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Walkners Freeride: Rehab

Eva Walkner mit dem Kreuzband-Spezialisten Peter Lechenauer. Christoph Oberschneider Photography
Eva Walkner mit dem Kreuzband-Spezialisten Peter Lechenauer.

Zwei Wochen nach der Operation kann Eva Walkner wieder ihrem Bewegungsdrang nachkommen, Rehab ist Programm. Über die Sehnsucht nach Tiefschnee, alte Omis und eine Rückkehr zur Worldtour erzählt sie in dieser Ausgabe von Walkners Freeride.

Ich hab lange hin und her überlegt wo ich meine Rehab absolviere, schließlich ist die Physio die Hälfte des Erfolgs oder auch Misserfolgs. Ich hab mich dann schlussendlich für Andi Diwalds 3D-Praxis entschieden. Der Grund dafür, einen Physio zu haben der selber Spitzensportler war (Footballer) und auch schon eine Kreuzband-OP hinter sich hat, war für mich unter anderem entscheidend. Andi verbindet einfach viele Dinge. Er bietet eine ausgezeichnete Behandlung für mein Knie, er versteht es aber auch, dass Spitzensportler vielleicht etwas schneller als andere Kreuzbandpatienten wieder intensiven Sport betreiben wollen und auch können – und vielleicht auch ein wenig ungeduldiger sind. :)

Gebrechliche alte Omi

Ich sitze schon ziemlich auf Nadeln, will endlich wieder Sport machen und mich bewegen. Aufgrund meiner sehr gut verlaufenen OP bei Dr. Peter Lechenauer hab ich kaum eine Schwellung in meinem Knie und es wird von Tag zu Tag besser. Natürlich kann ich noch nicht herumlaufen und -hüpfen, am Programm steht zurzeit die Streckung und sauberes gehen lernen. Manchmal, wenn ich am Schaufenster mein Spiegelbild beobachte, sehe ich aus wie eine gebrechliche alte Omi mit einem riesen Buckel. Nach so einer OP muss man ziemlich alles wieder neu erlernen. Das Stehen auf einem Bein, normales gehen und mit dem Anspannen meiner Oberschenkel-Muskulatur klappt es auch noch nicht so recht. Aber step by step geht es Tag für Tag einen Schritt voran.

Das Kind, dem das Spielzeug genommen wurde

Monika Hasenöhrl betreut mich mit Lymphdrainage, Massagen und auch mit Cranio-Sacral Therapie. Mit Andi mache ich ziemlich gute Fortschritte bei meiner Beugung und Streckung des Knies, außerdem fordert er mich schon mit etwas mehr anstrengenden Einheiten für Beine und Rumpfmuskulatur und das tut soooo gut! Wenn man gewohnt ist sechs Mal die Woche fünf Stunden Sport zu machen und einem das von einem auf den anderen Tag weggenommen wird, dann verändert sich nicht nur der Körper – es ist als ob man einem Kind das Spielzeug weg nimmt.

Sehnsucht

Um ehrlich zu sein es ist schon eine harte Zeit. Es schneit, alle meine Freunde posten schöne Freeride-Bilder aus aller Welt und von allen Bergen auf Facebook – und ich sitz daheim und versuch mich zu Beschäftigen. Was mir zwar ganz gut gelingt aber manchmal kullert mir schon die ein oder andere Träne runter. Wenn man etwas so wahnsinnig gern macht, aber einfach nicht kann wegen einer Verletzung, dann erfordert das ganze mehr Stärke als vieles andere. Nach drei richtig schweren und vielen kleineren Verletzungen bin ich ja schon ein alter Hase und weiß schön langsam wie ich damit umgehen muss, aber trotz viel Routine, einfach ist es nicht.

Verdammt hohe Ziele

Aber nach Woche zwei nach der OP geht’s wirklich steil Bergauf. Fünf Mal die Woche Physio und Wasser und bald geht das ganze auch schon in ein Training über. Je fleißiger und motivierter man jetzt ist, desto größer ist der Erfolg auf eine perfekte und erfolgreiche Rehabilitation. Und an Motivation fehlt es mir bestimmt nicht. Man muss sich einfach neue Ziele stecken, es ist nicht mehr mein Ziel Freeride-Weltmeisterin zu werden, sondern im November schmerzfrei und mental stark wieder hohe Cliffs zu springen. Ich will nicht wieder so gut werden wie ich war, nein ich will noch besser werden. Also hab ich verdammt hohe Ziele. Aber das erste große Ziel heißt jetzt erst mal gehen lernen – und zwar so, dass es nicht mehr auffällt, dass ich was am Knie hatte und mich nicht alle immer wieder mitleidig ansehen :)

Rückkehr zur Freeride World Tour 

Am Wochenende geht’s nun für mich ins Stubaital, wo ein Freeride World Qualifier stattfindet. Ich wurde eingeladen um den Event zu judgen. Eine neue Herausforderung die ich wirklich sehr Ernst nehme, schließlich kämpfen Nachwuchs-Freerider um einen Startplatz für die Königsklasse, die World Tour. Aber mehr dazu das nächste Mal ...

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.06.2019 um 02:59 auf https://www.salzburg24.at/sport/walkners-freeride-rehab-42598366

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