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Walkners Freeride: Spitzensport

Vor genau einem Jahr gewann Eva Walkner den Bewerb in Fieberbrunn. Diesmal ist sie als Judge dabei. Freeride World Tour
Vor genau einem Jahr gewann Eva Walkner den Bewerb in Fieberbrunn. Diesmal ist sie als Judge dabei.

Während Eva Walkner Tag für Tag an ihrer Rückkehr arbeitet, werfen wir einen Blick auf das Freerider-Leben, das sie unbedingt zurück haben will.

Eva Walkner vermisst ihr Freerider-Leben. Das sieht ungefähr so aus:: „Viel Party machen und wenig trainieren. So wie es halt das Klischee vorschreibt - Natürlich stimmt das nicht!” Freerider haben den Ruf der Lustigen, jene, die ein bisschen mehr Spaß haben, sich ohne groß nachzudenken über hohe Cliffs runterhauen und sich dafür öfter weh tun. Wie viel Training und Vorbereitung dahinter steckt, um eine gute Freeriderin zu werden, und welchen Schwierigkeiten man bei einem Run ausgesetzt ist, erklärt sie in dieser Ausgabe von Walkners Freeride.

Walkners Job

„Ich hab fünf Stunden Training am Tag, richtig professionell. So, wie ich es vom ÖSV gekannt hab.“ Auch wenn Eva Walkner gemischte Gefühle für ihre ÖSV-Vergangenheit pflegt, Skifahren und die richtige Einstellung zum Sport hat sie dort gelernt. „Wenn ich die ÖSV-Schule nicht gehabt hätte, wäre ich jetzt nicht da, wo ich bin.“ Die Vorbereitung läuft bei der Freeride-Vizeweltmeisterin so professionell wie im Spitzensport, „also würd ich es auch Spitzensport nennen“, ergänzte die 33-Jährige. „Jeder muss arbeiten um sein Geld zu verdienen und für mich ist das (die Vorbereitung, Anm.) einfach mein Job.“

„Brutal viel studieren“

Richtig heiß wird es dann bei den Wettkämpfen. Die Vorbereitungen beginnen meist schon zwei Tage vorher. „Man muss brutal viel studieren: Den Hang studieren, die Linie studieren, viel mit dem Fernglas schauen.“ Das Schwierigste daran sei, dass man beim Run spiegelverkehrt fährt, weil die Lines beim Beobachten von einem gegenüberliegenden Ort festgelegt werden. Dazu seien während des Fahrens die Verhältnisse schwer einzuschätzen. Was ein zehn Meter großer Felsen ist, sieht von oben aus wie ein Schneebauch.  "Du hast dann aber vielleicht vier Schneebäuche nebeneinander", fuhr Walkner mit den Schwierigkeiten eines Runs fort.

Fehlerpotential? Reichlich

"Das Schwere ist, dann genau zu wissen, was ist dein Fels. Du musst die Absprungrichtung finden, weil spring ich zu weit links, lande ich im Stein, springe ich zu weit rechts lande ich im Baum. Du musst also genau wissen, in welche Richtung du springst - und wie weit darf ich springen, also mit wie viel Speed. Springe ich zu wenig weit, lande ich vielleicht noch am Felsen, springe ich zu weit, lande ich schon im Flachen und kann stürzen.“

Der Kopf ist gefordert

Leute mit Entscheidungsschwächen oder Multitasking-Problemen dürften bei einer Freeride World Tour ihre Probleme haben. Die Liste der Challenges geht noch weiter. „Dann kommt noch das ganze Sluff-Management dazu. Sluff ist die erste Schicht Schnee die abgeht. Den hast du oft im steilen Gelände und wenn er dich erwischt, ist das wie eine kleine Lawine. Es kann dann gut sein, dass er dich mitreißt und man stürzt. Ein gutes Sluffmanagement ist extrem wichtig - das gibt es also auch noch bedenken. Man muss eine Anhaltspunkte alle finden, da kommt dieser Baum, da kommt dieser Fels (um die ausgewählte Route nach unten zu finden, Anm.)."

Jedes Mal eine neue Herausforderung

Das musst du alles unterm Fahren wissen. Du musst dich auf dein Fahren konzentrieren, der Schnee wechselt, einmal ist's brüchig, einmal ist Pulverschnee, mal ist es verspurt, und du musst alle Dinge im Kopf haben." Hat man einen Sprung überstanden, heißt es Gas geben und nach Orientierungspunkten für den nächsten Sprung suchen. "Das soll mal jeder probieren: Den Berg von unten anschauen, raufgehen auf den Gipfel, und dann genau die Linie fahren, die man vorgehabt hat. Das ist echt eine Herausforderung, jedes Mal wieder."

Kommendes Wochenende wird Eva Walkner bei der Freeride World Tour als Judge dabei sein - dort, wo sie vor einem Jahr mit einem Sieg den Grundstein für den Vizeweltmeister-Titel legte.

Aufgerufen am 26.04.2019 um 08:10 auf https://www.salzburg24.at/sport/walkners-freeride-spitzensport-42658825

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