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Usain Bolt holt auch über 200 m WM-Gold

Usain Bolt holte seine 10. WM-Gold-Medaille Salzburg24
Usain Bolt holte seine 10. WM-Gold-Medaille

Superstar Usain Bolt hat am Donnerstag bei der Leichtathletik-WM in Peking die 200 m gewonnen und zum vierten Mal in Folge auf dieser Strecke triumphiert. Es war das insgesamt zehnte WM-Gold für den 29-Jährigen. Bolt siegte in der Jahresweltbestzeit 19,55 Sekunden. Über 400 m der Frauen holte Alyson Felix (USA) ebenfalls in Jahresweltbestzeit von 49,26 Sekunden ihr neuntes WM-Gold.

Erst klopfte er sich mit beiden Fäusten auf die Brust, küsste die Bahn und vollendete sein Showprogramm nach vollbrachtem Werk mit seinem Pfeil-Markenzeichen. Das Bolt-Feuerwerk war der krönende Abschluss eines herausragenden Leichtathletik-Abends im Olympiastadion. Und anders als über 100 m war es kein Zittersieg für den Superstar, er verwies seinen Herausforderer Justin Gatlin dieses Mal eindeutig auf den Silberrang (19,74), Bronze gewann der Südafrikaner Anaso Jobodwana (19,87). Seit 2012 war Bolt nicht mehr so schell gewesen.

Für Bolt war es das fünfte Sprint-Double bei Großereignissen nach 2008 und 2012 bei Olympischen Spielen und 2009 und 2013 bei Weltmeisterschaften. Er hat in Peking auch noch die Chance auf sein fünften Triple, tritt er doch auch noch mit der Staffel an. Seit 2008 patzte Bolt bei Sommerspielen oder Welttitelkämpfen einzig 2011 in Osaka einmal, als er im 100-m-Finale mit Fehlstart ausschied.

Es war erst das zweite Aufeinandertreffen von Bolt und Gatlin über 200 m überhaupt, am 11. August 2005 bestritten beide das WM-Finale in Helsinki, Gatlin siegte, der erst 18-jährige Bolt trudelte mit schmerzverzerrten Gesicht auf Platz acht aus. Dieses Mal saßen sie nach dem Finale auf einer Bank nebeneinander und klopften sich beide ausgepowert die Oberschenkel.

"Gut gemacht, Usain! Ich bin einfach nur happy. Ich habe euch ja gesagt, dass ich es machen werde. Es gab keinen Zweifel. Wenn es zu den 200 m geht, dann bin ich ein anderer Mensch. Da wurde ich nur einmal geschlagen. Meine vier WM-Goldmedaillen über die 200 m sind eine große Sache", sagte Bolt, der auf der Ehrenrunde von einem Kameramann mit einem Segway regelrecht abgeschossen und zu Boden geworfen worden war, das gefährliche Hoppala aber schadlos und schmunzelnd überstand.

Die Episode mit dem Segway-Fahrer war auch ein Thema auf der Pressekonferenz. "Ich will mein Geld zurück. Er hat das falsch verstanden. Er hätte das vor dem Rennen machen sollen", sagte Justin Gatlin, der auf Platz zwei kam, und sorgte damit auch bei dem Jamaikaner für Gelächter. Angesprochen auf den Vorfall hatte Bolt zuvor gemeint, es gäbe bereits Gerüchte, dass Gatlin den Kameramann für dessen Aktion bezahlt habe.

Über sein Rennen zeigte sich Gatlin vor der Presse zufrieden: "Ich bin der älteste Mann im Feld und laufe immer noch und wirklich gut. Ich bin glücklich, dass wir bis ins Ziel ein gutes Rennen hatten."

Großes leistete auch die US-Amerikanerin Allyson Felix, die die 400 Meter ebenfalls in Jahresweltbestzeit von 49,26 Sekunden vor Shaunae Miller von den Bahamas (49,67) sowie Shericka Jackson aus Jamaika (49,99) gewann. Es war ihre bereits neunte WM-Goldmedaille, mit der Staffel kann sie am Wochenende noch eine drauflegen. "Ich wollte mich selbst herausfordern und bin glücklich, dass es aufgegangen ist", sagte die eigentliche 200-m-Spezialistin.

Im Hammerwurf lag ein neuer Weltrekord in der Luft. Die Polin Anita Wlodarczyk kam mit dem neuen WM-Rekord von 80,85 und 80,27 zuvor knapp an die von ihr am 1. August verbesserte Bestmarke von 81,08 m heran, damit schleuderte sich das Gerät heuer bereits dreimal über die magische 80-m-Marke. Es war ihr zweiter WM-Titel nach 2009, Silber ging an die Chinesin Zhang Wenxiu (76,33), Bronze an die Französin Alexandra Tavernier (74,02). "WM-Titel, Weltrekord, mehr kann man in einem Jahr nicht verlangen", jubelte Wlodarczyk.

Im Dreisprung der Männer erfüllte sich die Hoffnung auf einen 18-m-Sprung. Und beinahe fiel auch hier ein Weltrekord! Der Kubaner Pedro Pablo Pichardo, der es heuer bereits auf 18,08 und 18,06 gebracht hatte und der US-Amerikaner Christian Taylor, der ihm mit 18,06 und 18,04 kaum nachstand, lieferten sich programmgemäß im Vogelnest-Stadion ein packendes Duell bis zum letzen Sprung.

Im dritten Versuch erzielten sie jeweils 17,60 m, im vierten packte Taylor acht Zentimeter drauf, im letzten flog er zur Jahresweltbestleistung und dem persönlichen Rekord von 18,21. Pichardo wollte kontern, landete aber nach 17,73. Bronze holte sich der Portugiese Nelson Evora (17,52). Titelverteidiger Teddy Tamgho fehlte verletzungsbedingt.

"Es war ein großartiger Fight und ich habe es im letzten Versuch gemacht. Wenn du so nahe am Rekord bist, macht dich das hungriger. Ich freue mich jetzt schon auf Rio", sagte Olympiasieger Taylor. Den Weltrekord verpasste er nur um acht Zentimeter. Den hält Jonathan Edwards seit 20 Jahren mit 18,29.

(Quelle: S24)

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