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Rücktritt als Skirennsportler

Salzburger Hannes Reichelt beendet Karriere

Ex-Super-G-Weltmeister hört auf

Hannes Reichelt SALZBURG24/Wurzer
Der Salzburger Hannes Reichelt im Oktober 2019 im Gespräch mit SALZBURG24-Redakteur Aleksandar Andonov.

Hannes Reichelt hat heute in Lenzerheide in der Schweiz das Ende seiner aktiven Karriere als Skirennsportler bekanntgegeben.

Der 40-jährige Salzburger holte bei der WM 2015 Gold im Super-G, sicherte sich in der Saison 2007/2008 den Super-G-Weltcup und gewann insgesamt 13 Weltcuprennen, darunter auch die Abfahrt in Kitzbühel im Jahr 2014.

Hannes Reichelt SALZBURG24/Wurzer
Der Salzburger Hannes Reichelt im Gespräch mit SALZBURG24-Redakteur Aleksandar Andonov.

Salzburger Reichelt muss Ski-Saison beenden

Wegen Knieproblemen ist die Ski-Saison für Hannes Reichelt vorzeitig zu Ende. Die Frage, wie es mit seiner Karriere weiter gehen soll, kann der Salzburger noch nicht beantworten.

Reichelt: "Entweder voll oder gar nicht"

Hannes Reichelt über die Gründe seines Rücktritts: "Ich habe das Gefühl gehabt, dass nach 20 Jahren im Skiweltcup der Zeitpunkt gekommen ist, mich zu verabschieden. Bei den Rennen habe ich mir zunehmend schwergetan, mich zu überwinden und an das Limit zu gehen. Für mich war klar, entweder fahr ich voll oder gar nicht, ich wollte es in dieser Saison unbedingt noch einmal versuchen. Ich denke, ich habe nach dem Kreuzbandriss alles probiert und kann mir nichts vorwerfen.“

44 Mal von 305 Weltcup-Rennen am Podest

Reichelt bestritt sein erstes Weltcuprennen am 7. Dezember 2001 beim Super-G-Sieg von Stephan Eberharter in Val d'Isere, laut FIS-Datenbank brachte er es auf 305 Weltcup-Einsätze, 44 Mal stand er auf dem Podest. Neben dem WM-Titel 2015 in Beaver Creek stach auch der Kitzbühel-Abfahrtssieg Ende Jänner 2014 hervor. Herausgefahren unter enormen Rückenschmerzen, die nur zwei Tage später als schwerer Bandscheibenvorfall diagnostiziert wurden.

Hannes Reichelt SALZBURG24/Wurzer
Der Salzburger Hannes Reichelt im Oktober 2019 im Gespräch mit SALZBURG24-Redakteur Aleksandar Andonov.

Reichelt: "Das Doping-Thema ist nicht verdaut"

Österreichs Speed-Spezialist Hannes Reichelt hat einen mehr als bewegenden Sommer hinter sich. Dem Salzburger Abfahrts-Routinier wurde Ende Mai verdächtigt im rot-weiß-roten Doping-Skandal …

Statt an den Olympischen Spielen in Sotschi teilzunehmen, musste er sich sofort einer Operation unterziehen. Schon Anfang Dezember meldete sich Reichelt mit dem Sieg im Weltcup-Super-G von Beaver Creek an der Spitze zurück. Der letzte Weltcupsieg gelang dem stets besonnen auftretenden Ruhepol im ÖSV-Herren-Speedteam am 16. März 2017 beim Weltcupfinale in Aspen im Super-G, der letzte Stockerlplatz im Jänner 2018 als Dritter in der Hahnenkamm-Abfahrt.

Reichelt schwelgt in Erinnerungen

"Zum Glück hatte ich sehr viele und auch sehr schöne Erfolge. Es gibt ein paar Situationen, die immer wieder durch meine Gedanken schwirren und einfach der Wahnsinn waren. Zum Beispiel, dass ich bei meinem zweiten Weltcuprennen in Gröden gleich am Stockerl gestanden bin", erinnerte sich Reichelt. "Oder, dass ich neun Monate nach meinem Kreuzbandriss im Jahr 2005 den Super-G von Beaver Creek gewinnen konnte, aber auch, dass ich mit meinem Kindheitsidol Stephan Eberharter ein Podium teilen konnte, bleibt mir in schöner Erinnerung."

Salzburger stolz auf Karriere

Der Gewinn der Super-G-Kugel "mit dem Herzschlagfinale gegen Didier Cuche war natürlich auch etwas Besonderes, wie der Sieg 2014 auf der Streif. Natürlich auch Super-G-Gold in Beaver Creek wird mir immer in sehr guter Erinnerung bleiben. Ich blicke sehr stolz auf meine Karriere zurück", betonte Reichelt.

Studium für Reichelt denkbar

Zu seinen Plänen nach der Karriere sagte der Skirennläufer vom SC Radstadt: "Ich habe mir immer vorgenommen, nach meiner Karriere studieren zu gehen, das spielt immer noch eine Rolle in meinen Überlegungen. Natürlich möchte ich auch dem Skisport in irgendeiner Form erhalten bleiben, wie genau weiß ich jedoch noch nicht. Außerdem freue ich mich schon sehr auf die Zeit mit meiner Familie."

Andreas Puelacher bedauerte das Karriereende von Reichelt. "Es ist schade, wenn so ein großer Sportler zurücktritt. Hannes ist eine tolle Persönlichkeit, war überall voll akzeptiert und hatte stets eine Leaderposition eingenommen", wurde der Herren-Rennsportleiter des ÖSV in einer Aussendung zitiert.

(Quelle: SALZBURG24)

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