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Spezialtraining

Kraft auf der Suche nach dem richtigen Feeling

Vier-Schanzentournee kommt nach Österreich

Stefan Kraft holte sich in Seefeld das Sprung-Gefühl zurück/Archivbild
Stefan Kraft will sein Gefühl wieder finden. (ARCHIVBILD)

Um sein Gefühl fürs Springen wiederzufinden trainierte Stefan Kraft auf der kleinen Schanze in Seefeld. Am Bergisel will er nach dem "Absturz" von Garmisch bei der Vier-Schanzentourniee wieder angreifen.

Fünf der sieben Athleten des österreichischen Skispringer-Teams bei der Vierschanzentournee haben sich am Sonntagvormittag im Kongresszentrum Seefeld beim Eisstockschießen aufgelockert. Gefehlt haben Manuel Fettner wegen seiner Lendenwirbelprobleme und Stefan Kraft. Der Salzburger absolvierte zeitgleich auf der 70er-Schanze von Seefeld fünf Sprünge, um nach dem Verpassen der Qualifikation für den Bewerb in Garmisch-Partenkirchen möglichst wieder in die Spur zu kommen.

Jan Hörl Garmisch Neujahrsspringen 2022 APA/dpa/Daniel Karmann
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Kraft auf der Suche nach dem richtigen Feeling

"Auf so einer kleineren Schanze bin ich schon länger nicht mehr gesprungen", sagte Kraft im Anschluss an seine Einheit. Auf diesem Bakken würden sonst eher Schüler- und Austria-Cup-Springen stattfinden, für ihn sei es diesmal aber genau richtig gewesen. "Damit ich wieder meine Sachen spüre, die ich tue. Das war nicht der Fall in Garmisch. Ich habe schon wieder gemerkt, wenn etwas gut war und wenn nicht. Die Spur gibt bei einer kleinen Schanze etwas zurück, ob Energie drinnen ist oder nicht."

 

Cheftrainer Widhölzl sieht Fortschritt

Drei seiner Versuche hätten gut funktioniert, was auch ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl bestätigte. "Es war für ihn vom Gefühl gut, wo muss ich mich hin orientieren. Auf einer kleinen Schanze muss man einfach ein bisschen anders springen", erklärte der Coach. "Das ist zum wieder Eichen ganz gut." Er glaube, dass sein Schützling für die Innsbruck-Qualifikation am Montag nun das Gefühl habe, wo er sich hinorientieren müsse. Widhölzl: "Es geht ganz viel ums Gespür, die Video-Analyse ist oft sekundär."

Der Tiroler vermutete, dass die Erwartungshaltung des Teams und von Kraft selbst vor Garmisch vielleicht zu groß gewesen sei. "Er hat es aber jetzt gut weggesteckt und war auf der Kleinen echt motiviert." Kraft bestätigte, dass er über den Lapsus von Silvester nun nicht mehr grüble. Gleich danach sei aber mit dem ÖSV-Trainerteam und seinem Coach Patrick Murning darüber getüftelt worden. "Dann muss man sich noch das Material anschauen und alles zusammen auf einen grünen Nenner bringen."

Es gibt kein Allheilmittel

Freilich gebe es in der komplexen Sportart Skispringen kein Allheilmittel: "Es ist leider nicht so, dass immer das Gleiche hilft. Das ändert sich oft von Station zu Station, von Monat zu Monat - da muss man immer wieder auf der Hut sein, dass man die richtige Hocke findet. Das ist nicht so einfach." Das gehe auch nur mit einem freien Kopf, den hat sich der Weltmeister zu Neujahr beim Langlaufen geholt. "Ich bin ein bisschen schneller gelaufen als sonst, ein bisschen zum Durchputzen."

Reaktion auf Garmisch-"Absturzt"

Ein Top-Favorit in Innsbruck sei er deswegen aber nicht. Es gelte, auch auf dem großen Bakken wieder Vertrauen zu sammeln. "Damit ich wieder mein Flugsystem finde, was eigentlich immer meine große Stärke war", berichtete Kraft. Damit habe er seit dem Herbst immer wieder Probleme gehabt. "Das ist dann auch lange sehr gut gegangen, aber jetzt hat einmal etwas am Tisch auch nicht gepasst und auch beim Vertrauen nicht." So sei der Garmisch-Absturz erklärt, wenn auch nicht erwartbar gewesen.

Vier-Schanzentournee kommt nach Österreich

Andererseits sei es nun ein Glücksfall, dass es nun auf die Heim-Schanzen gehe. "Das kommt sicher genau richtig", betonte Kraft. "Am Bergisel haben wir schon vor der Tournee gut trainiert, das gibt ein gutes Gefühl. Dort und Bischofshofen - das sind zwei Schanzen, die ich sehr gerne mag." Schon oft sei es für ihn in Garmisch nicht so gelaufen, danach am Bergisel aber gut. Seefeld stimme ihn positiv: "Es war bei drei Sprüngen richtige Energie, da war richtig Power drinnen."

Positiv gestimmt ist auch Daniel Tschofenig, der erst 19-Jährige hielt sich als 16. nach zwei Bewerben bisher sehr gut. Sein Talent zeigte er auch beim Eisstockschießen. "Ich mache es immer wieder ein bisschen, weil es doch dazugehört als Kärntner. Es ist einmal ganz etwas Anderes, wenn man nicht die Füße benötigt, sondern die Hände - für die Feinkoordination." Daniel Huber tat sich an seinem 29. Geburtstag etwas schwerer: "Aber es ist ganz nett, der Ehrgeiz kommt durch. Jeder will gewinnen."

(Quelle: APA)

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