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Chaos im Weltcup-Endspurt

Wind und schlechte Piste

Immerhin durfte Siebenhofer auf die Strecke

Im Finish des Alpinski-Weltcups regiert das Chaos. In Sotschi wurde am Donnerstag auch das zweite Abfahrtstraining der Damen wegen einer unbefahrbaren Piste abgesagt. In Kvitfjell musste das einzige Training der Herren nach dreimaliger Verschiebung wegen zu viel Wind gestrichen werden. Nun soll am Freitag trainiert werden, die an diesem Tag geplante Garmisch-Ersatzabfahrt wurde gestrichen.

Am Freitag zu trainieren und danach auch ein Rennen zu fahren, ist laut den Verantwortlichen aus TV-Gründen nicht möglich. Während ÖSV-Herrenchef Andreas Puelacher dies als "Entscheidung gegen den Sport" bezeichnete, übte auch Fahrer Hannes Reichelt Kritik. Man sei Trainings oder Rennen schon bei ärgeren Verhältnissen gefahren, siehe WM in Aare, monierte der angeschlagene Salzburger. "Ich kann keine Linie erkennen." Der 38-Jährige laboriert nach seinem Sturz in Bansko noch an Schmerzen, will aber unbedingt starten, um für nächste Saison Punkte zu sammeln.

Training für Freitag geplant

Ob es Freitag auch in Russland mit einem ersten Training endlich klappt, ist fraglich. Denn im Olympia-Skigebiet von 2014 soll es ab den Morgenstunden wieder intensiv schneien und in Rosa Khutor herrschen ohnehin schon schwierige Pistenbedingungen. Die Abfahrt in Russland ist für Samstag geplant, der Super-G am Sonntag. Wegen des für ein Rennen notwendigen Trainings wurde deshalb auch überlegt, die Abfahrt überhaupt ausfallen zu lassen und einen zweiten Super-G am Samstag einzuschieben. Allerdings soll der Sonntag der einzig wirklich gute Tag punkto Wetter werden, womöglich gibt es in Krasnaja Poljana also ohnehin nur ein Rennen.

Nicole Schmidhofer wäre über eine Abfahrtsabsage wohl nicht besonders traurig. Die Österreicherin hält nach der Zeitenkorrektur von Crans Montana als Führende bei 444 Punkten. Nach dem Saison-Aus von Weltmeisterin Ilka Stuhec haben die Teamkolleginnen Ramona Siebenhofer (354), Stephanie Venier (340) sowie die Deutsche Kira Weidle (278) als restliche Kristall-Anwärterinnen schon Rückstand. Österreichs Damen haben die Abfahrtswertung im Weltcup zwar schon 18 Mal (Rekord) gewonnen, zuletzt aber 2007 durch Renate Götschl. Immerhin durften die Damen Donnerstag erstmals auf die Strecke. "Es hat eigentlich ganz gut ausgeschaut. Aber die letzten vier Kurven sind sehr weich", berichtete Siebenhofer von der Besichtigung. Sie würde natürlich sehr gerne eine Abfahrt fahren. "Weil ich dann noch zwei Chancen habe."

Zu viel Wind in Norwegen

Zwei Super-G auf der Strecke, die sich mehrmals mit der Olympia-Herrenstrecke kreuzt, hält Siebenhofer für schwierig. "Weil mehr Kurven sind. In der Abfahrt geht es grad runter, das ist noch die beste Lösung." Sie sei natürlich keine Pistenexpertin. "Aber wenn es nicht aufklart, besteht keine Chance, dass es wirklich hart wird", fürchtet die Steirerin, die in der freien Zeit Mitglied eines abenteuerlichen ÖSV-Damenbobs auf der Olympiabahn war.

In Norwegen wurde das Training zunächst mehrmals verschoben und dann endgültig abgesagt. Der zu starke Wind umfasste am Ende auch den Bereich beim Russi-Sprung, womit am "Olympiabakken" auch eine Fahrt vom Reservestart nicht mehr möglich war. Auch die Überlegung, die Piste in Überanzügen zu befahren, wurde verworfen. Damit wurde die für Freitag geplante gewesene Abfahrt gestrichen, um stattdessen um 11 Uhr zu trainieren. Damit lebt in Kvitfjell das Originalprogramm mit Abfahrt am Samstag und Super-G am Sonntag wieder auf.

Hirscher pausiert am Wochenende

Marcel Hirscher lässt Kvitfjell bekanntlich ebenso aus wie Alexis Pinturault und konzentriert sich hinsichtlich 8. Gesamtsieg in Folge bei Riesen-Vorsprung voll auf die Technikrennen in Kranjska Gora. In der Abfahrt hat der Schweizer Beat Feuz bei 100 Punkten Vorsprung auf Kitzbühel-Sieger Dominik Paris (ITA) beste Kugel-Karten. Verlässt Feuz Norwegen mit 101 Punkten Vorsprung, ist das 19. Abfahrtskristall für die Schweiz in der Abfahrt fix.

Weitaus enger geht es im Super-G zu. Vincent Kriechmayr führt mit 236 Punkten nur hauchdünn vor seinem ÖSV-Teamkollegen Matthias Mayer (233), Paris (230) und Lokalmatador Alexsander Aamodt Kilde (227).

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 27.05.2019 um 07:13 auf https://www.salzburg24.at/sport/wintersport/chaos-im-weltcup-endspurt-66492814

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