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Ski-Adler Michael Hayböck mit Liebesgeständnis an Salzburg

Michael Hayböck will nach einer verkorsten Saison im Olympia-Jahr voll angreifen. APA/EXPA/JFK
Michael Hayböck will nach einer verkorsten Saison im Olympia-Jahr voll angreifen.

Beim ersten Schneekontakt der Saison waren die Ski bei Michael Hayböck noch nicht dabei. Auf dem verschneiten Untersberg erzählte uns der Wahl-Salzburger, was er an der Mozartstadt so schätzt, welche Saison-Ziele er im Olympia-Winter verfolgt und wann sich Busenfreund Stefan Kraft in die "Hosen macht".

Michael Hayböck stand im vergangenen Winter im Schatten von Salzburgs Medaillenhamster Stefan Kraft. Mit Platz sieben beendete der ÖSV-Adler die Saison in den Top 10 - für den Oberrösterreicher ein verkorstes Jahr. Schwere Rückenprobleme und ein Virus haben den 26-Jährigen umgehauen. Nichtsdestotrotz hat er einen Weltcup gewonnen, nur die Konstanz zu einer Top-Platzierung fehlte. "Die Schmerzen im Rückenbereich sind wie weggeblasen, der Sommer stand ganz im Zeichen der Materialentwicklung", sagte Hayböck im SALZBURG24-Gespräch.

Feuertaufe für streng geheime ÖSV-Schuhe

Die anstrengende WM-Saison ließ der Skispringer im familiären Kreis ausklingen und sammelte Kraft für das anstehende Olympia-Jahr. "Die Zeit daheim hat mir sehr gut getan. Während der Wettbewerbe sehe ich nur selten meine Familie", erklärte der Wahl-Salzburger. Getüftelt hat er gemeinsam mit dem ÖSV-Team an eigens entwickelten Skisprung-Schuhen. Nach fünfjähriger Entwicklungsphase wurden die streng geheimen Modelle bei den letzten Sprüngen getestet. "Ein von Grund auf anderes Modell. Manuel Fettner hat mit dem Prototyp sein bestes Jahr absolviert. Zu viel kann und darf ich darüber nicht verraten. Andere Länder wie Deutschland und Norwegen investieren ebenso sehr viel Zeit in dem komplexen Thema", fügte er an. Aktuell stehe allerdings noch nicht fest, ob das neue Modell im Weltcup zum Einsatz kommt.

Im SALZBURG24-Interview zeigte sich Hayböck am Untersberg sehr gesprächig./Jumpandreach Salzburg24
Im SALZBURG24-Interview zeigte sich Hayböck am Untersberg sehr gesprächig./Jumpandreach

Regeländerung stoßen bei Hayböck nicht auf Gegenliebe

Dass die Ergebnisse mit den neuen Schuhen im Sommer-GP bisher nicht top waren, beunruhigt den Spitzensportler nicht. "Ich weiß, dass ich auf einem guten Weg bin, ich traue mir etwas zu", betonte der Oberösterreicher. Olympia ist für ihn das Ziel Nummer eins. "Wenn man dann dabei ist, dann will man auch mit einer Medaille heimfahren." Eine Regeländerung der FIS, die noch definitiv beschlossen werden muss, stößt bei Hayböck aber nicht auf Gegenliebe. Demnach müssten sich künftig auch die besten Zehn des Weltcups jeweils für die Bewerbe erst qualifizieren. "Das taugt mir nicht. Ich habe mir immer wieder die Freiheit genommen, die Quali auszulassen", sagte Hayböck. Er verstehe aber, dass bei TV-Übertragungen die Besten am Start sein sollten.

"Lebensqualität in Salzburg ist brutal"

Im Sommer bezog der Linzer seine jüngt gekaufte Wohnung in Anif. "Die Nähe zu den Seen, der Stadt und zu den Bergen haben es mir besonders angetan. Salzburg hat eine brutale Lebensqualität", sagte Hayböck, der sich auch nach seiner Karriere vorstellen kann, nahe der Mozartstadt zu bleiben. Neben der Königsseeache erholt sich Hayböck am besten am Fuschl- oder Wallersee. Mit seinen Erfolgen im ÖSV-Team stieg der Bekanntheitsgrad des Sportler enorm. Auf der Straße, beim Einkaufen und sogar beim Urlaub auf Sardinien wollen die Fans Fotos und Autogramme haben. "Das stört mich allerdings nicht - es gehört irgendwie dazu." In seiner Freizeit lebt der 26 Jahre alte Hobby-Pilot - gleich wie Kombinierer Mario Seidl - seine Flug-Leidenschaft über den Alpen aus. "Es gibt nichts schöneres als Fliegen. Da bleibt die Zeit regelrecht stehen", sagte Hayböck, der ebenso gerne Golf und Tennis spielt.

Während der Saison schaut er mit seinem Freund Kraft Serien wie "Game Of Thrones" oder "The Walking Dead". "Wir ziehen uns vor dem Schlafengehen jedes Mal zum Abschalten eine Serie rein. Besonders lustig ist es, wenn sich der 'Krafti' ein wenig in die Hosen macht."

(Quelle: S24)

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