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WM in Seefeld

Kraft: "Oft bewiesen, dass ich das gut kann"

Auf Stefan Kraft lastet bei der Heim-WM in Seefeld viel Druck. Der Salzburger ist nicht nur auf beiden Schanzen Titelverteidiger, sondern als einziger ÖSV-Saisonsieger und regelmäßiger Podestspringer auch die einzige rot-weiß-rote Medaillenhoffnung in den Einzelbewerben. Der 25-Jährige gibt sich vor dem Bergisel-Bewerb am Samstag davon aber unbeeindruckt.

"Ich bin froh, dass ich zu den Medaillenfavoriten zähle oder dass ich die Medaillenhoffnung bin. Das heißt, dass ich ganz gut drauf bin", betonte Kraft am Mittwoch in Seefeld. Dass er mit Druck gut umgehen könne, habe er vielfach unter Beweis gestellt. "In den letzten Jahren war es schon so, dass mich das beflügelt hat und ich richtig gute Sachen gemacht habe. Ich habe schon oft bewiesen, dass ich das gut kann. Das Selbstvertrauen stimmt jedenfalls wieder."

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Gepostet von Stefan Kraft am Dienstag, 19. Februar 2019

Kraft: "Die Chance lebt"

Dank einer kräftigen Steigerung im Vergleich zum Saisonbeginn ist der Doppelweltmeister von 2017 einer der Goldanwärter neben Seriensieger Ryoyu Kobayashi und Olympiasieger Kamil Stoch. Drei Siege und weitere Podestplätze nach der Vierschanzen-Tournee sorgten rechtzeitig für das nötige Selbstvertrauen "Ich bin nicht der Topfavorit, aber die Chance lebt, und es läuft einfach seit Anfang Jänner sehr, sehr gut. Wie wir das wieder hingebracht haben und dass ich als Mitfavorit für Medaillen dasitze, ist mega."

Entsprechend groß ist seine Vorfreude auf die Heim-WM. "Es gibt nicht Schöneres. Das ist sicher das Highlight meiner Karriere, so etwas erlebt man nur einmal. Es gibt nichts Geileres als am Bergisel und in Seefeld zu hüpfen."

Ziel: WM-Medaille in Seefeld

Sein Ziel ist eine Medaille, egal in welchem Bewerb. "Wenn ich eine mit heimnehme, dann ist es gut, wenn es mehr sind, ist es genial. Egal ob im Mixed oder mit der Mannschaft, das wäre schön, im Einzel wäre es natürlich besonders genial", sagte der Sieger von bisher 15 Weltcupbewerben. Einfach abzuholen sei das begehrte Edelmetall freilich nirgends. "Es ist nie ganz einfach, man braucht einen guten Tag und auch Glück. Ich bin froh, dass ich in so gut in Form bin."

Keine leichten Jahre

Das war seit 2017 nicht immer so. In der Vorsaison gelang ihm kein Sieg, auch bei Olympia ging er wie das gesamte ÖSV-Team leer aus. Aus diesen Rückschlägen habe er aber seine Lehren gezogen. "Die letzten zwei Jahre waren nicht ganz so einfach. Ein paar graue Haare sind mir schon gewachsen. Sicher lernt man aus jedem Misserfolg etwas dazu, wie heuer nach Garmisch. Es ist schon sehr cool, wie ich danach wieder zurückgekommen bin. Hoffentlich kann ich bei der WM darauf zurückgreifen."

Kraft spürt Druck nicht

Den Druck, der auf ihm lastet, verspüre er nicht wirklich. "Ich merke das gar nicht so", meinte der Ex-Tourneesieger. Für das "Teamgemüt" wäre es freilich besser, wenn öfter mehrere Teamkollegen im Spitzenfeld landen würden. Trotz der nicht gerade berauschenden Saison traut er dem Rest um Daniel Huber und seinem langjährigen Kumpel Michael Hayböck einiges zu. "Sie haben sehr gute Sprünge drauf, wir sind schon ein starkes Team."

Verzicht auf Training

Im Gegensatz zu anderen Nationen verzichtete die Mannschaft auf das erste Training am Mittwoch. "So sind wir perfekt ausgerastet. Wir kennen die Schanze, sechs Sprünge davor müssen reichen", meinte Kraft. Bei der Anreise nach Seefeld wäre er aber dann doch fast in Richtung Bergisel abgebogen. "Es kribbelt schon sehr. Wir freuen uns jetzt schon aufs Training und die Wettkämpfe."

Andreas Felder tut das auch, der ÖSV-Cheftrainer verwies auf die mittlerweile viel kompaktere Mannschaft. "Wir haben uns während der Saison ganz gut in Schwung gebracht. Wir sind gut vorbereitet, alle sind gesund, wir sollten es jetzt eigentlich laufen lassen, das wäre ganz gut."

Hayböck zuversichtlich

Einzelmedaillen sind für Hayböck, Huber, Manuel Fettner, Jan Hörl und Philipp Aschenwald allerdings ziemlich sicher außer Reichweite. "Ich würde es mir auch anders wünschen - so wie Stefan an den Start zu gehen - aber ich bin realistisch genug, dass ich nicht zu den großen Medaillenfavoriten gehöre", meinte der frühere Siegspringer Hayböck. Er sei in den letzten zwei Jahren leider nicht aus seinem "Schlamassel" herausgekommen. Gute Wettkämpfe in den vergangenen Wochen sorgen aber für Optimismus. "Ich bin auf einen guten Weg gekommen und den Top Ten nähergekommen. Man hat schon oft gesehen, dass es schnell gehen kann."

(APA)

(Quelle: APA)

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