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Salzburgs Ski-Ass im S24-Talk

Reichelt: "Das Doping-Thema ist nicht verdaut"

Der "letzte Mohikaner" über die Missbrauchs-Vorwürfe

Österreichs Speed-Spezialist Hannes Reichelt hat einen mehr als bewegenden Sommer hinter sich. Dem Salzburger Abfahrts-Routinier wurde Ende Mai verdächtigt im rot-weiß-roten Doping-Skandal verwickelt zu sein. Im Gespräch mit SALZBURG24 erklärt er, warum er das Doping-Thema noch nicht verdaut hat und spricht über seine Ziele, die Leader-Rolle und über den seinen "heißen Sommer".

Der mit Dopingvorwürfen konfrontierte Skiläufer geht von einer baldigen Verfahrenseinstellung aus. "Wir warten eigentlich nur darauf, bis die Behörden sagen: 'Handys sind ausgewertet, wir haben nichts gefunden und das Verfahren wird eingestellt", sagte Reichelt gegenüber S24.

Weiters spricht der 39-Jährige über ...

... seinen Saison-Höhepunkt:

"Das Highlight in der Saison ohne Weltmeisterschaft oder Olympia ist sicherlich Kitzbühel. Ich werde dennoch versuchen so viele gute Platzierungen und Stockerl-Plätze wie nur möglich einzuhamstern.“

... seinen turbulenten Sommer:

"Ich war im August richtig froh nach Südamerika zu fliegen. Die Hitze war mir hier in Österreich fast zu viel. Ich habe es gern ein bisschen kühler. Ansonsten hatte ich einen relativ gemütlichen Sommer mit vielen Trainings und im August mit Skifahren verbracht. Zudem war ich in Italien auf Urlaub – also nichts Aufregendes. Und dazwischen stand Windeln wechseln am Programm."

Hannes Reichelt SALZBURG24/Wurzer
Der Salzburger Hannes Reichelt im Gespräch mit SALZBURG24-Redakteur Aleksandar Andonov.

... die Leader-Rolle:

​"die Leader-Rolle ist meiner Meinung nach schon angegeben worden. Ich fühle mich eher wie der letzte Mohikaner zwischen den Jungen. In unserem Team sind sicher Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr die Leader. Und das ist auch gut so, die haben noch einige Jahre vor sich. Ich bin da, wenn es irgendwelche Fragen gibt oder ich irgendwo helfen kann. Zudem will ich weiterhin schnell Skifahren."

... die Ziele in einer Saison ohne Großevents:

"Ich würde sagen von Anfang bis zum Ende konstant mitzufahren ist mein Ziel. In der Abfahrt darf man sich keine Fehler leisten. Es ist sehr eng und man ist mit einem kleinen Fehler schon auf Platz 20. Man muss schon super Rennen an den Tag legen, um auf dem Stockerl zu stehen."

... das Doping-Thema und die Ermittlungen gegen seine Person:

"Das Thema ist noch nicht verdaut, weil es noch nicht angeschlossen ist. Ich hoffe, dass in den nächsten Wochen das Verfahren eingestellt wird, um mich zu 100 Prozent auf die Trainings und auf die Rennsaison konzentrieren zu können. Für mich selber habe ich die negativen Sachen in positive Sachen umwälzen können. Dass ich da so in Verruf gekommen bin, habe ich in Motivation und Aggressivität umwandeln können. Wenn es im Training zach wird, dann führe ich mir das vor Augen und werde so aggressiv und entwickle einen Ehrgeiz, den ich so vielleicht gar nicht mehr hatte."

Hannes Reichelt schmunzelt nach Doping-Ermittlungen

Ende September hatte die Anklagebehörde erklärt, dass sich der Anfangsverdacht bisher nicht weiter bestätigt habe. "Zur gewissenhaften Abklärung" waren damals noch Datenauswertungen erforderlich, die nun offenbar abgeschlossen sind. Denn Reichelt hat am Donnerstag seine Telefone zurückbekommen. Der Sportler kommentiert das mit einer Portion Galgenhumor. "Es hat fünf Monate gedauert, bis ich meine Handys zurückkriege. Wenn man weiß, wie schnell iPhones an Wert verlieren."

(Quelle: SALZBURG24)

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