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Was ÖSV-Präsidentin Stadlober noch vor hat

Radstädterin will Langlaufen wieder eingliedern

Roswitha Stadlober hat als neue Präsidentin des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) bereits die ersten Amtshandlungen gesetzt. Wir haben am Donnerstag mit der Radstädterin (Pongau) über das neue Zeitalter im mächtigsten Sportverband des Landes und die Eingliederung vom Langlaufen gesprochen (siehe Video oben).

Radstadt

So schnell kann es gehen: Quasi über Nacht wurde plötzlich eine Frau an der Spitze des mit 140.000 Mitglieder großen Verbandes installiert: Die Kür von Roswitha Stadlober zur ÖSV-Präsidentin vor wenigen Wochen markierte eine Zeitenwende.

Langlauf vor ÖSV-Eingliederung

Zeit zum Einleben in die überraschend und kurzfristig gekommene neue Funktion gibt es nicht, weil der Weltcup-Winter bereits Fahrt aufgenommen hat. "Es geht Schlag auf Schlag", sagte Stadlober am Donnerstag bei einem Medientermin am Innsbrucker Bergisel im Gespräch mit SALZBURG24.

Die 58-jährige Radstädterin kündigte an, die Sektion Langlaufen nach den Olympischen Spielen 2022 wieder im ÖSV eingliedern zu wollen.

Roswitha Stadlober, Bergisel, Innsbruck APA/EXPA/JFK
ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober während einer Pressekonferenz der ÖSV-Skispringer.

SALZBURG24: Frau Stadlober, Sie sind seit knapp einem Monat als neue ÖSV-Präsidentin im Amt. Wie lautet Ihr erstes kurzes Fazit?

ROSWITHA STADLOBER: Es schaut sehr positiv aus. Es war ein Einstieg von Null auf 80. Dann ist gleich Sölden gekommen – das war aus sportlicher und wirtschaftlicher Sicht erfolgreich. Ich konnte viele Partner, Sponsoren, Amtskolleginnen und Amtskollegen kennenlernen. So gesehen war der letzte Monat sehr erfolgreich, intensiv, aber auch informativ.

Wie schaut so ein normaler Arbeitstag einer ÖSV-Präsidentin aus?

Der schaut ganz normal aus wie bei allen anderen. Man schaut sich gleich in der Früh die neuesten Informationen an. Nachdem ich bei KADA (Karriere danach), meinem Brotberuf, auch noch tätig bin, fahre ich noch bis Ende des Jahres doppelgleisig. So gesehen ist es sehr intensiv und man arbeitet die Dinge ab, so wie sie kommen.

Sie sprachen zu Beginn ihrer Amtszeit von einem frischen Wind? Was wurde bislang umgesetzt und was liegt noch in der Schublade?

Die Strukturreform, die Karl Schmidhofer eingeleitet hat, führen wir weiter. Am kommenden Wochenende besprechen wir bei der nächsten Präsidiumssitzung einige Dinge, die im letzten Monat schon angelaufen sind. Zudem haben die Vize-Präsidenten auch einiges geleistet und Verantwortung übergeben. Auch das ist neu, dass sie sich einbringen.Ich habe Petra Kronberger (St. Johann im Pongau, Anm. d. Red.) von der Frauenbeauftragten zur Leiterin von "Optimal Sports" befördert.

Zudem sind wir bei der Strukturreform an einem Organigramm dran und überlegen uns, wie wir den Österreichischen Skiverband noch besser aufstellen können. Aber ich will dem Präsidium hier noch nicht vorgreifen.

Sie haben als Ziel herausgegeben, sämtliche Wintersportarten gleichzusetzen. Ist das überhaupt möglich?

Es ist natürlich bei den Prime-Sportarten von den Leistungen abhängig. Wir haben im Alpin und im Skisprung – sowie auch in den anderen Sportarten – Top-Leistungen. Aber das ist natürlich auch medial geschuldet. Je mehr berichtet wird, desto mehr Sponsorfläche hat man und umso besser kann man auch verkaufen. Ein Beispiel ist Freestyle. Matej Svancer hat in Chur (Schweiz, Anm.) vor 50.000 Zuschauer den Big Air gewonnen. Aber im Fernsehen ist es nicht so präsent wie Skisprung oder die alpinen Bewerbe. Hier müssen wir ansetzen, damit diese auch im wirtschaftlichen Sinne zu Prime Sportarten herangeführt werden können.

Gibt es aktive Sportler, die auf Sie zugekommen sind und schon Wünsche bzw. Verbesserungsvorschläge geäußert haben?

Das war noch minimal. Ich kenne ja durch meinen Brotberuf sehr viele. Es gab bislang eine konkrete Anfrage, ja. Aber es wird eher beim zwischenmenschlichen Kontakt besprochen, als dass man angerufen wird.

Werden Sie bei den anstehenden Olympischen Spielen in Peking vor Ort sein oder ist das mit Ihren Aufgaben hier vor Ort nicht vereinbar?

Das wird man sehen. Wenn es gewünscht und notwendig ist, werde ich dort sein. Das hängt immer davon ab, wie die Pandemie ausschauen wird. Wichtig ist, dass der Sport gut funktioniert. Ob die Funktionäre vor Ort sein müssen oder nicht, ist eine andere Frage.

Wie schaut Ihr Terminkalender so aus, was steht auf der Agenda?

Jetzt geht es dann gleich weiter nach Zürs Lech am Arlberg zu den nächsten alpinen Rennen. Dann ist Biathlon in Hochfilzen, der nordische Kombinationsweltcup in der Ramsau sowie die Skisprung-Bewerbe der Damen und Herren auf dem Programm.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute.

(Quelle: SALZBURG24)

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