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Odyssee nach Aare

Reichelt: "Ist ein Vollschaß"

Team ÖSV Herren APA/EXPA/DOMINIK ANGERER
Das ÖSV-Team ist trotz Anreise-Kapriolen bereit für die Rennen.

Alpinskisportler lieben Schnee - aber nicht unbedingt auf Start- und Landebahnen von Flughäfen. Heftige Schneefälle am Sonntag in München und Stockholm haben die Anreisepläne des Ski-Zirkus zur WM in Aare gehörig durcheinandergewirbelt. Auch am Dienstag wartete man weiter auf wichtiges Gepäck. Der Salzburger Hannes Reichelt befand: "Das ist ein Vollschaß im Endeffekt. So etwas darf nicht passieren."

Die vielen Flugausfälle waren den Schneemengen geschuldet, viele Maschinen konnten nicht abheben, weil sie in Stockholm nicht landen konnten. Aber natürlich gingen die Emotionen bei den Beteiligen hoch.

Maier: "Nicht mal Notbetten"

"Die Fluggesellschaft SAS hätte jemanden da haben müssen, keiner war da. Wir wussten nicht, was tun", sagte etwa FIS-Chef-Renndirektor Markus Waldner, der mit der Gruppe um Kitzbühel-Sieger Josef Ferstl unterwegs war. "Ich bin schon lange dabei, aber so was habe ich überhaupt noch nicht erlebt", meinte der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier zu dpa. "Dass man uns am Flughafen liegen lässt und nicht mal Notbetten hat, das habe ich etwas daneben gefunden."

Reichelt: "Darf nicht passieren"

Österreichs Speed-Pilot Hannes Reichelt befand: "Das ist ein Vollschaß im Endeffekt. So etwas darf nicht passieren." Wenn man zu einer WM fliege, dann müssten SAS oder Lufthansa einfach schauen, dass man die Leute raufbringe. "Allein die Negativ-Publicity für die Airlines ist ein Wahnsinn." Im Reichelts Fall saß sein Schwiegervater am Sonntag "den ganzen Tag am Münchener Flughafen" fest. "Der ist heute erst am Nachmittag weggeflogen. Ich hoffe, dass der heute Nacht heroben ist."

Ob das für 13.00 bis 14.00 Uhr angesetzte freie Befahren des Rennhanges der Speedfahrer vor dem Herren-Super-G am Mittwoch bei der WM in Aare stattfinden kann, ist noch unklar. "Das muss noch bestätigt werden, wenn/falls der Truck mit dem Gepäck ankommt", teilte der Ski-Weltverband (FIS) mit.

Training in Aare abgesagt: Gepäck fehlt

Das erste, für den Dienstag angesetzte Abfahrtstraining der Herren wurde bereits am Montag abgesagt, weil wegen der vielfach schneefallbedingten, chaotischen Anreise viele Athleten und Betreuer den WM-Ort in Schweden erst mit Verspätung am Montag erreichten. Wichtiges Gepäck mit Material war noch nicht angekommen.

Die Abfahrts-Helden Beat Feuz und Dominik Paris, Österreichs Damen-Rennsportleiter Jürgen Kriechbaum, Ski-Prinz Hubertus von Hohenlohe und zahlreiche Serviceleute von Skifirmen, Journalisten sowie der Matthias-Mayer-Fanclub landeten erst um 0.30 in der Nacht auf Montag in Östersund. Von dort ging es in Autos noch rund 80 Kilometer durch die tiefwinterliche Landschaft nach Aare weiter.

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Gepostet von Beat Feuz am Montag, 4. Februar 2019

Ferstl und Innerhofer auf Odysee

Eine wahre Odyssee erlebten der deutsche Josef Ferstl, der Südtiroler Christof Innerhofer und der Franzose Adrien Theaux - inklusive Schafkopf-Spielen, Sushi-Essen und Super-Bowl-Schauen am Stockholmer Flughafen beim Warten auf das Gepäck. Letztlich mussten die Abfahrer in Stockholm in den Zug Richtung Aare klettern, weil längst kein Flieger mehr ging - den letzten hatten Feuz und Co. noch erwischt.

Flugausfälle: Wetter und Streiks

Da die Mehrheit über Stockholm reisen wollte und dort wegen heftigen Schneefalls bis zum späteren Abend nichts ging, war auch aus Frankfurt nicht für alle ein Weiterkommen möglich. Die meisten aber saßen in München fest und kamen dort am Sonntag nicht mehr weg. 350 Flüge waren am Sonntag wetterbedingt in München und wegen eines Streiks in Hamburg ausgefallen.

Aare: Vonn sagt Pressekonferenz ab

Eine erste unmittelbare Reaktion auf die vielen verspäteten Ankünfte - vor allem wegen jener der Medienvertreter - war die Verschiebung der Pressekonferenz von US-Skistar Lindsey Vonn von Montag auf Dienstag. Auch die Pressesprecherin des US-Skiteams, Megan Harrod, hing fest. "Hoffentlich schaffen wir es heute", meinte sie.

ÖSV-Stars im Privatjet zur WM

Andere durften sich bei ihrem Skiverband bedanken, so Doppel-Olympiasieger Matthias Mayer, Hannes Reichelt und Co. Nach der Absage der Abfahrt am Samstag in Garmisch-Partenkirchen wegen zu viel Neuschnees ging es im Privatjet nach Aare. "Das Rauffliegen ist jetzt auch relaxter, sonst hätten wir schon einen Stress gehabt", hatte Vincent Kriechmayr folgerichtig vorhergesagt. "Ich bin sehr froh, dass sich der ÖSV das ein bisschen was kosten lässt. Es ist sinnvoll investiertes Geld", sagte Reichelt.

Gemeinsam im Privatjet reisten nach den Rennen in Maribor auch Mikaela Shiffrin, Ilka Stuhec, Federica Brignone und Wendy Holdener.

(APA)

Aufgerufen am 19.02.2019 um 10:22 auf https://www.salzburg24.at/sport/wintersport/salzburger-hannes-reichelt-ueber-anreise-zur-ski-wm-in-aare-vollschass-65245204

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