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Thomas Weissenberger schafft Odyssee zum Weltrekord

Nach vier Jahren Planung hat es endlich geklappt mit dem Weltrekord: 365 Kilometer im Hin- und Rückflug, das hat noch niemand davor geschafft. Bis dorthin war es ein weiter, anstrengender Weg.

Das Unternehmen war nicht ohne Risiko, schlussendlich hat Thomas Weissenberger den Weltrekord aber eingesackt. Noch niemand hat die Kordilleren-Küste in einem Hin- und Rückflug in dem Ausmaß in Angriff genommen. Bei drei Rekordflügen in Chile konnte sich der Salzburger immer weiter steigern. Erst 340 Kilometer, dann 347, und schließlich 365: Weltrekord, alle drei über der bestehenden Bestmarke von 333 Kilomenter. "Es ist schon unglaublich nun das große Ziel erreicht zu haben. Eine riesige Freude und Genugtuung zugleich für mich und alle Beteiligten", verlieh Weissenberger seiner Freude Ausdruck.

Auf Messers Schneide

Ein aufgelegter Rekord war es aber nicht. Die letzten 20 Kilometer verschlechterten sich die Bedingungen. Durch den kalten Humboldt-Strom im Südpazifik zog Hochnebel auf, wegen der fehlenden Sonneneinstrahlung auf den Boden fehlte die Thermik von unten. Ein Kampf, nur um in der Luft zu bleiben. Kurz vor dem Erreichen des Rekordpunktes wurde es sehr knapp, "ich war mit den Streckenkilometern schon ziemlich am Limit", würde Weissenberger später sagen. Sechs Kilometer vor dem Rekordpunkt sorgte die letzte Thermik des Tages doch noch für komfortable Höhe und Weissenberger konnte sogar noch dranhängen. Der Weltrekord war perfekt.

Odyssee für Weissenberger

Um den Rekord zu ermöglichen, mussten 300 Kilometer Küste im Vorfeld erkundet werden, zwei Mal war Weissenberger bereits in Chile. Dazu mussten Wind und Wetter erforscht, die beste Flugsaison recherchiert, Transport und Finanzierung sichergestellt werden. Alles ist hier anders als in den Alpen. Weissenberger betrat fliegerisches Neuland in einem Gebiet, dass noch nie von einem Drachen beflogen wurde. Werner Luidolt war als Partner im Projekt am Boden mit dem Auto auf Augenhöhe unterwegs, fungierte als Berater, Webmaster, Fotograf, Kameramann, Wetterspion, Fahrer und Sportzeuge in Personalunion. "Alles Teamwork", stellt Weissenberger klar, dass ein Rekord ohne 110 Prozent zuverlässigen Partner nicht möglich wäre.

"Gewaltige Herausforderung"

Dass es schlussendlich klappte, ist auch dem Glück zu verdanken. „Klingt schon verrückt und war schon eine gewaltige Herausforderung - persönlich als auch fliegerisch", verarbeitet der Salzburger seine Leistung im Kopf. Die Weltrekorde in "'free out-and-return distance" und "declared out-and-return distance" wurden in Lausanne eingereicht, in drei Monaten sollen sie offiziell anerkannt sein. Dann bleibt eigentlich nur noch ein langgehegter Traum offen. Der Weltrekord im Dreiecks-Flug in den Alpen, dem schwierigst denkbaren Gelände für diese Challenge.

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(Quelle: S24)

Aufgerufen am 04.12.2021 um 09:10 auf https://www.salzburg24.at/sport/thomas-weissenberger-schafft-odyssee-zum-weltrekord-44231710

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