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Double bei Heim-WM

Stefan Kraft: "Das ist echt perfekt"

Glückliches Siegertrio in Seefeld
Stefan Kraft strahlt in Seefeld vom Podium.

Stefan Kraft hat sich am Freitag bei der Heim-WM in Seefeld zum Mehrfach-Medaillengewinner aufgeschwungen. Der 25-Jährige holte auch bei seinen dritten Nordischen Weltmeisterschaften zumindest zwei Medaillen und zog mit Daniela Iraschko-Stolz, Bernhard Gruber und Franz-Josef Rehrl gleich. Sie alle haben am Samstag eine weitere Chance.

"Daheim zwei Medaillen zu holen, das ist echt perfekt", freute sich Kraft. Nach Problemen in der Vorbereitung hatte der Doppel-Weltmeister von Lahti 2017 zu zweifeln begonnen. Im Jänner gelang der Umschwung und der Ex-Weltcupsieger feierte drei Siege. "Ich bin zur WM richtig gut in Schuss gekommen, das macht mich mega-happy", meinte der Musterschüler von Cheftrainer Andreas Felder.

Zweifel nach Olympia-Enttäuschung

Fröhlichkeit und Lachen Krafts sind ansteckend und so freuen sich auch alle im ÖSV-Springerteam mit ihm. Doch Kraft hat auch schon schwierige Momente erlebt. Die Olympia-Saison 2017/18 mit ihren Enttäuschungen und dem lange Zeit vergeblichen Suchen hat bei nachgewirkt.

Kraft: "Habe mich nicht mehr gespürt"

Der vergangene Sommer und die Vorbereitung seien die schwierigste Zeit seiner Karriere gewesen, gab Kraft zu. Probleme mit einem Oberschenkel und dem Material bremsten den Weitenjäger. "Ich habe mich überhaupt nicht mehr gespürt", sagte Kraft rückblickend. "Ich war vom Gefühl her von einer Medaille weiter entfernt als die Sonne vom Mond."

Sein systemischer Coach Patrick Murnig und die Trainer unterstützten die zweifelnde Nummer 1 des Teams auf dem Weg aus der Krise. Nach Lichtblicken bei der Tournee gelangen im Jänner drei Weltcupsiege, das Selbstvertrauen kam zurück. Bei der Heim-WM präsentierte sich Kraft in Topform, Einzel-Bronze am Freitag war nach Team-Silber seine zweite Medaille der 52. Titelkämpfe.

Mit Glück zu Bronze

Am Freitag brauchte Kraft im Wetter-Chaos auf der Seelos-Schanze vor nur 3.000 Zuschauern für Bronze aber auch Glück. Denn auch die besten Sprünge wären vergeblich gewesen, wenn die Verhältnisse nicht mitgeholfen hätten. Die Medaillengewinner hatten im ersten Durchgang Pech mit dem Wind - einsetzender Rückenwind nahm ihnen die Chance auf große Weiten, die nötige Anlaufveränderung kostete mehr an Punkten, als sie einbrachte.

Im Finale traf es neuerlich die Besten. Der feuchte Schnee in der Anlaufspur bremste, Saison-Dominator Ryoyu Kobayashi fuhr als Halbzeit-Führender fast drei km/h langsamer als der früher gestartete Sieger Dawid Kubacki an, der Weitenunterschied betrug zwölf Meter und ergab für den Japaner nur den 14. Platz.

Kubacki: "Wettkampf schon vorbei"

Der 28-jährige Pole, dank seines starken Absprungs als Mitfavorit gehandelt, hatte nach dem 27. Halbzeitrang nicht mehr an seine Chance geglaubt. "Für mich war der Wettkampf schon vorbei. Aber ich wollte zumindest diesen Sprung noch gut machen. Ich bin glücklich, dass es der Siegessprung war, aber ich kann es noch immer nicht glauben", sagte Kubacki nach seiner ersten Einzelmedaille.

Der Bewerb sei nicht ganz fair gewesen, stellte auch Kubacki fest. "Aber durch die Entscheidung, den zweiten Durchgang weiterzuführen, gab es die Möglichkeit, alles auszugleichen. So hat jeder seine Chance gehabt."

Silbermedaillengewinner Kamil Stoch sprach von einem perfekten Tag für das zuvor leer ausgegangene polnische Team von Trainer Stefan Horngacher. "Es war verrückt, aber auch eine Herausforderung für uns als Athleten. So schwierig waren die Bedingungen noch nie."

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 17.09.2019 um 11:19 auf https://www.salzburg24.at/sport/wintersport/double-bei-heim-wm-stefan-kraft-das-ist-echt-perfekt-66581512

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