-wm-bronze-55329298

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