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"Richtig gutes Gefühl"

Stadlober schon in WM-Form

Salzburgerin ist Langlauf-Hoffnungsträgerin

Stadlober zuversichtlich APA
Stadlober 2019 bei der WM in Seefeld. (ARCHIVBILD)

Drei vielversprechende Trainingswochen und auf sie zugeschnittene Strecken lassen Langläuferin Teresa Stadlober trotz einer bisher durchwachsenen Saison auf eine erfolgreiche WM hoffen. Die in diesem Winter nicht regelmäßig an frühere Top-Ergebnisse herangekommene Radstädterin kann sich in Oberstdorf auch mit Großereignissen versöhnen, denn Olympia 2018 und die WM vor zwei Jahren in Seefeld waren unglücklich verlaufen.

"Ich fühle mich richtig gut und bin bereit, die WM kann kommen. Ich habe ein besseres Gefühl als vor der Tour", betonte Stadlober, die im deutschen Allgäu wieder einmal die einzige Hoffnungsträgerin auf österreichische Langlauf-Spitzenplätze ist.

Nordische_WM_Medaillen APA/BARBARA GINDL
Wie viele Medaillen holen Salzburgs Athleten bei den 53. Nordischen Weltmeisterschaften? (SYMBOLBILD)

Elf Salzburger und ihre WM-Chancen in Oberstdorf

Die 53. Auflage der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften starten morgen im deutschen Oberstdorf. In den drei Sportarten Skispringen, Langlauf und Nordische Kombination stehen insgesamt 24 WM-…

Bei der angesprochenen Tour de Ski war sie in Abwesenheit der wegen Corona-Bedenken fehlenden Norwegerinnen nur Neunte geworden. Im restlichen Winter gab es zwar einige Top-Ten-Ergebnisse, aber auch Ausreißer nach unten. "Wenn ich mir die Saison anschaue, gehöre ich sicher nicht zu den Favoritinnen, ich war nie am Stockerl, so realistisch bin ich schon", sagte Stadlober im Gespräch mit der APA.

Unbeschwerter WM-Start für Stadlober

Anders als vor zwei Jahren kann die 28-Jährige diesmal aber unbeschwert starten. "Ich gehe sicher lockerer hinein, nicht so verkrampft wie in Seefeld. Damals waren die Umstände anders", sprach sie ihre Erkrankung vor der Heim-WM an, die die Erfüllung ihres damals durchaus realistischen Medaillentraumes verhindert hatte. Ein Jahr davor hatte sie bei Olympia in Südkorea durch ihre aufsehenerregende Streckenverwechslung eine sicher geglaubte Silbermedaille noch aus der Hand gegeben.

Top-Ten-Ergebnisse bei beiden Anlässen schaffte Stadlober aber dennoch, das ist auch in Oberstdorf das Minimalziel. Die Ausdauerspezialistin hofft aber, dass es möglicherweise auch in Richtung Edelmetall gehen könnte, schließlich zählt Oberstdorf zu ihren Lieblingsstrecken. Vor einem Jahr holte sie am WM-Schauplatz als Skiathlon-Dritte ihren einzigen Weltcup-Podestplatz abseits von Etappenrennen. In dieser Saison steht ein vierter Etappenrang über 10 km in der klassischen Technik in Val di Fiemme im Laufe der Tour als Topergebnis zu Buche. "Oberstdorf ist mit Val di Fiemme vergleichen, wo ich Vierte war", verwies Stadlober auf die langen Anstiege der WM-Loipen.

Spannende Duelle bei WM

Neben dem Höhenprofil könnten ihr auch die erwartete Frühlingswitterung in die Hände spielen. "Die Wärme ist für jeden Herausforderung, aber es trifft vor allem die US-Amerikanerinnen und Skandinavierinnen hart", so Stadlober. Dennoch wird freilich vor allem mit Topstar Therese Johaug, weiteren Norwegerinnen, mehreren Schwedinnen sowie Tour-Siegerin Jessica Diggins und Rosie Brennan aus den USA zu rechnen sein. Brennan ist eine von mehreren Newcomerinnen, die unerwartet ganz vorne mitmischen. "Es sind nicht mehr nur Norwegen und Schweden, es haben sich viele sehr gut entwickelt", erläuterte Stadlober.

Sport-Asse: Teresa Stadlober APA/BARBARA GINDL
Teresa Stadlober ist Österreichs Aushängeschild im Langlauf.

Stadlober setzt auf Kraft ihrer Familie

Seit letztem Wochenende ist Teresa Stadlober im besonderen Weltcup-Einsatz, denn die "Ski Tour" führte das Langlauf-Ass aus Radtstadt (Pongau) in sechs Bewerben von Östersund und Aare über Storlien …

Aber auch sie will in ihren drei Oberstdorf-Rennen möglichst dick anschreiben, ihr bestes WM-Ergebnis ist bisher ein sechster Skiathlon-Rang 2017 in Lahti. Zuversichtlich stimmen sie nicht zuletzt die jüngsten Trainingseinheiten in Radstadt, Obertauern und Ramsau. Bei ihrem WM-Auftakt am Samstag in Skiathlon und im abschließenden 30-km-Rennen ebenfalls mit Massenstart rechnet sie sich mehr aus als im Einzelstartrennen über 10 km. "Ich tue mir in der Gruppe einfach leichter."

Schwer zu ertragen war und ist hingegen der unerwartete Tod ihres langjährigen Servicemannes Rudolf Janach vor einem Monat. "Er geht menschlich ab wie auch im Team", betonte Stadlober. Das Kompensieren des verlorenen Skitechnik-Knowhows sei zuletzt schon gut gelungen. Bei der WM wird sie zusätzlich von ÖSV-Personal aus der Fördergruppe 2 und aus dem Kombinierer-Tross unterstützt. In Oberstdorf als Betreuer mit dabei werden auch ihre im Spätherbst an Corona erkrankten Eltern Roswitha und Alois sowie Bruder Luis sein.

Ihren Eltern gehe es nach überstandener Erkrankung mit leichten Symptomen mittlerweile wieder sehr gut, die Corona-Situation insgesamt sei aber dennoch belastend. "Es ist schon mühsam. Beim Weltcup in Schweden habe ich mich zum Beispiel nicht wohlgefühlt, dort trägt niemand Masken, alles war offen. Ich habe schon Angst, dass ich mich anstecke. Die Umstände machen es für uns schon hart, aber ich bin froh und dankbar, dass wir Rennen haben". Diese werden auch in Oberstdorf ohne Fans stattfinden. "Ich hoffe, dass es nächste Saison wieder normal wird", setzt Stadlober auf eine baldige Besserung der Pandemie-Situation und die Rückkehr zur Normalität mit möglichst vielen Zuschauern an den Strecken.

(Quelle: APA)

Elf Salzburger und ihre WM-Chancen in Oberstdorf

Nordische_WM_Medaillen APA/BARBARA GINDL
Wie viele Medaillen holen Salzburgs Athleten bei den 53. Nordischen Weltmeisterschaften? (SYMBOLBILD)

Die 53. Auflage der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften starten morgen im deutschen Oberstdorf. In den drei Sportarten Skispringen, Langlauf und Nordische Kombination stehen insgesamt 24 WM-Entscheidungen auf dem Programm. Elf Salzburger kämpfen bis zum 7. März um Edelmetall. Unser Medaillen-Check prognostiziert drei WM-Podestplätze für Salzburgs Hoffnungsträger.

Trotz des coronabedingten Zuschauerausschlusses werden in den kommenden Tagen bei der Nordischen Ski-WM tausende Menschen in Oberstdorf erwartet. Insgesamt sollen 4.500 Beteiligte für die Titelkämpfe ins deutsche Allgäu reisen, wie die Organisatoren angeben. Darunter sind 750 Athleten aus über 60 Ländern.

Oberstdorf 2021 verspricht großen Sport

Sportler, Funktionäre und Journalisten sollen engmaschig mit PCR-und Antigen-Tests auf das Coronavirus getestet worden. Das Hygienekonzept war bis kurz vor Beginn der Veranstaltung immer wieder nachgeschärft worden. Auch das Hotelpersonal in dem 10.000-Einwohner-Ort direkt an der Grenze zu Österreich soll regelmäßig getestet werden.

 

Die Erinnerungen an die Titelkämpfe vor nunmehr 16 Jahren mit bis zu 350.000 Zuschauern an den Loipen und Schanzen haben ein weiteres rauschendes Fest in Oberstdorf versprochen. Corona-bedingt wird der Saisonhöhepunkt der Skispringer, Kombinierer und Langläufer nun aber ein weiterer Event ohne Fans. Großer Sport ist dennoch zu erwarten. Die SALZBURG24-Sportredaktion prognostiziert realistische Chancen auf dreifaches Edelmetall.

Salzburger Hoffnungsträger bei nordischen Weltmeisterschaften

Am Samstag hat das Präsidium des Österreichischen Skiverbands für die 53. nordischen Weltmeisterschaften insgesamt 28 Athleten (zwölf Frauen und 16 Männer) nominiert – elf davon stammen aus Salzburg.

Skispringen:

  • Chiara Hölzl
  • Marita Kramer
  • Jan Hörl
  • Daniel Huber
  • Stefan Kraft

Nordische Kombination:

  • Claudia Purker
  • Mario Seidl

Langlauf

  • Teresa Stadlober
  • Barbara Walchhofer
  • Michael Föttinger
  • Lukas Mrkonjic

Stadlober im Langlauf Salzburgs Alleinunterhalterin

Im Laufe des Winters hat aber auch das rot-weiß-rote Team gelernt, sich ständig wechselnden Bestimmungen und Rahmenbedingungen anzupassen. Es sollten doch einige Medaillen den Weg ins ÖSV-WM-Quartier im Kleinwalsertal finden, durch die Skispringer und womöglich die Kombinierer. Im Langlauf (zwölf Medaillen zu vergeben) käme ein Podestplatz von der Radstädterin Teresa Stadlober nach den bisherigen Saisonleistungen (zwei Top-Vier-Plätze) hingegen einer Sensation gleich, auch wenn die Salzburgerin ein wochenlanges WM-Training hinter sich hat.

Barbara Walchhofer (in dieser Saison keine Weltcup-Ergebnisse), Michael Föttinger aus Strobl und Lukas Mrkonjic aus Fuschl dürfen sich nur Außenseiter-Chancen ausrechnen.

S24-Prognose im Langlauf: Null Medaillen.

Kramer heiß auf Skisprung-WM

Die einzigen österreichischen Einzel-Weltcupsiege dieses Winters fielen ins Skisprung-Lager – für alle drei sorgte Marita Kramer. In den jüngsten vier Weltcup-Konkurrenzen wurde die Salzburgerin allerdings einmal bei der Materialkontrolle disqualifiziert, zweimal – vergangene Woche in Rasnov – wurde ihr das Antreten wegen einer unklaren Corona-Testlage verwehrt. Kramer verlor daraufhin das gelbe Trikot inklusive Gesamtweltcupführung. In einem emotionalen Instagram-Posting veröffentlichte die 19-Jährige vom SK Saalfelden ein Bild, das sie mit Tränen im Gesicht zeigt. Von den ÖSV-Assen hat wohl Marita Kramer am ehesten die Form, um bei der WM groß abzuräumen.

Hölzl hinkt Erwartungen hinterher

Den routinierten Athletinnen Daniela Iraschko-Stolz und Eva Pinkelnig (zweimal Siebente) ist auch etwas zuzutrauen – genauso wie die zweifache Vize-Weltmeisterin Chiara Hölzl. Die 23-jährige Schwarzacherin hinkt heuer den Erwartungen hinterher, landete bei neun Einzelbewerben drei Mal in den Top-Zehn. Ein Neunter Rang ist für die 13. des Gesamtweltcups die beste Ausbeute in diesem Winter. Dass sie jedoch genug Potential für die Weltspitze besitzt, hat sie in den vergangenen Jahren des Öfteren zeigen können.

Insgesamt gibt es im Skispringen sieben Titel zu gewinnen. Neu mit dabei ist das Einzel der Skispringerinnen von der Großschanze.

Bei Skispringern nur Kraft und Huber Podestanwärter

Die übrigen beiden ÖSV-Weltcupsiege gab es in Skisprung-Teambewerben bei den Männern. Hier – wie auch im Frauen- und im Mixed-Teambewerb – könnte Zählbares herauskommen. In den beiden Herren-Einzelkonkurrenzen ist aktuell wohl nur Stefan Kraft im Kreis der Podestanwärter, nach schwierigem Saisonauftakt etablierte sich der Salzburger seit der Vierschanzentournee im Vorderfeld. Zwei Weltcup-Einzelpodestplätze bringt Daniel Huber, der immer für Überraschungen gut ist, in die WM mit.

S24-Prognose im Skispringen (Einzelbewerb): Zwei Medaillen.

S24-Prognose im Skispringen (Teambewerb): Eine Medaille.

Seidl mit viel Luft nach oben

In der Kombination überzeugte im Saisonverlauf primär der erst 19-jährige Tiroler Johannes Lamparter. Nur einmal kam der Junioren-Weltmeister nicht in die Top-Zehn bzw. beim Saisonauftakt dem norwegischen Saisondominator Jarl Magnus Riiber als Zweiter bis auf eine Sekunde nahe. Mit zwei dritten Rängen hat auch sein Landsmann Lukas Greiderer sein Podest-Potenzial bewiesen.

Lamparter/Greiderer sind auch für den Teamsprint chancenreich, ebenso im Teambewerb. Mario Seidl konnte nach seiner Verletzung noch nicht an die Weltspitze anschließen. Neben Platz sieben und Rang 13 reichte es für den Kombinierer in elf Bewerben nicht für eine Top-15-Platzierung. Bei den Frauen ist Lisa Hirner aus der Steiermark die ÖSV-Hoffnung. Für Claudia Purker vom SC Bischofshofen ist es die WM-Premiere, bei der ihre Chancen auf einen Titel sehr gering sind.

S24-Prognose in der Kombination: Null Medaillen.

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