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Gesamt-Weltcup für Hölzl? "Du spinnst"

Salzburger Skispringerin im Interview

Chiara Hölzl, Skispringen, KLingenthal APA/dpa-Zentralbild/Robert Michael
In Klingenthal stand Chiara Hölzl erstmals ganz oben am Podest, in Rasnov gelang es ihr erneut. (ARCHIVBILD)

Sie kommt nach 11 von 21 Einzelbewerben mit dem Gelben Trikot der Gesamt-Weltcupführenden zum Heim-Event nach Hinzenbach. Chiara Hölzl hätte sich das vor Beginn der Saison nicht träumen lassen. Obwohl die 22-jährige Salzburgerin nun mit 15 Zählern Vorsprung auf Maren Lundby nach Oberösterreich reist, hat sie den Gewinn der Kristallkugel nicht als Ziel definiert.

Schwarzach im Pongau

Warum das so ist und was die Schwarzacherin zu ihrer sensationellen Siegesserie und ihren Teamkolleginnen sagt, hat Chiara Hölzl im Interview mit der APA - Austria Presse Agentur verraten. HIER könnt ihr unser Portrait von Salzburgs Sport-Ass nachlesen.

Sportlerportrait: Chiara Hölzl APA/AFP/JOE KLAMAR
Nach der Hälfte der Skisprung-Saison führt die Salzburgerin Chiara Hölzl den Gesamt-Weltcup an. (ARCHIVBILD)

Chiara Hölzl im Interview

APA: Vier Siege von Ihnen, 20 ÖSV-Podestplätze durch vier verschiedene Athletinnen, Gesamt-Weltcupführung: Was hätten Sie jemandem gesagt, der Ihnen das vor Saisonbeginn prophezeit hätte?

CHIARA HÖLZL: Ich hätte gesagt, du spinnst. Ich hätte wirklich gesagt, ja genau, das glaubst wohl selber nicht und sonst unterschreibe ich dir das sofort.

Nach den Skispringerinnen haben nun die Herren mitgezogen. Nun sind Sie und auch Stefan Kraft im Gelben Trikot, pusht man sich da gegenseitig?

Ja schon, bei uns in Salzburg gibt es relativ viel Kontakt, dadurch, dass wir eigentlich im Stützpunkt Rif die gleiche Trainingsgruppe haben. Es wird so gut es geht koordiniert, dass wir immer zum gleichen Zeitpunkt unsere Trainings absolvieren und im Sommer sind wir sowieso immer gemeinsam, wenn wir in Rif sind. Also für mich ist das eigentlich schon ein großer Pluspunkt, dass wir da gemeinsam trainieren, weil wir können uns sehr viel von ihnen abschauen, aber ich denke auch umgekehrt sie von uns.

Ist das Hauptgeheimnis des Erfolges der sehr gute Teamspirit bei den Damen?

Es macht schon viel aus, dass wir es uns gegenseitig gönnen. Das ist irgendwie so mein Motto: 'Ich freue mich für jeden anderen mit, weil ich mich dann auch freue, wenn ich sehe, dass sich die anderen ehrlich mit mir mitfreuen.' Das macht einen Sieg oder einen Erfolg einfach noch schöner. Es hat jeder extrem hart und gut im Sommer an sich gearbeitet und jetzt kann man das auch genießen.

Aber wenn es dann um den Gesamt-Weltcup geht, muss man da nicht egoistischer werden?

Meine Einstellung ist definitiv nicht so, dass ich sage, ich möchte mich abkapseln, sondern ich will das mit der Mannschaft genießen und alles mitnehmen, was man miteinander erleben darf. An den Gesamt-Weltcup denke ich eigentlich gar nicht. Ich genieße das jetzt einfach und alles, was jetzt noch folgt, ist für mich eine Zugabe. Ich will wirklich schauen, dass ich die weiteren Sprünge genießen kann. Die Saison ist doch noch lang.

Gesamt-Weltcup für Hölzl nicht primäres Ziel

Man muss sich im Erfolg also keine neuen Ziele setzen?

Schon neue Ziele, aber mein Ziel ist nicht der Gesamt-Weltcup. Mein Ziel ist es, aus jedem Wettkampf wieder zu lernen und zu schauen, dass man aus einem Wettkampftag mit sich zufrieden rausgeht. Wenn man mal Windpech hat und 12. oder 13. wird, und ich habe aber zwei gute Sprünge gehabt, dass ich trotzdem sage, dass es ein cooler Tag war.

Ihre Zimmerkollegin ist Eva Pinkelnig, die vor einiger Zeit nach schweren Stürzen fast aufhören wollte. Nun ist sie Gesamt-Dritte. Ist das inspirierend für Sie?

Ich muss echt sagen, Hut ab vor der Eva! Es hätte sich keiner erwartet und sie hat nie aufgegeben. Das ist auch so ihre Mentalität. Sie hat nie den Spaß und den Glauben an sich verloren. Das ist eine Sportlerin echt, das schätze ich brutal. Deswegen ist sie auch ein Vorbild für viele andere.

Ist es eigentlich nicht schade, dass diese Saison keine WM ausgetragen wird?

Nein, eigentlich nicht, weil das ist für mich jetzt eine gute Übung. Wenn ich als Letzte runterhupfe, dass ich da cool bleibe. Das ist genau das, was ich jetzt so oft es geht erleben möchte. Wenn es wirklich dann einmal bei einem Großereignis ist, dass ich da genauso eine coole Socke bleiben kann und es durchziehen kann.

Verspüren Sie besonderen Druck vor dem Heimpublikum in Hinzenbach?

Ich freue mich schon richtig drauf. Einfach wenn ich runterspringe und da unten sind Freunde und Familie. Die kommen nicht wegen meiner Erfolge, sondern weil sie sich für mich mitfreuen. Für mich ist das kein Druck, das wird ein cooles Wochenende.

(Quelle: SALZBURG24)

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