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Sturm stürzt immer tiefer in die Krise

Sturm-Fans verlieren Geduld mit der Mannschaft Salzburg24
Sturm-Fans verlieren Geduld mit der Mannschaft

Sturm Graz befindet sich in der Fußball-Bundesliga in einem hartnäckigen Tief. Durch die 1:4-Heimniederlage am Samstag gegen den WAC rutschten die Steirer auf den achten Tabellenplatz ab, das große Saisonziel - das Erreichen eines internationalen Startplatzes - rückt in immer weitere Ferne. Dennoch gab es für den in die Kritik geratenen Trainer Darko Milanic eine Jobgarantie.

Es stehe "außer Frage", dass der Slowene im Amt bleibe, betonte Sturms General Manager Gerhard Goldbrich auf "Sky". Vielmehr sollten sich die Spieler an der Nase nehmen. "Dumme Gegentore, Chancen ohne Ende, Stellungsfehler - das sind ein paar Punkte, die sehr enttäuschend sind. Das Gesamtpaket ist die Enttäuschung. Die Emotion und Leidenschaft, die die Mitarbiter im Verein haben, fehlt das eine oder andere Mal bei der Mannschaft", sagte Goldbrich.

Offensivspieler Daniel Beichler nahm seinen Coach ebenfalls in Schutz. "Das Trainerteam arbeitet sehr gut mit uns zusammen, probiert alles, damit wir Schritte nach vorne machen. Schlussendlich sind es wir am Platz, die versagen."

Milanic verzichtete auf eine öffentliche Abrechnung mit seinen Spielern. "Im Sport ist es oft so, dass es nicht so läuft, wie man es sich erhofft", analysierte der Slowene. Der Unmut der Anhänger, die nach dem Schlusspfiff "Wir haben die Schnauze voll" skandierten, kam für den 46-Jährigen nicht überraschend. "Dass die Fans enttäuscht sind, kann ich verstehen."

Verständnis hatte Milanic auch dafür, dass unmittelbar nach der Partie Fan-Vertrer in der Mannschaftskabine Platz nahmen. "Das war ein ganz normales Gespräch", beteuerte der frühere Maribor-Betreuer, der die Krisen-Situationen in den kommenden Tagen mit Goldbrich genauer erörtern wird.

Die Treuebekundungen des General Managers kann der bis 2016 unter Vertrag stehende Milanic offenbar nicht ganz glauben. "Dass der Trainer das schwächste Glied ist, wenn es nicht läuft, ist klar - das weiß ich und das akzeptiere ich."

Für Milanic sollte sich seine vor dem WAC-Match getätigte Aussage als Bumerang erweisen, wonach die Kärntner keinen schönen Fußball spielen - die Wolfsberger waren danach hochmotiviert, das Gegenteil zu beweisen. "Das 4:1 war die beste Antwort. Man schießt gegen Sturm keine vier Tore, wenn man einen unattraktiven Fußball spielt", meinte Trainer Dietmar Kühbauer.

Seine Mannschaft avancierte als Tabellensechster mit 17 Punkten aus den jüngsten acht Partien zu einem ernsthaften Europacup-Anwärter. "Aber wenn es nicht klappt, bin ich mit der Saison trotzdem zufrieden", erklärte der Ex-Teamspieler.

Bessere Chancen auf die Europacup-Qualifikation haben die fünfplatzierten Rieder, obwohl sie bei der Admira nicht über ein 2:2 hinauskamen. "Ursprünglich wollten wir drei Punkte mitnehmen, doch mit dem einen Punkt können wir auch gut leben", sagte Coach Michael Angerschmid. Selbiges galt auch für seinen Admira-Kollegen Walter Knaller, dessen Club den Vorsprung auf Schlusslicht Wacker Innsbruck auf fünf Zähler vergrößerte.

Der SC Wiener Neustadt liegt nach dem 2:1 in Grödig schon zwölf Punkte vor den Tirolern. "Aber der Abstiegskampf ist überhaupt noch nicht erledigt", betonte Trainer Heimo Pfeifenberger. Dem zweitplatzierten Überraschungsaufsteiger droht indes schön langsam die Luft auszugehen. "Bei uns ist seit einigen Wochen Sand im Getriebe, vor allem was das Spielerische betrifft. Aber auch gegen den Ball wird bei weitem nicht mehr so gut gearbeitet wie noch im Herbst. Wenn wir so spielen, dann haben wir keine Berechtigung für Platz zwei", ärgerte sich Grödig-Coach Adi Hütter.

(Quelle: S24)

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