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"Schneeleopardin" Simader will auch bei Olympia aufzeigen

Sabrina Wankjiku Simader mit ihrem Trainer Christian Reif APA
Sabrina Wankjiku Simader mit ihrem Trainer Christian Reif

Als erste Kenianerin im Ski-Weltcup und bei einer WM hat Sabrina Wanjiku Simader vergangenen Winter Bekanntheit erlangt. Im kommenden Februar wird die in der Steiermark lebende, 19-jährige Skirennfahrerin erstmals auch bei Olympia an den Start gehen. Simader ist für die Spiele 2018 in Südkorea bereits qualifiziert.

Spätestens dort will die dunkelhäutige Austro-Kenianerin, die als Dreijährige nach Österreich gekommen ist, auch sportlich aus den hinteren Reihen wegkommen. "Ich will nicht als Exotin zu Olympia fahren, sondern als Leistungssportlerin", betonte Simader am Montag in Wien, wo ihr aktuellster Sponsor (Western Union) präsentiert wurde. Damit unterscheidet sich Simader von Landsleuten wie Langläufer Philip Boit, der 1998 in Nagano als erster Winter-Olympia-Teilnehmer Kenias berühmt geworden ist. "Er war zwar nicht der Schnellste, aber er hat nie aufgegeben und sein Ding durchgezogen. Das imponiert mir", nimmt Simader dennoch Anleihe an Boit.

Wahl zu "Sportlerin des Jahres"

Simaders Planung sieht trotz ernüchterndem Start mit letzten Plätzen im Weltcup und bei der WM freilich mehr vor. "Langfristiges Ziel ist, mit der Kenia-Flagge am Podium zu stehen und die Hymne zu singen. Und zwar mehrfach", betonte sie. "Ich kann derzeit nicht sagen, wie meine Entwicklung weitergeht. Ich bin aber sehr ehrgeizig und entschlossen und werde alles geben, um dorthin zu kommen", versprach sie. Honoriert hat man die bisherigen Leistungen Simaders auch in ihrer Heimat. So wurde der Teenager kürzlich zur "Sportlerin des Jahres" bei den African-Women-in-Europa-Awards-2017 gewählt.

"Sabrina ist eine Weltbürgerin"

Beeindruckt vom Ehrgeiz Simaders zeigte sich in Wien deshalb auch Kenias Botschafter. "Unser Land hat natürlich mehr Tradition im Mittel- und Langstreckenlauf. Aber Sabrina ist eine wahre Botschafterin. Wo sie ist, ist Kenia. Sie kann später mal an meiner Stelle stehen", sagte Michael Oyugi, dem man danach einen Anorak mit der Aufschrift "Kenya Ski Nationalteam" überreichte. Dass ein Dienstleister im weltweiten Bargeldtransfer nun ein Sponsor-Partner ist, lag für Herbert Seitner von Western Union auf der Hand. "Sabrina ist eine Weltbürgerin."

Start in Sölden als Ziel

Für Wanjiku Simader beginnt nun mit dem Training in Sölden und Hintertux die Vorbereitung auf die Olympia-Saison. Dabei soll bei FIS- und Europacup-Rennen vor allem der Punkterückstand auf die Weltelite möglichst halbiert werden, um mit besseren Startnummern in die Rennen gehen zu können. Ein Antreten Ende Oktober beim Weltcup-Auftakt in Sölden ist für die bevorzugt bei Speed-Rennen antretende Athletin Thema, aber offen. "Ich brauche unbedingt Glatteis fürs Training", erklärte die Freiluft-Fanatikerin, die ihre ersten Jahre in Kenia in einem auf 1.800 Meter Seehöhe liegenden Ort namens "Uplands" ("Da ist es in der Früh auch frostig, ich bin es also gewohnt") verbracht hat. Zusammen mit ihrem Trainer Christian Reif muss sie meist bei anderen Teams unterkommen, um auf professionellen Trainingspisten üben zu können.

"Wenn wir das jetzt zwölf Tage kontinuierlich durchziehen können und ich mich steigere, ist ein Start vorstellbar", meinte Simader. Sie weiß aber auch: "Sölden ist einer der schwierigsten Riesentorläufe überhaupt. Nur dabei sein, macht keinen Sinn."

Das Team um Sabrina Wanjiku Simader

Simaders Mini-Team umfasst mittlerweile sechs Personen. Trainer Reif ist weiterhin auch Servicemann, dazu kommen Mama Sarah als "Sekretärin" oder mit Klaus Tritscher neuerdings auch ein Manager. Dass Letzterer in seinem Hauptberuf Finanzierungen von Umwelt-Infrastrukturprojekten in Afrika besorgt, unterstreicht die Internationalität des kleinen Kenia-Teams. "Da muss man gut zusammen arbeiten", bestätigte Simader, dass man in so einer Mini-Struktur als Skirennläuferin mehrere Jobs zu erledigen hat. "Aber so kann ich mitwachsen", betonte die 19-Jährige, die nach einer Zeit in der Ski-Akademie Schladming nun ihren Handelsschulabschluss in Liezen absolviert.

Simaders Marke ist der Schneeleopard, eine im zentralasiatischen Hochgebirge lebende Großkatze. Unübersehbar erkennbar ist das am Design ihrer Rennanzüge. "Ein Schneeleopard ist flott und hat mit dem Leopard in Afrika zu tun. Das ist eine coole Kombination", nimmt Simader Anleihe an der österreichischen Olympiasiegerin Anna Veith, die bekanntlich den Geparden zum Lieblingstier erkoren hat. Simader: "Der Schneeleopard ist fokussiert und immer auf der Jagd. Das mache ich auch."

(APA)

(Quelle: S24)

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