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WM-Aus für Deutschland

Deutschland kann den Weltmeistertitel nicht verteidigen. Associated Press
Deutschland kann den Weltmeistertitel nicht verteidigen.

Für Deutschland ist der WM-Traum geplatzt. Die Elf von Jogi Löw verliert gegen Südkorea in der Nachspielzeit mit 0:2, während Schweden gegen Mexiko mit 3:0 gewann. Damit haben die Deutschen keine Chance mehr auf den Aufstieg aus der Gruppenphase. Schweden und Mexiko sind weiter.

Deutschland hat bei der Fußball-WM in Russland eine historische Schmach erlitten. Zum ersten Mal in der WM-Geschichte ist die deutsche Nationalelf in der Vorrunde ausgeschieden. Eine 0:2-Niederlage gegen Südkorea in Kasan war am Mittwoch zu wenig für den Aufstieg, nachdem Schweden im Parallelspiel die Mexikaner 3:0 besiegte. Die späten Tore erzielten Kim Young-gwon (93.) und Son Heung-min (96).

Mats Hummels (Verteidiger Deutschland): "Wir haben heute bis zum Schluss daran geglaubt. Wir haben den Ball einfach nicht ins Tor gebracht, es gab genug Gelegenheiten. Das hat uns heute das Genick gebrochen. Jeder Favorit hat große Probleme, die vermeintlich kleineren Teams sind defensiv sehr kompakt. Das ist ein ganz, ganz bitterer Abend für uns und alle deutschen Fußballfans."

Deutschland setzt Serie fort

Gleichzeitig setzte Deutschland mit dem Out aber auch eine Serie fort. Mit Italien (2010) und Spanien (2014) scheiterten die jüngsten beiden Titelverteidiger jeweils vier Jahre später in der Gruppenphase. Im dritten WM-Aufeinandertreffen zwischen dem DFB-Team und Südkorea gelang es den Asiaten erstmals, dem Favoriten Punkte abzuringen. Deutschland blieb sogar nur Gruppenplatz vier.

Der Weltmeister von 2014 hatte über weite Strecken der torlosen ersten Hälfte zwar mehr Spielanteile. Erneut blieb die Löw-Elf aber unter ihren Möglichkeiten, vor allem in der Defensive präsentierten sich die Deutschen häufig fehleranfällig. Die bessere Chance auf den Führungstreffer fand Südkorea vor. Unmittelbar nach Wiederanpfiff war es ausgerechnet Neuling Goretzka, der per Kopfball eine Riesenchance vergab (47.). Goalie Jo Hyeon-woo hielt den Südkoreanern mit einer Glanztat die Null fest. Die Deutschen verschärften nach diesem Warnschuss das Tempo.

"Ich denke, dass jeder sehr enttäuscht und traurig ist, dass wir diese große Chance verpasst haben. Ich denke, dass von uns allen die Bereitschaft nicht groß genug war und der Wille zu zeigen, dass wir bei dieser Weltmeisterschaft was reißen wollen. Wir haben in keinem Spiel richtig überzeugt, wo wir sagen können, das war die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Das ist bitter und erbärmlich", erklärt Torwart Manuel Neuer nach dem Spiel.

Salzburgs Hwang in zweiter Hälfte im Einsatz

Die beste Chance der Südkoreaner, bei denen Salzburg-Legionär Hwang ab der 56. Minute zum Einsatz gekommen ist, fand in der zweiten Hälfte Son in der 78. Minute vor. Ein Konter endete aber schließlich mit einem knappen Fehlschuss. Weitere Konterchancen spielten die Asiaten nicht konsequent zu Ende. Für die endgültige Entscheidung sorgte schließlich aber Kim mit seinem Treffer in der dritten Minute der Nachspielzeit, nach einem langen Pass auf Son stellte dieser in Minute 96 sogar noch auf 2:0.

Geht Löw?

Löw übernahm die Verantwortung für das historische Aus. "Der gesamte deutsche Fußball, wir alle haben verloren. Nicht nur ein Spiel, sondern vieles von dem, was wir uns in den letzten Jahren aufgebaut haben", sagte der Teamchef, der seit 2006 im Amt ist und gerade erst seinen Vertrag bis zur WM 2022 in Katar verlängert hatte. Er sei nun der erste, der sich hinterfragen müsse, betonte er: "Da muss ich jetzt eine Nacht drüber schlafen, so kurz nach dem Spiel bin ich total frustriert und enttäuscht. Das hätte ich mir nicht vorstellen können."

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff rechnet indes nicht mit einem Rücktritt von Löw. "Es ist nicht der Zeitpunkt, Einzelanalysen zu machen. Ich gehe fest davon aus, dass Jogi weitermacht." 

Schweden und Mexiko im Achtelfinale

Schweden schaffte den Sprung ins Achtelfinale mit einem 3:0 (0:0) gegen die Mexiko aus eigener Kraft. Mexiko profitierte vom Ausrutscher von Weltmeister Deutschland und durfte sich nach Schlusspfiff ebenso freuen. Ludwig Augustinsson (50.), Kapitän Andreas Granqvist (62.) per Foul-Elfmeter und Edson Alvarez (74.) mit einem Eigentor trafen für die Schweden, die sich als Erster der Gruppe in die K.o.-Phase hievten. Die Nordländer schafften den Aufstieg damit auch bei ihrer vierten WM-Teilnahme in Folge. Mexiko steht zum bereits siebenten Mal en suite im Achtelfinale einer Weltmeisterschaft.

Schwedens Erfolg war verdient, auch wenn er nach dank zwei kurioser Treffer zu hoch ausfiel. Die Skandinavier waren die körperlich robustere Elf, die in ihren Offensivaktionen zielgerichteter agierte. Dabei hatte Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio einmal nicht experimentiert. Ungeachtet seiner üblichen Gewohnheit bot der Kolumbianer dieselbe Formation wie zuletzt beim 2:1 gegen Südkorea auf. Schweden war aber von Start weg gefährlicher.

Mexikaner freuen sich trotz Niederlage

Mexiko tat sich trotz Feldüberlegenheit schwer, offensiv für Torgefahr zu sorgen. Zwar kurbelten die Mittelamerikaner vor allem über die linke Flanke durch den agilen Hirving Lozano das Spiel an, im Sechzehner war aber Endstation. Die beste Möglichkeit entsprang einem Ballverlust der Schweden in der eigenen Spielhälfte, Carlos Vela zirkelte den Ball jedoch am langen Eck vorbei (17.).

Das mexikanische Fiasko vervollständigte sich in der 74. Minute, als Alvarez den Ball nach einem schwedischen Einwurf mit der Hand ins eigene Tor lenkte. Spätestens jetzt musste Mexiko auf Südkorea hoffen, das Weltmeister Deutschland im Parallelspiel zunächst torlos hielt. Beim 1:0 der Koreaner feierten die mexikanischen Fans mit Blick auf ihre Handys zunächst, erstarrten dann beim Videobeweis, ehe sie sich wieder freuen durften. Das 0:3 war am Ende fast Nebensache.

(SALZBURG24/APA)

Aufgerufen am 16.11.2018 um 03:14 auf https://www.salzburg24.at/sport/sportwelt/wm-aus-fuer-deutschland-58518643

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