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Nach Saisonende

Bullen-Kapitän Raffl: "Extremes Leeregefühl"

Eishockey-Saison endet ohne Meister

Mit ultimativer Konsequenz hat die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert. Ausgerechnet vor der lukrativsten und spannendsten Zeit brach die EBEL die Meisterschaft ab. Nun meldet sich Thomas Raffl, Kapitän vom EC Red Bull Salzburg, mit emotionalen Worten an die Fans.

"Die Diskussionen waren natürlich emotional", beschrieb Liga-Geschäftsführer Christian Feichtinger die entscheidende Sitzung über das vorzeitige Saisonaus am Dienstagnachmittag. Einen Tag nach dem Abbruch der EBEL-Saison wurde auch die zweitklassige Alps Hockey League (AHL) aufgrund des Coronavirus noch vor den Play-offs beendet.

Erstmals seit 1945 kein Eishockey-Meister in Österreich

Seit Ende Februar hatte die EBEL eine "Corona-Gruppe" mit Präsidenten, Managern und Ärzten eingerichtet, in der die Maßnahmen diskutiert und kommuniziert wurden. Nachdem die Schweiz ihre Liga unterbrochen hatte, sei eine "Tendenz erkennbar" gewesen, "wo das hingehen wird", sagte Feichtinger. "Als ich den Bundeskanzler in der Pressestunde gehört habe, habe ich gewusst, dass es so kommt", erklärte Feichtinger.

Am Dienstag folgte nach einer rund einstündigen Besprechung schließlich der Schlusspfiff, während die Teams auf der Anreise zu den Auswärtsspielen oder bereits dort eingetroffen waren. Die Entscheidung beinhaltete auch, dass es erstmals seit 1945 keinen österreichischen Eishockey-Meister gibt.

Das ging jetzt aber schnell. ????

Gepostet von SALZBURG24 am Dienstag, 10. März 2020

Eis-Bulle Raffl spricht von "Leeregefühl"

"Im Namen der ganzen Mannschaft möchte ich mich für die Unterstützung recht herzlich bedanken. Wir wollen euch nur wissen lassen, dass diese Situation auch für uns extrem überraschend gekommen ist. Es ist ein enormes Leeregefühl in der Kabine bei uns gewesen", sagte Thomas Raffl (siehe Video oben). Er und die Bullen fühlen sich nach einer harten Saison beraupt. "Es gibt so viele Sachen, die über dem Eishockey und über dem Sport stehen. Es ist einfach die Gesundheit wichtig." Raffl hofft, dass er und der gesamte Verein mit dieser Entscheidung mithelfen können, die Lage in den Griff zu bekommen.

Liga-Fortsetzung hätte nur Kosten, keine Einnahmen

Die Liga sah den Saisonabbruch aber als alternativlos an. Spiele vor leeren Rängen hätten Kosten, aber keine Einnahmen bedeutet. Und da die Maßnahmen der Regierung vorerst bis 3. April gelten und die B-WM in Ljubljana (ab 27. April) noch auf dem Programm steht, hätte die Liga das restliche Viertelfinale, Halbfinale sowie Finale innerhalb von rund zwei Wochen bis maximal 18. April durchziehen müssen. "Das ist einfach nicht realistisch", sagte Feichtinger. Und es wäre zudem ohnehin fraglich gewesen, ob die Restriktionen bis dahin aufgehoben sind.

Der EC Red Bull Salzburg strotzt vor den Play-offs nur so vor Selbstvertrauen.???? Wir haben Thomas Raffl und Dominique Heinrich zum Video-Interview getroffen. ????

Gepostet von SALZBURG24 am Dienstag, 3. März 2020

EBEL sucht neue Sponsoren und TV-Partner

Für Teamchef Roger Bader hat sich damit die einzigartige Situation ergeben, dass er schon zu Beginn der WM-Vorbereitung die Topspieler der heimischen Vereine zur Verfügung hat. Allerdings steht auch hinter dem Turnier in Slowenien ein Fragezeichen. Die Liga selbst hat gleich auf Planungsmodus umgeschaltet. "Für uns beginnt heute die Vorbereitung auf die neue Saison", erklärte Feichtinger am Mittwoch.

Auf dem Programm steht die Suche nach einem neuen Hauptsponsor und einem neuen TV-Partner, nachdem die Erste Bank und ServusTV mit Saisonende ausgestiegen sind. Am Donnerstag sollen bei einem Liga-Forum in Wien die ersten Ansätze präsentiert werden. Das beinhaltet auch den Wunsch, die Liga von elf auf zwölf Clubs aufzustocken. Die Bratislava Capitals gelten als chancenreicher Anwärter.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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